Karte
Neuseeland, Nord- und Südinsel
Landkarte von StepMap
StepMap Neuseeland, Nord- und Südinsel
Bilder
Auckland

Auckland

Hafenbrücke in Auckland

Hafenbrücke in Auckland

Universität in Auckland

Universität in Auckland

"Campingplatz"

"Campingplatz"

Bay of Islands

Bay of Islands

Bay of Islands

Bay of Islands

Geysirfontäne in Whaka

Geysirfontäne in Whaka

explodierender Geysir

explodierender Geysir

Mt. Egmont

Mt. Egmont

Schafscherer bei der Arbeit

Schafscherer bei der Arbeit

Auf der Nordinsel unterwegs

Auf der Nordinsel unterwegs

Bienenkorb in Wellington

Bienenkorb in Wellington

In den Alpen

In den Alpen

Alpen

Alpen

Alpen

Alpen

Mt. Cook

Mt. Cook

Landschaft vor Queenstown

Landschaft vor Queenstown

Auf dem Routeburn-Walk

Auf dem Routeburn-Walk

Milford Sound

Milford Sound

Milford Sound

Milford Sound

Mitre Peak

Mitre Peak

Milford Sound

Milford Sound

Milford Track

Milford Track

Sutherland Falls

Sutherland Falls

Lake Te Anau

Lake Te Anau

Queenstown Lake

Queenstown Lake

Pazifikküste bei Haast

Pazifikküste bei Haast

Pazifikküste bei Haast

Pazifikküste bei Haast

Park in Christchurch

Park in Christchurch

Neuseeland

am schönsten Ende der Welt

Nach acht Stunden Flugzeit sind wir am Ziel. Ein herrlicher Sonnenaufgang begleitet die Landung in Auckland, der mit 900.000 Einwohnern größten Stadt des Landes.
Was haben wir nicht alles hinter uns, den Äquator überflogen, die Datumsgrenze passiert. Wir haben uns zur entsprechenden Würdigung einen Whisky genehmigt. Es ist schon phänomenal, wir landen dienstags um 7.oo Uhr Ortszeit in Neuseeland, auf Hawaii ist der Montag erst acht Stunden alt. Insgesamt liegen seit dem Start in Frankfurt 23 Stunden reine Flugzeit hinter uns.

Bevor wir aussteigen wird das Flugzeug innen mit einem Spray desinfiziert. Mit dem Hotelshuttle fahren wir zum "Cotel", unserer nächsten Bleibe, einfach, aber ruhig und preiswert.

Harms klagt über Schmerzen in seinem Fuß und fährt zur Behandlung zu einem Arzt. Wilfried und ich erkunden unterdessen die Stadt. Es ist angenehm laut, überall hört man das Zirpen der Grillen. Wir bemühen uns um ein Mietauto und werden nach einiger Zeit auch fündig, ein Toyota Starlet wird uns während der nächsten sieben Tage zur Verfügung stehen.
Kleinere Autovermieter locken mit Sonderangeboten, allerdings müssen diese Autos wieder in Auckland abgegeben werden. Wir bezahlen bei Budget lieber etwas mehr und haben den Vorteil, mit dem Fahrzeug oneway bis Wellington fahren zu können.
Nun fehlt nur noch ein Zelt zu unserem Glück, wir erwerben es in einem Reiseladen.

Die Fußgängerampeln sind interessant. Sie schalten bei einer Kreuzung auf allen vier Seiten gleichzeitig auf grün und man kann die Straße diagonal überqueren.
Abends haben wir unser erstes Byo-Erlebnis. Wir essen in einem italienischen Lokal ohne Alkoholausschank-Konzession. Den Tafelwein kaufen wir vorher in einem speziellen Getränkeshop.
Byo, bring your own, bringe deine eigenen Getränke mit ins Restaurant.

Für einen Europäer sind die Lokalöffnungszeiten sehr gewöhnungsbedürftig. Restaurants schließen um 20.oo Uhr, Imbiss-Stuben eine Stunde später und einige Bars bereits um 22.oo Uhr.

Am besten gefällt mir in Auckland der Albert Park mit dem Universitätsgebäude, sehenswert sind auch das Government House und das Rathaus, Auckland Town Hall.
Alte Kolonialbauten stehen neben neuen modernen Bürohäusern.

Wir verlassen Auckland in nördlicher Richtung und fahren über die achtspurige Hafenbrücke in Richtung Dargaville. Es herrscht Linksverkehr, der Fahrer sitzt rechts, ich habe in den ersten Tagen immer den Blinker mit dem Scheibenwischer verwechselt. Ansonsten ist das Fahren unproblematisch, nur wenn es heißt, "halt mal schnell an", weiß ich im ersten Moment nicht zu reagieren.

Die Landschaft ist herrlich, gierig atmen wir die frische Luft ein, ja, so haben wir uns Neuseeland immer vorgestellt. Wenig Verkehr, kleine Buchten für uns ganz allein, am Strand ist keine Menschenseele zu sehen. Es ist etwas gebirgig, etliche Schafe, braune und schwarze Kühe grasen auf den Weiden, Farn soweit das Auge reicht.
Aus einem Obststand am Straßenrand entnehmen wir einige Früchte und stecken das Geld in einen Behälter daneben.
Die Bauern sind bei der Heuernte. In einem Lokal legen wir eine Pause ein und beobachten die Gäste bei einem Billardturnier. Das Bier wird im Pitcher, einem großen Glaskrug, serviert.

Am Abend suchen wir uns eine ruhige Wiese und bauen das Zelt auf. Der Hund von der benachbarten Farm bemerkt uns, der Farmer hat aber gegen unser Zelten nichts einzuwenden.
Am nächsten Morgen lädt er uns zum Tee ein. Ich habe schlecht geschlafen, denn der Untergrund war sehr uneben.
Wir unterhalten uns und spielen mit Sam, dem Hund. Die Frage des Farmers, ob er uns ein Steak braten soll, lehnen wir dankend ab.

Der weitere Weg führt uns zum Waipoua Kauri Forest und wir sehen hier Kauri-Bäume, eine Fichtenart, in unvorstellbarer Größe und Höhe. Ein Baum, der "Vater des Waldes", ist 30 m hoch und hat einen Umfang von über 16 m, der andere, der "Gott des Waldes", ist 51 m hoch, sein Umfang beträgt knapp 14 m.
In einem Lokal, das vorwiegend von Maoris besucht ist, lassen wir die Eindrücke noch einmal an uns vorbeiziehen.
Abends dauert es eine ganze Zeit, bis wir einen geeigneten Zeltplatz gefunden haben. Opossums laufen über die Straße, sie sind im Lichtkegel des Scheinwerfers gut zu erkennen.

Das Frühstück nehmen wir am nächsten Morgen in Kaikohe ein. Hier wechseln wir auch und erhalten für 100,-- DM den Gegenwert von 87 neuseeländischen Dollar (NZ$).

In Paihia buchen wir die Cape Brett Cruise, eine Tour durch die Bay of Islands auf dem Katamaran "Tiger Lily". Anfangs ist es bewölkt, später klärt sich das Wetter auf und wir genießen eine wunderschöne Fahrt an den vielen kleinen pittoresken Felsformationen vorbei bis zum Cape Brett-Leuchtturm. Insgesamt sind 150 mehr oder weniger kleine Inseln in der Bucht verstreut.
Das Panorama ist grandios, einmal sehen wir fliegende Fische. Die Bay gehört zu den Großfischfanggründen Neuseelands.

Das nahegelegenen Waitangi National Reserve ist unser nächstes Ziel, hier hat das Treaty House eine besondere Bedeutung: An dieser Stelle wurde 1840 der Waitangi-Vertrag unterzeichnet, die Maori-Häuptlinge unterstellten sich damit der britischen Oberhoheit und dem britischen Schutz.

Die Maoris sind seit dem 14. Jahrhundert auf Neuseeland ansässig, der holländische Seefahrer Abel Tasman sichtet 1642 als erster Weißer das Land, betritt es aber wegen blutiger Auseinandersetzungen mit den Bewohnern nicht. Das gelingt erst James M. Cook im Jahr 1769.
Um 1840 strömen weiße Siedler massenhaft auf die beiden Inseln.

Zunächst leben die Maoris und die Weißen friedlich miteinander, danach fordern Kriege ihren Tribut. Die Anzahl der Urbewohner wird auch durch eingeschleppte Krankheiten und Alkohol reduziert, jetzt haben sie noch einen Anteil von 9 % an der Gesamtbevölkerung.
Zwar gelten nunmehr für die Maoris dieselben Gesetze wie für die Weißen, die Wirklichkeit sieht aber, zumindest im sozialen und beruflichen Bereich, anders aus.

Unterwegs nach Kerikeri zu einer Kiwi-Plantage frischen wir an der Straße wieder unseren Obst-Vorrat auf und versorgen uns mit Orangen und Avocados. Schöne Holzhäuser stehen am Straßenrand.
Leider sind die Kiwis noch nicht reif. Abends auf dem Campingplatz stellen wir leicht besorgt fest, dass wir schon wieder einen Sonnenbrand haben, die Einstrahlung auf dem Schiff muss doch wesentlich intensiver gewesen sein als wir gedacht haben. Bei Wilfried pellt sogar die Haut an der Nase ab.

Der Ort Rotorua steht als nächstes auf dem Programm. Wir fahren durch Landschaften mit üppiger Vegetation, das Zirpen der Tiere ist bei offenem Fenster während der Autofahrt immer zu hören. Die Route führt wieder durch Auckland, hier sind wir einige Momente Gast bei einem Cricket-Spiel, halten uns aber in der Stadt nicht länger auf.

Die Ortsnamen sind oft in der Maori-Sprache. Ihr eigenes Land nennen sie Aotearoa, Land der langen weißen Wolke.
Immer wieder beeindruckt uns die Freundlichkeit der Neuseeländer. Sie grüßen, indem sie den Kopf nicht nach vorn sondern seitlich nicken.
Die Population ist ganz interessant, auf gut 3 Mio. Einwohner kommen etwa 70 Mio. Schafe.
Manchmal begegnet man stundenlang keiner Menschenseele.

In Rotorua bauen wir unser Zelt im Lakeside Motorcamp auf. Der Sonnenbrand macht mir etwas zu schaffen und mein Arm zwickt. Aber haben wir uns dieses nun schon seit Tagen anhaltende schöne Wetter nicht sehnlich gewünscht?
Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört das frühere Badehaus Tudor Towers in den Government Gardens.
Gegen Abend sehen wir die ersten Thermalquellen, ein schwerer Schwefelgeruch liegt in der Luft. Ein erfrischendes Bad im Rotorua-See beschließt den Tag.

Die bekanntesten Quellen des Landes befinden sich ganz in der Nähe, in Whakarewarewa, auch kurz Whaka genannt.
Gemächlich schlendern wir dort hin, kommen an einem Sportplatz vorbei und sehen einigen Männern beim Rasenbowling zu. Wir unterhalten uns kurz mit ihnen, da greift einer der Herren in die Hosentasche und gibt uns seinen BMW-Schlüssel, seiner Meinung nach sind die paar Kilometer ohne Auto nicht zu schaffen. Ich weiß nicht mehr, wer verblüffter oder verdutzter dreinschaute. Wir, weil wir dieses Angebot gar nicht begreifen können oder er, weil wir dankend ablehnen. Man stelle sich diese Situation einmal in Deutschland vor......

Neuseelands größter Geysir, der Pohuto, spuckt seine Fontäne bis zu 30 m hoch. Überall blubbert das kochende Wasser, langsam gewöhnt man sich an den Schwefelgeruch. Immer wieder steigt der Dampf anderer Geysire hoch, wie heiß mag es wohl unter der Erde sein?

Im angrenzenden Zentrum für Kunst und Kultur werden Holzschnitzereien der Maoris ausgestellt und ich erwerbe zwei Brieföffner. Im Versammlungshaus nehmen wir an einer Folklore-Veranstaltung, einem Maori-Konzert, teil. Die mehrstimmig vorgetragenen Lieder sind wunderschön, die Tänze sehr beeindruckend. Der Rhythmus wird durch das Stampfen mit den Füßen und Klatschen vorgegeben. Als sich dann eine Japanerin in den Tanz einmischt, ist für uns der Zeitpunkt zum Gehen gekommen.
Auf dem Gelände befindet sich auch das sogenannte Nachthaus, wir gehen hinein und bestaunen das Wappentier Neuseelands, den Kiwi. Der Vogel hat keine Flügel und die Federn sehen aus wie Fell. Kiwis sind Nachttiere und sehr schreckhaft. Man hat keine Chance, sie in der freien Natur zu beobachten.
In einem Gartenrestaurant genießen wir gegrillten Snapper.

Auf dem Weg nach Waitomo kommen wir an vielen Golfplätzen vorbei. Mit einem kleinen Boot fahren wir in die berühmte Glühwürmchengrotte und sind erschlagen von so viel Schönheit. Tausende und abertausende kleiner Lichter leuchten von den Wänden, es ist einfach paradiesisch, aber nur für kurze Zeit, denn leider haben wir die Grotte nicht für uns allein. Es kommen weitere Boote und vorbei ist es mit der göttlichen Ruhe und Stille.
Der Bootsführer braucht kein Ruder, er zieht das Boot an Schnüren, die an der Decke befestigt sind. Das Wasser bleibt so ruhiger und die Glühwürmchen werden nicht gestört. Sollte ich irgendwann noch einmal hierher zurückkehren, werde ich die Grotte nur besuchen, wenn gewährleistet ist, dass zumindest für einige Minuten keine weiteren Besucher
die andächtige Ruhe stören können. Fotografieren ist drinnen verboten.

Wir orientieren uns dann weiter in Richtung Süden und erblicken in der Ferne den fast perfekt geformten Mt. Egmont in seiner ganzen Größe. Er erhebt sich mit seinen über 2.500 Metern mitten in einer Ebene und gilt als größter und schönster Vulkankegel Neuseelands. Viele Leute vergleichen ihn mit dem Fujiyama, sein letzter Ausbruch erfolgte um 1600 und heute gilt er als erloschen.

Ein Farmer treibt seine Schafe zusammen und lädt uns ein, bei der Schur zuzuschauen. Erwartungsvoll nehmen wir sein Angebot an. Zwei professionelle Schafscherer sind bei der Arbeit, sie werden nach Stückzahl bezahlt und brauchen etwas mehr als eine Minute pro Tier. Die Wolle wird sofort verpackt und versandfertig gemacht. Es ist schon ein eigentümliches Bild, wenn die Schafe nach der Schur nackt im Gehege stehen.

Unterwegs legen wir an der North Taranaki Bight bei Mokau eine Badepause ein und haben den ganzen Ozean allein für uns. Der Strand besteht aus schwarzer heißer Erde.
Es ist starker Wellengang, im Wasser haben wir wieder einen guten Blick auf den etwa 100 km entfernten Mt. Egmont. Wenn man bedenkt, dass er häufig in den Wolken verschwunden ist und einige Interessierte ihn tagelang nicht zu Gesicht kriegen, haben wir ganz schön Glück.
Unser heutiges Lager schlagen wir auf einem Campingplatz in Stratford auf und lassen den Tag in einer Kneipe mit einigen Runden Skat ausklingen.

Am nächsten Morgen fahren wir so weit es geht an den Mt. Egmont heran und kraxeln dann etwa eine Stunde hinauf, es ist ziemlich anstrengend, aber wir haben auch hier wieder die ganze Natur für uns allein.

Bei der Weiterfahrt ist die Silhouette des Berges noch lange zu erkennen, ein wahrlich herrliches Bild. Gut, dass wir Neuseeland erst in der zweiten Sommerhälfte besuchen, während der ersten Sommermonate, im Dezember und Januar, herrschte schlechtes Wetter.

Im Autoradio wird permanent dufte Musik gespielt, der derzeitige Hit ist "Orinoco Flow" von Enya.

Bei der nächsten Pause, wir versorgen uns gerade mit Erdbeeren, Himbeeren und Tomaten, bittet uns ein Farmer darauf zu achten, dass seine Schafe nicht auf die Gemüsefarm laufen und sie möglicherweise zerstören. Als echte Agrarprofis vom Lande wissen wir uns natürlich zu helfen und schließen den Eingang mit einer angelehnten Holzpforte. Leider bemerken wir zu spät, dass diese Pforte einen anderen Eingang verriegelt hat, der natürlich jetzt offen wie ein Scheunentor ist und von den Tieren sofort bemerkt wird. Sie stürmen auf die Plantage und wir eilen zum Auto und fahren mit rotem Kopf davon.

Abends schlagen wir unser Zelt in Wanganui fast direkt an der South Taranaki Bight auf und nehmen ein schönes erfrischendes Wellenbad.

Tags darauf erreichen wir die Hauptstadt Wellington und geben schweren Herzens unser Auto ab, der Kilometerzähler steht auf 1.300.
Die "Ambassador Travel Lodge" ist unser Quartier für die nächsten Tage.

Der erste Eindruck von Wellington ist nicht ganz so positiv, die Meinung ändert sich aber bald, schließlich schmiegt sich die Stadt malerisch um die Meerwölbung, hat ansprechende Holzhäuser und interessante Pubs. Die Old St. Pauls Church beeindruckt durch die Kirchenfenster mit den schönen Bildern. Besonders angetan bin ich auch vom Old Government Building, es ist immerhin eines der größten Holzgebäude der Welt, und vom Parlamentsanbau, der die Form eines Bienenstocks hat und deshalb auch Beehive genannt wird.
Einen Besuch wert ist auch der Botanische Garten, speziell der dort angelegte Rosengarten.

Wir planen und organisieren den weiteren Verlauf der Reise, besorgen uns Tickets für die nächsten Routen und lassen es uns gutgehen. Abends im Restaurant unterhalten wir uns mit einem Rechtsanwalt, der hier als Pianist engagiert ist, und laden ihn zu einigen Gläsern Wein ein.

Nun also auf zur Südinsel. Vom Bahnhof Wellington besteht eine Verbindung zum Fähranleger, die Fähre über die Cook-Straße bis Picton benötigt 3 ½ Stunden. Es ist Hochbetrieb, wir vertreiben uns die Zeit, denn leider ist es etwas diesig, mit Skatspielen.

In Picton begeben wir uns gleich zum Zug nach Christchurch und kommen dort nach gut sechs Stunden um 20.45 Uhr an. Unterwegs lernen wir einige Kanadier und zwei Amerikanerinnen kennen, die Frauen werden wir in den nächsten Tagen noch öfter treffen.
Auch im Zug spielen wir mehrere Runden Skat, leider verliere ich am meisten und bin für das Bier von Harms und Wilfried verantwortlich.

Einer der Kanadier empfiehlt das "Latimer Hostel" in Christchurch, wir fahren mit dem Taxi hin und können dort auch einchecken. Es ist nur für eine Nacht, denn für den nächsten Tag steht die Busfahrt nach Queenstown auf dem Programm, wir kommen aber später noch einmal nach Christchurch zurück.
Wir beenden den Tag mit einigen Jack Daniels.

Eine herrliche Busfahrt nach Queenstown erwartet uns, es stimmt einfach alles, die wunderschöne Landschaft, kompetente Informationen durch den freundlichen Busfahrer, bequeme Sitze und genügend Pausen.
Wir kommen an trockenen Flussbetten vorbei, die Natur erscheint mir nicht so üppig wie auf der Nordinsel.
Einmal halten wir an, um eine Schafherde durchzulassen. Der neuseeländische Dialekt bereitet meinen Ohren ein wenig Schwierigkeiten.

Gegen Mittag macht uns der Fahrer auf einen Flug über die Alpen aufmerksam, in Glentanner würde man dann wieder auf den Bus stoßen. Ich bin sofort Feuer und Flamme und trenne mich von meinen Mitreisenden.
Was für eine Aussicht! Die kleine Cessna fasst acht Personen, ich darf vorn neben dem Piloten sitzen und bin begeistert. Schneeberge, Gletscher, weiße Pracht, der Mt. Cook, mit 3764 m höchster Berg Neuseelands, wird von allen Seiten umflogen, bewundert und natürlich fotografiert. Und darüber blauer, wolkenloser Himmel, einfach phantastisch und grandios. Dieser Flug war jeden Cent der 120 NZ$ wert.

In Queenstown gehen wir zunächst zum Campingplatz, bauen das Zelt auf und kaufen Vorräte für die am nächsten Tag beginnende Wanderung ein. Unser überflüssiges Gepäck können wir auf dem Platz deponieren.
Die Stadt ist wesentlich touristischer als die Orte, die wir vorher besucht haben. Es werden Dampferfahrten mit der "Earnslaw" angeboten, Fallschirmspringen, Jetskifahren, Paragliding, Rafting, in den Reisebüros werden Videos über Bungee-jumping gezeigt, ich hatte bisher nichts davon gehört. Diverse Bars und Restaurants warten auf zahlungskräftige Urlauber.

Queenstown ist Ausgangspunkt verschiedener Treckingtouren, am bekanntesten ist wohl der Milford-Walk, wir entscheiden uns jedoch für die 40 Kilometer lange Routeburn-Strecke.
Mit dem Bus geht es zum Ausgangspunkt, zum Routeburn-Shelter, um 10.3o Uhr nehmen wir die Rucksäcke und beginnen den Marsch.
Wir kalkulieren drei Tage für den Weg, organisierte Wanderungen werden für den Zeitraum von vier Tagen angeboten.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich ständig wiederhole: Die Natur ist einfach umwerfend, die Landschaft unberührt und die Aussicht begeisternd.

An der ersten Station, den Routeburn Falls, sind wir nach relativ kurzer Zeit angekommen. Harms zieht es vor, die erste Nacht hier zu verbringen, Wilfried und ich wandern weiter bis zum Lake Mackenzie und kommen dort erschöpft gegen 18.oo Uhr an.

Etwa 27 Kilometer liegen hinter uns, einige anständige Steigungen galt es zu überwinden. Angefangen auf etwa 500 m bewegen wir uns den meisten Teil zwischen 900 und 1100 m Höhe, den weitesten Blick haben wir in 1280 m Höhe vom Harris Saddle. Der Wind weht kräftig und erschwert das Fortkommen. Aber das atemberaubende Panorama rechtfertigt jede Anstrengung.
Einige Paradiesenten leisten uns Gesellschaft, ansonsten haben wir von der Fauna nicht viel mitbekommen.

In der Hütte ist bereits viel los, alle Betten sind belegt, es werden aber noch Matratzen verteilt, die wir dankend entgegennehmen. Später verleihen wir unsere mitgebrachten Isomatten, die wir nun ja nicht mehr benötigen, weiter. Die Übernachtung kostet 12 NZ$/Person.

Zum Abendbrot gibt es Tee, Brot und Pilzsuppe, den Kochtopf leihen wir uns von einer Japanerin. Es ist ein sehr geselliger Abend und wir haben mit den anderen Gästen, die aus Japan, Schweden, Dänemark, Holland und Deutschland kommen, viel Spaß.

Die Japanerin will am nächsten Tag zum Routeburn-Shelter zurückgehen. Nach unserer Kalkulation müsste Sie dann Harms begegnen. Wir beschreiben ihn kurz und bitten Sie, ihn mit "Hallo Harms" anzusprechen. Bei der Vorstellung, wie Harms dann ungläubig und überrascht gucken wird, amüsieren wir uns köstlich.
Und genauso ist es dann auch gekommen, noch Jahre später erzählen wir diese Geschichte immer wieder gern.

Die nächste Tagesetappe ist nicht ganz so lang, bis zur Howden-Hut am Howden-Lake sind nur 10 Kilometer zurückzulegen, wir schaffen die Strecke gemütlich in 2 ½ Stunden.
Trotz des permanenten Regens ist es ein sehr spannender Weg, wir gehen durch wolkenverhangenen Regenwald und passieren an diversen mehr oder weniger großen Wasserfällen vorbei. Viele Bäume sind unten am Stamm mit Moos bewachsen. Eine ganz eigentümliche Stimmung beschleicht uns. Ab und zu begegnen uns einige Leute, wir unterhalten uns kurz und schon geht es weiter.

In der Howden-Hut treffen wir auf ein deutsches Paar, das jahrelang in Italien gearbeitet hat, sie als Lehrerin, er in der Computerbranche. Beide haben ihren Job an den Nagel gehängt und sind für ein Jahr auf Weltreise. Die Unterkunft kostet wieder 12 neuseeländische Dollar.

An der Decke über dem Ofen hängen etliche Wäscheleinen und auch wir entledigen uns der nassen Kleidung und hoffen, dass sie rechtzeitig trocken wird. Langsam gehen unsere Essvorräte zur Neige, die Trennung von Harms kam ziemlich plötzlich und die Lebensmittel wurden recht nachlässig aufgeteilt. Die Hütte bleibt die ganze Zeit in Wolken verhüllt.
Im Schein der Benzinlampen spielen wir Mau-Mau, Strom gibt es verständlicherweise nicht.

Am Endpunkt der Treckingstrecke, the Devide, warten wir gut zwei Stunden auf Harms und gewinnen den Kampf gegen die Sandfliegen. Das in vielen Reiseführern empfohlene Mittel "Dimp" wirkt tatsächlich. Die Fliegen kommen zwar in die Nähe der unbedeckten Körperstellen, aber weiter auch nicht.
Während des Wartens sehen wir die beiden Amerikanerinnen aus dem Zug wieder. Sie haben sich ein Auto gemietet und machen eine Rundreise über die Südinsel.

Harms hat den Track auch genossen und wir fahren gemeinsam mit dem Bus zurück nach Queenstown. Ein kleiner Stopp wird noch in Te Anau eingelegt.

In Queenstown nehmen wir unser Gepäck wieder in Empfang und haben noch genügend Zeit, die Stadt zu besichtigen. An einem Nachmittag besuche ich das Unterwasseraquarium und schaue mir die Forellen und Hechte an. Mit der Seilbahn fahre ich auf den nahegelegenen Berg, allerdings regnet es etwas und die Sicht ist nicht besonders.
In der nächsten Nacht regnet und stürmt es weiter und wir müssen einige Male die Zeltschnüre nachspannen.

Der Bus zum Milford Sound fährt pünktlich um 7.oo Uhr los, wir erreichen ihn in letzter Sekunde. Nach 20 km ist die Reise zu Ende, ein Gebirgsbach hat die Straße aufgeschwemmt und überspült. Zurück in Queenstown hören wir, dass in einem Flugzeug zum Sound noch zwei Plätze frei sind. Wilfried und ich gehen sofort hin und buchen.

Nachdem jeder die 175 NZ$ (einschließlich Bootsfahrt) bezahlt hat geht es auch schon los.
35 Minuten später sind wir angekommen und besteigen das Schiff.
Es wird eine einmalig schöne Fahrt. Das Wasser leuchtet und glitzert in der Sonne, Delphine begleiten uns eine Weile, an beiden Seiten des Fjordes beeindrucken die Berge und noch mehr die vielen Wasserfälle, so auch die Bowen-Fälle. Der 1695 m hohe Mitre Peak zieht unsere Blicke magisch an, er ist Motiv etlicher Ansichtskarten.
Wir fahren bis zum offenen Meer an die Tasman-See und kehren dann zurück. Auf einem Felsen sonnen sich etliche Robben.

Der Rückflug ist noch interessanter als der Hinflug, fliegen wir doch über tiefe Täler und über die Strecke des Milford-Tracks. Besonders beeindruckend ist der Sutherland-Fall, mit 580 m einer der höchsten Wasserfälle, und der Blick auf den Te Anau Lake.

Auf dem Weg zum Franz-Josef-Gletscher, unserem nächsten Ziel, fahren wir eine geraume Zeit an der Westküste entlang und genießen das Pazifikpanorama. Es werden viele Pausen eingelegt und wir kriegen einen hervorragenden Eindruck von dieser Gegend. Der 27 m hohe Thundercreek-Fall und die Umgebung bei Haast haben mich besonders fasziniert.
Unser Busfahrer betätigt sich auch als Brief- und Zeitungsträger, so beliefert er u. a. einen über 80 Jahre alten Farmer individuell.

Nach neun Stunden Natur und Küste erreichen wir den eher langweiligen Ort Franz-Josef. Eigentlich ist er nur eine Ansammlung von Hotels. Jeder Buskunde wird individuell vor seiner im Bus reservierten Unterkunft abgesetzt, wir steigen im "Westland Motor Inn" ab.

Zu Fuß machen wir uns auf den Weg zum Gletscher und staunen über die gewaltige Schnee- und Eismasse.
Beim Abendessen leistet uns eine amerikanische Jüdin Gesellschaft.

Der Bus erreicht den Ort Greymouth nach etwa 3 ½ Stunden, der Intercity-Zug braucht fünf weitere Stunden bis Christchurch. Auch in der Eisenbahn erhalten wir durchweg Informationen über Sehenswürdigkeiten an der Strecke. Ich habe ein anregendes Gespräch mit zwei Neuseeländerinnen. Einmal kommen wir an einer in Geröllmassen verschütteten Farm vorbei. Manchmal sind Elstern, Magpies, zu sehen.

Im Bahnhof warten schon einige Fahrer von den Hotels, auch der vom "Latimer-Hostel", und wir checken erneut ein. Die nächsten beiden Nächte schlafen wir in einem Vierbettzimmer.

Jetzt haben wir Zeit genug für die Stadt und machen einen ausgedehnten Spaziergang durch den Park am Avon-Fluss entlang, besichtigen die Kathedrale, deren Fliesen Hakenkreuzmotive aufweisen. Bevor die Nationalsozialisten dieses Symbol als ihr Kampfabzeichen monopolisierten, hatte es ja noch andere Bedeutungen, z. B. als Sonnenrad oder kreuzender Blitz.

Der Golfplatz ist leider überfüllt, wir hätten gern ein Spiel ausgetragen, nun müssen wir mit dem Zuschauen vorlieb nehmen.
Auf dem Weg zum Abendessen treffen wir einen Deutschen wieder, der ebenfalls im Frankfurter Flughafen gewartet hatte und im "Steigenberger" untergekommen war.

Am folgenden Tag fliegen wir mit einer Maschine der einheimischen Gesellschaft "Air New Zealand" nach Auckland, es dauert gut eine Stunde. Da es uns im "Cotel" so gut gefallen hatte, möchten wir hier unsere letzten Tage in Neuseeland verbringen. Ein Deutscher, der auch im Hotel wohnt, hat einen Bungee-Sprung gewagt, 70 NZ$ mußte er dafür bezahlen.

Schweren Herzens verlassen wir dieses wunderschöne, abwechslungs- und erlebnisreiche Land mit den freundlichen und liebenswerten Bewohnern, ich bin traurig und melancholisch und kann gar nicht begreifen und verstehen, dass nun alles vorbei sein soll. Wir hatten viel erwartet und die Messlatte sehr hoch gelegt, aber es war noch viel schöner, noch besser, noch interessanter.

Im Flughafen sind 10 NZ$ departure charge fällig.

Auf dem Rückflug bitten wir die Stewardess uns mitzuteilen, wenn wir in Höhe des Äquators sind, sie zeigt aber wenig Interesse. Im Bordkino wird der Film "Big business" gezeigt, der Ton ist sowohl in englisch als auch in französisch zu empfangen. Nach acht Stunden erreichen wir wiederum Honolulu.
Im Flughafen begegnet uns ein Paar, das wir im Kauri-Fichten-Forest bereits gesehen hatten. Sie waren in Neuseeland mit einem Wohnmobil unterwegs.

Auf der Toilette höre ich eine Durchsage oder besser gesagt einen Aufruf nach Mr. Könemann und Mr. Wehrse, ich beeile mich und rase zum Ausgang. Bei der Kartenkontrolle kommt heraus, dass Wilfried gar nicht mit auf der Liste steht, ihn wollte man nach Sydney transportieren, obwohl er eine Bordkarte mit richtigem Ziel in der Hand hat. Verständlicherweise sieht er das nicht ein. Nach einigem hin und her werden uns doch noch drei zusammenhängende Plätze zugewiesen, diesmal in der ersten Klasse. Bis Vancouver genießen wir den um einiges besseren Service der Business-Class.

Reisebericht bewerten (bisher 545 Stimmen)