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Litauen
Landkarte von StepMap
StepMap Litauen
Bilder
die Nehrung

die Nehrung

Blick auf die Nehrung

Blick auf die Nehrung

Juodkrante

Juodkrante

Juodkrante

Juodkrante

Juodkrante

Juodkrante

Strand bei Juodkrante

Strand bei Juodkrante

Nida

Nida

Nida

Nida

die Parnidder Düne

die Parnidder Düne

die Parnidder Düne

die Parnidder Düne

Thomas-Mann-Haus

Thomas-Mann-Haus

Strand bei Juodkrante

Strand bei Juodkrante

Strand bei Juodkrante

Strand bei Juodkrante

Nida

Nida

Nida

Nida

Parnidder Düne

Parnidder Düne

Parnidder Düne

Parnidder Düne

Parnidder Düne

Parnidder Düne

Kaunas-Klaipeda-Kurische Nehrung

eine Reise durch Litauen

Kurische Nehrung

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen der Kurischen Nehrung. Gefühlte zwei Minuten benötigt die Autofähre, die uns von Klaipėda über das Haff auf die Nehrung bringt. Eine große Hinweistafel am anderen Ufer versorgt uns mit Informationen. Im Reiseführer wird Wilhelm von Humboldt zitiert: "Die Kurische Nehrung ist so merkwürdig, dass man sie gesehen haben muss, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll".

Die Landzunge misst insgesamt 98 km, 52 km befinden sich auf litauischem Gebiet und 46 km in der Kaliningrader Oblast. Eingeschlossen wird die Nehrung im Westen von der Ostsee und an der östlichen Küste vom Kurischen Haff, die breiteste Stelle beträgt knapp vier Kilometer. Der Nationalpark gehört zum UNESCO-Welterbe.

Nachdem wir 50 Litas für Maut, das entspricht rund 14,50 Euro, entrichtet haben, kann die Reise beginnen. Simon erweist sich wieder als sicherer Fahrer, Harms, Heiner und Wilfried sitzen im Fond und überlassen mir als Rekonvaleszenten freundlicherweise den Beifahrerplatz.

Nach einigen Kilometern halten wir an und gehen ans Haff, es herrscht friedliche Samstagsstille, ab und zu fährt ein Auto vorbei. Einige Vogelschwärme fliegen über uns, angeblich befindet sich hier in der Gegend die größte Kormorankolonie des Landes. Auch Elche sind noch auf der Nehrung beheimatet, wir jedoch haben keinen gesehen. Die Sonne meint es gut mit uns so wird dieser Tag als Höhepunkt unserer Litauen-Reise in Erinnerung bleiben.

Kurz darauf ist Juodkrantė (Schwarzort) erreicht. Wir spazieren am Haff entlang und legen dann eine kleine Kartenpause ein. Schöne Holzhäuser, viele restauriert und frisch angestrichen, verleihen diesem Ort einen gewissen Charme. Gemütliche Hotels in malerischen Gebäuden lassen in uns den Gedanken keimen, vielleicht noch einmal hierher zurück zu kehren. Ich kannte Juodkrantė bisher nur vom Durchfahren, denn bei der ersten Reise hatte ich mich nur in Nida aufgehalten. Dass es sich um einen früheren weltbekannten und mondänen Kurort handelt, ist heute nur schwer vorstellbar.

Kurz hinter dem Ortsschild verlassen wir die Hauptstraße und fahren über einen holprigen Waldweg an die Ostsee. Kleine Holztritte erleichtern das Klettern über die Dünen und dann liegt der Strand vor unseren Augen. Zu beiden Seiten kilometerlanger weißer Sand – und das exklusiv für uns, denn es ist so gut wie keine weitere Menschenseele in Sicht. Man hätte jetzt, Ende September, bestimmt noch ins Wasser gehen und baden können, wenn da nicht die roten Warnflaggen gewesen wären.

Häufig begegnen wir Pilzsammlern, ihre Körbe bersten unter der Last der reifen Früchte.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Nida (Nidden), die bekannteste und wohl auch beliebteste Ferienstätte der Nehrung. Wir fahren durch den Ort und halten vor einem kleinen Lokal. Deutsche Gäste sitzen davor an Holztischen und versichern uns, dass es hier den besten Fisch gibt. Wir brauchen nicht lange zu überlegen und nehmen die Empfehlung gern an. Der Zander schmeckt ausgezeichnet und gibt uns die nötige Kraft für die Dünenbesteigung.

Nida ist im Vergleich zu meinem ersten Besuch noch schöner geworden. Die gemütlichen Fischerhäuser mit ihren gepflegten Vorgärten strahlen um die Wette. Geschnitzte Holzfiguren, die gelegentlich auf dem Rasen aufgestellt sind, verleihen dem Ganzen noch einen besonderen Reiz. Hier ist in den letzten Jahren viel investiert worden. Durch einen Kiefernwald nähern wir uns der 52 m hohen Parnidder Düne. Nun sind noch 170 Treppenstufen zu bewältigen und schon ist der Sandberg erklommen. Der Aufstieg ist unbedingt empfehlenswert, das Panorama, das sich einem bietet, phantastisch. Das Haff, die Ostsee und das Kaliningrader Gebiet, alles ist wunderbar zu erkennen. Viele andere Gäste, darunter ein Brautpaar, genießen ebenfalls die wunderbare Aussicht. Es ist schon außergewöhnlich, manchmal hat man den Eindruck, in Südeuropa zu sein.

Nach einer kurzen Pause machen wir uns auf den Heimweg und fahren noch beim Thomas-Mann-Haus, das allerdings geschlossen ist, vorbei. In diesem, auch "Onkel-Tom´s-Hütte" genannten, Anwesen hielt sich der Nobelpreisträger während der Sommermonate der Jahre 1930 bis 1932 auf.

Auf dem Rückweg verlassen wir noch einmal die Hauptstraße und streifen einen kleinen am Haff gelegenen Ort. Meine Sorge, die Fähre nach Klaipėda könnte nach Einbruch der Dunkelheit ihren Dienst schon eingestellt haben, erweist sich als unbegründet, allerdings müssen wir eine knappe Stunde warten, bevor wir das Schiff betreten. Ein satter Vollmond beobachtet das Treiben.

Die restlichen Abendstunden verbringen wir wieder in der Nähe des Rathausplatzes. Unsere Stimmung könnte besser nicht sein, hatte Werder doch gerade den HSV mit 3:2 besiegt. Jetzt noch ein paar Skatrunden im 20. Stock unseres Hotels und ein wunderbarer Tag neigt sich dem Ende zu.

Auch am nächsten Morgen scheint, entgegen der Internet-Wettervorhersage, die Sonne. Da uns das Auto noch den ganzen Tag zur Verfügung steht, entscheiden wir uns für einen Abstecher nach Palanga, denn schließlich ist dieser Ort nur 27 km vom früheren Memel entfernt.

Jetzt sind wir also im größten Ferienort Litauens. Wir parken in der Nähe der Promenade und wandern zum Strand. Auch hier weißer Sand, der sich bis zum Horizont erstreckt. Viele Gäste machen ihren Sonntagsspaziergang, ich fühle mich etwas an Jurmala bei Riga erinnert. Am Ende der Promenade laden feste Bänke zum Verweilen mit Blick auf die Ostsee ein. Restaurants, Imbissbuden und Souvenirläden sind in ausreichender Anzahl vorhanden. Trotz emsigen Spähens gelingt es uns aber nicht, eine Matrjoschka als Mitbringsel zu erwerben. Das Feilbieten dieser Puppe erinnert wohl doch noch zu sehr an die vergangene sowjetische Zeit.

Nach Autobahn steht uns auf der Weiterfahrt nicht der Sinn und so orientieren wir uns auf der Landstraße nach Plungė und halten uns dann südlich. Einmal wollen wir noch einkehren, verlassen die Straße und stoppen vor dem "Aleksandravo". Das wunderbar restaurierte Haus liegt im Wald versteckt an einem kleinen See und wir verbringen einige Stunden in dieser heimeligen Atmosphäre. Hier werden auch Cepelinai angeboten, eine landestypische Speise aus geriebenen Kartoffeln und Hackfleischfüllung. Mir haben sie gut geschmeckt.

Nun dauert es nicht mehr lange bis zur Autobahn.

Es ist schon dunkel, als wir Kaunas erreichen. Das Wetter hat umgeschwenkt und die Scheibenwischer haben Probleme, mit dem Regen fertig zu werden. Leider ist der Flughafen nicht frühzeitig ausgeschildert und so müssen wir einmal an einer Tankstelle nachfragen. Die Verständigung ist nicht besonders, da unser freundlicher Helfer nur ein paar Brocken Englisch spricht. Schließlich erreichen wir doch noch unser Ziel, geben das Auto ab und fahren mit dem Taxi ins Hotel.

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