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Altes und Neues Rathaus

Altes und Neues Rathaus

Häuser am Rynek

Häuser am Rynek

Häuser am Rynek

Häuser am Rynek

Eingang zum Schweidnitzer Keller

Eingang zum Schweidnitzer Keller

immer wieder freut man sich über die Zwerge

immer wieder freut man sich über die Zwerge

Blick auf die Oder mit Dom und Dominsel

Blick auf die Oder mit Dom und Dominsel

Heiße Tage in Südpolen

schwitzend durch Krakau, Zakopane und Breslau

Breslau

Nach knapp dreistündiger bequemer Busfahrt erreichen wir den Bahnhof. Bis zum Hotel ist es nicht sehr weit und nach kurzer Ruhepause beginnen wir mit der Stadterkundung.
Wrocɫaw, so die polnische Bezeichnung der Hauptstadt Niederschlesiens, erstreckt sich beiderseits der Oder. Mit rund 640.000 Einwohnern ist sie viertgrößte Stadt des Landes.
1944 hatte Breslau rund eine Million Einwohner. Im 2. Weltkrieg fanden hier 170.000 Zivilisten den Tod, 70 Prozent aller Häuser wurden zerstört.

Auf der ul. Świdnicka, der Schweidnitzer Straße, nähern wir uns dem Zentrum. Kaufhäuser und Boutiqen aller Art locken mit verführerischen Angeboten. Doch auch die Kultur kommt hier nicht zu kurz. Sobald die Straße verkehrsbereinigt als Fußgängerzone weiterführt, hat man Gelegenheit zum Besuch der Oper oder des Kammertheaters. Beim Betreten des Rynek, des Ringes, der aber eher viereckig als rund ist, fühle ich mich wie erschlagen. Eine Symphonie wunderschön restaurierter barocker Bürgerhäuser reiht sich aneinander. Dazu natürlich der Blickfang des Platzes, das alles dominierende Alte und Neue Rathaus. Im Oktober 1989 war ich das bisher einzige Mal in dieser Stadt. Auch damals beeindruckte mich der Ring, aber ich war längst nicht so fasziniert wie heute.

Das Alte Rathaus wird im Reiseführer als eines der schönsten öffentlichen Gebäude des Mittelalters bezeichnet, dem kann ich mich nur anschließen. Jetzt dient es als Museum. Im Kellergewölbe unter dem Mittelerker findet sich die mit über 700 Jahren älteste Kneipe Europas, der Schweidnitzer Keller. Natürlich statten wir diesem historischen Ort einen Besuch ab, ziehen bei diesem herrlichen Sommerwetter aber einen schattigen Platz an frischer Luft vor.

Das Neue Rathaus wurde 1863 erbaut. Seine neugotischen Formen harmonieren gut mit dem Stil des Alten Rathauses. Dahinter sind die Tuchhallen gelegen, man kann sie allerdings nur von außen besichtigen.

Auf dem Weg zur Elisabethkirche wundern wir uns, wieder einmal, über die kleinen Zwerge am Straßenrand, sie waren uns vorher schon aufgefallen. Später lese ich, dass über 100 dieser niedlichen Gnome über die Stadt verstreut sind und an die Orange Alternative erinnern sollen. Die Elisabethkirche, ein gotischer Backsteinbau mit 90 Meter hohem Turm, wurde für die reichen Breslauer Bürger gebaut und sollte die Kathedrale auf der Dominsel in den Schatten stellen.

Auf der Piaskowy-Brücke überqueren wir die Oder und betreten die Dominsel, die nur aus Kirchen zu bestehen scheint. Der Kreuzkirche und der Johannes-Kathedrale, gut erkennbar an den spitzen Türmen, statten wir einen Besuch ab. Dann wird es aber auch wieder Zeit, sich mit weltlichen Dingen zu befassen. Geläutert und gut gerüstet steuern wir die Markthalle an.
Nachdem wir uns hier den Düften und Genüssen hingegeben haben, suchen wir einen schattigen Platz und spielen ein paar Runden Skat.

Fünf erfüllte Tage liegen hinter uns. Hartmut und Horst sind, so glaube ich, von dieser Städtereise genauso angetan wie ich. Es hätte ein bisschen kühler sein können, wer vermutet in Südpolen schon eine tägliche Temperatur um die 30 Grad. Zufrieden lassen wir uns in die Polster des Taxis fallen, das uns zum Flughafen bringt.


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