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in der Wieskirche

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unterwegs bei Schwangau

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Schloss Hohenschwanstein

Schloss Hohenschwanstein

das Märchenschloss

das Märchenschloss

Schönes Deutschland

Orte und Stätten, die ich immer mal (wieder) besuchen wollte

Schwangau

Es regnet immer noch und die Hotelchefin rät mir, doch nach Steingaden zu fahren, denn die Wieskirche kann man auch bei schlechtem Wetter besichtigen. Und so folge ich ihrem Rat und fahre in die 25 Kilometer entfernte Stadt, um mir dieses prächtige Gotteshaus noch einmal anzusehen, denn meine Erinnerung an den Besuch im Frühling 1989 ist doch eher gering. Die Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies, so der richtige Name, befindet sich im Ortsteil Wies im so genannten bayerischen Pfaffenwinkel. Den Bürgermeister der Stadt habe ich auf einer Sri Lanka-Tour kennen gelernt. Die heutige Kirche wurde Mitte des 18. Jahrhunderts im Rokoko-Stil erbaut und die tatsächlichen Kosten waren mehr als 300 Prozent höher als geplant, wer denkt dabei nicht an BER oder Elphi. Ergriffen schaue ich mir den Innenraum an, eine Pracht, wie man sie in deutschen Kirchen nicht vermutet. Fasziniert bin ich vom Altarraum, von der Kanzel, den Kuppelfresken und dem Bild vom gegeißelten Heiland. Auf der Rückfahrt halte ich einige Male an, um das in der Ferne sichtbare Schloss Neuschwanstein zu fotografieren oder um mir den Forggensee und Alpsee anzusehen.

Abends esse ich im Hotel. Doch als der Chef kurz nach 20:00 Uhr die „last order“ verkündet ergreift mich eine kleine Panik, denn in einer halben Stunde beginnt das Relegationsrückspiel, und das kann ich doch nicht allein im Hotelzimmer verfolgen. Er schlägt mir vor, in das Schlossbrauhaus zu wechseln, dort würde das Spiel übertragen. Nach kurzer Nachfrage finde ich auch den richtigen Feldweg und sehe zu meiner großen Überraschung und Freude beide Königsschlösser in der nun wieder scheinenden Abendsonne, ein herrliches Bild. Schade nur, dass ich meinen Fotoapparat nicht dabei habe.

Im Brauhaus erfahre ich, dass hier zwar Sky, nicht aber DAZN verfügbar ist. Ein mitleidiger Bayernfan verfolgt das Spiel auf seinem Tablet mit einem abgekupferten Programm und gibt mir die nötigen Kommentare, ansonsten bin ich auf mein Handy angewiesen. An die Nachspielzeit mag ich gar nicht mehr denken, aber irgendwann wird das Spiel abgepfiffen und wir trinken auf den Verbleib in der Liga ein paar Schnäpse zusammen. Es ist stockdunkel, als ich mich auf den Heimweg mache. Mangels einer Straßenlaterne verpasse ich den richtigen Feldweg und irre bestimmt über 30 Minuten umher, bis, welch ein Glück, ein Taxifahrer anhält und mich zum Hotel bringt.

Gegen acht Uhr stehe ich am Ticketschalter, aber die Warteschlange ist bereits so lang, dass ich mir beide Schlösser nur von außen ansehe. Neuschwanstein hatte ich damals auch innen besichtigt. Eine gute halbe Stunde dauert der Aufstieg, dann gehe ich noch weiter zur Marienbrücke und sehe den Prachtbau im Morgenlicht glänzen. Man meint, er entstammt einer Theaterkulisse. Märchenkönig Ludwig II. von Bayern, der als Achtzehnjähriger den Thron bestieg, ließ das Schloss 1868 auf einem wildromantischen Felsen bauen. Als Vorbild diente die Wartburg. Der fünfstöckige Palast wurde im romanischen Stil errichtet und ist reich verziert mit schlanken Türmen und Söllern. Seine prunkvollen Innenräume sind ausgestattet mit Bildern, die sich auf Darstellungen aus Richard Wagner-Opern beziehen.

Das gelbe Schloss Hohenschwangau liegt auf einem bewaldeten Hügel. Maximilian II., Vater des Märchenkönigs, ist verantwortlich für das im neugotischen Tudorstil einer englischen Burg erstellte Bauwerk.

Nun geht es neuen Zielen, nämlich der Zugspitze, entgegen. Nach einigen Minuten ist Reutte in Tirol/Österreich erreicht. Leider unterstützt mein Navigator auf dem Handy dieses Land nicht und so brauche ich einen zweiten Anlauf, bis ich Hinweise auf Garmisch finde. In Ehrwald tanke ich und freue mich, dass das Benzin hier in Tirol über 20 Cent günstiger als in Bayern ist.

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