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Lotustempel

Lotustempel

Rheumatempel

Rheumatempel

Qutab Minar Komplex

Qutab Minar Komplex

India Gate

India Gate

Indien und Nepal

vom Ganges zum Himalaja

Delhi

Nach knapp 80 minütiger Flugzeit sind wir am Ausgangspunkt unserer Reise angekommen, das, gemessen an der Einwohnerzahl, zweitgrößte Land der Erde hat uns wieder.

Im Flughafen kaufen wir ein Ticket für die Fahrt in die Innenstadt. Einige Schalterbeamte schlafen, eine Frau, in der Hocke auf einem Tisch sitzend, bedient uns. Mit dem Bus fahren wir zum zentralen Connaught Place, überholen unterwegs einen Elefanten und eine Affenherde. Eine aus etwa 20 Personen bestehende Polizeipatrouille kommt uns auf Kamelen entgegen. Wir gehen weiter zum Sunny Guest House und checken wir für 225 Rs./Nacht ein.

Nachmittags spazieren wir zum India Gate. Das Denkmal wurde zu Ehren der im 1. Weltkrieg Gefallenen errichtet.

Zum Abendessen sind wir nach längerem Suchen im Wimpy gelandet, Wilfried muss sich, da gerade Kassenprüfung ist, einige Male neu anstellen. Hätten wir man in unserem Guest House gegessen, hier werden köstliche Speisen auf der Dachterrasse serviert.

Delhi hat gut 6 Mio. Einwohner. Um in der uns zur Verfügung stehenden Zeit einen halbwegs umfassenden Eindruck zu erhalten, schließen wir uns einer Stadtrundfahrt an.

Den ersten Stopp legen wir beim Birla- oder Lakshami-Narayan-Tempel ein. Das Gebäude ist noch relativ jung, es wurde 1938 gebaut. Zur Besichtigung müssen wir die Schuhe ausziehen, danach spreche ich nur noch vom Rheumatempel.

Auf breiten Straßen geht es weiter, an vielen Botschaften vorbei. Man erzählt uns, dass jedes Land außer Israel, Südafrika und Bolivien mit einer Botschaft in Delhi vertreten ist.

Der Qutub Minar Komplex, Teil der ersten historischen Stadt Delhi, ist unser nächstes Ziel. Das 73 m hohe Minarett darf nicht mehr bestiegen werden, da in der Vergangenheit zu viele Selbstmörder vom Turm gesprungen sind.

Beim nächsten Halt, Indian Cottage Industries mit Verkauf, verweigern wir den Eintritt. Interessanter ist da schon der Lotustempel, Baha´i House of Worship. Man nennt dieses innen sehr schlicht gehaltene Gebäude auch das Taj Mahal des 20. Jahrhunderts.

Auf dem Weg zum Indira Gandhi Memorial, Wohn- und Todesort der früheren Premierministerin, die Einschussstelle ist mit Blumen geschmückt, fahren wir am größten Krankenhaus Asiens vorbei. Eine Tafel zeigt die Bevölkerungszahl Indiens an. Während unserer sekundenlangen Vorbeifahrt ändert sich die Zahl einige Male. Indien hat zu diesem Zeitpunkt über 896 Mio. Einwohner.

In Old Delhi besichtigen wir das Rote Fort. Viele Bettler, darunter sehr viele Frauen mit Babies, bitten um eine milde Gabe. Es soll, so heißt es, organisierte Bettlerbrigaden geben.

Zum Schluss halten wir an den Verbrennungsstätten von Indira Gandhi und Nehru. Steine aus allen Regionen Indiens zieren den Platz, einige sollen 1000 Mio. Jahre alt sein.
Die Stätte von Mahatma Gandhi ist gesperrt, am nächsten Tag jährt sich wieder sein Todestag und die gesamte Anlage wird gesäubert.

Bei der Weiterfahrt wird unsere Fahrzeugtür immer durch einen Riegel gesichert.

Leider ist jede Reise einmal zu Ende, so auch diese. Während wir auf den Bus, der uns zum Flughafen bringen soll, warten, werden wir von vielen Bettlern angesprochen. Ein kleines Mädchen von drei Jahren krabbelt zwischen unseren Beinen hindurch, Wilfried malt ihr etwas auf einem Stück Papier, ich schenke ihr einen Kugelschreiber. Die Mutter steht dabei und lächelt, sie ist erst 15 Jahre alt und hat bereits zwei Kinder.
Passanten gehen vorbei und können gar nicht verstehen, dass wir uns als Mitglieder der höchsten Kaste mit diesen Menschen abgeben.

Im Flughafen ist eine Ausreisegebühr von 300 Rs. fällig. Wir haben noch etwas Zeit und trinken ein ganz penetrant schmeckendes Bier.

Der Rückflug verläuft normal, während der Bahnfahrt von Hamburg nach Bremen stürzen wir uns mit Heißhunger auf einen Vesperteller. Es muss nicht immer vegetarisch sein!
Marion und Regina begrüßen uns mit einer Flasche Sekt im Hauptbahnhof.


PS:
Wir hatten versäumt, die Adresse unseres Vermieters in Ghachok zu notieren. Monate später sende ich einige Fotoabzüge an die Schule des Ortes mit der Bitte, sie der Familie auszuhändigen. Leider kommt der Brief zurück.

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