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die Lahn

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der Marktplatz

der Marktplatz

das Rathaus

das Rathaus

das Schloss über der Lahn

das Schloss über der Lahn

Schönes Deutschland I

Orte und Stätten, die ich immer mal (wieder) besuchen wollte

Marburg an der Lahn

Am 3. Juli geht es weiter, denn tags zuvor möchte ich unbedingt das Relegationsspiel am Fernseher verfolgen – und ob das unterwegs möglich ist? Doch das Ergebnis hat meine Laune nicht unbedingt verbessert, aber letztendlich sind wir ja mit einem blauen Auge davon gekommen. Im Sauerland höre ich im Radio, dass sich ein Geisterfahrer auf der Autobahn zwischen Arnsberg und Meschede befindet – und hier halte ich mich gerade auf. Kurze Zeit später weist auch ein Polizeiauto auf die drohende Gefahr hin, aber es ist alles gut gegangen. Hinter Meschede verlasse ich die Autobahn und fahre auf kleineren Straßen weiter durch das schöne Sauerland bis Winterberg. Nachdem ich die Eder überquert habe und durch Münchhausen und Göttingen (Gemeinde Lahntal) gefahren bin ist Marburg erreicht. Das Hotel „Marburger Hof“, das ich unterwegs reserviert habe, ist schnell gefunden und ein Stellplatz wird auch angeboten. Im Zimmer bin ich doch relativ überrascht, statt eines Leckerlis eine Tüte Backpulver vorzufinden. Ein Begleitzettel verrät, dass man damit umweltfreundlich den Abfluss reinigen kann und dass es als Deodorant, Fleckenlöser und Haarwaschmittel Verwendung findet. Und auch ein Briefumschlag auf dem Bett überrascht mich, er enthält das Märchen „Sterntaler“, denn die Brüder Grimm haben in Marburg studiert und wurden durch das mittelalterliche Flair der Stadt zu ihren Märchen inspiriert. Was für eine schöne Idee.

Marburg, rund 78.000 Einwohner, zieht mich sofort in seinen Bann. Neben meinem Hotel sehe ich die Elisabethkirche, es soll die früheste rein gotische Hallenkirche auf deutschem Boden sein. Beeindruckt erreiche ich die historische Altstadt mit ihren reizvollen Gassen, romantischen Fachwerkhäusern und verwinkelten Treppen. An einer Mauer wundere ich mich über Tierköpfe und erfahre später, dass hier das Märchen „der Wolf und die sieben Geißlein“ dargestellt wird. Am Marktplatz mit dem schönen Marktbrunnen lege ich eine Pause ein, mit Blick auf das gotische Rathaus aus dem Jahre 1525.

Ein Schild, das ich beim Weitergehen lese, besagt, dass Dr. Martin Luther hier 1529 wohnte. Nun schlendere ich durch den Garten des Gedenkens, hier stand früher die Synagoge, und schaue mir anschließend die Alte Universität und die Universitätskirche an. Insgesamt studieren über 26.000 junge Menschen in Marburg. Einen Moment verweile ich auf der Lahnbrücke. Am Ufer des Flusses freut sich die Außengastronomie über das wunderbare Wetter. Aber auch im Alten botanischen Garten suchen viele Spaziergänger Schatten. Mein Abendessen nehme ich am Rande der Altstadt, in der „Gartenlaube“, ein. Es gibt Marburger Krüstchen, ein Brot, belegt mit Schnitzel und Spiegelei. Nun noch ein Glas Wein an der Hotelbar und ein wunderbarer Tag klingt aus.

Anderntags fahre ich auf den Berg und schaue mir das Landgrafenschloss an, leider nur von außen, denn für eine Innenbesichtigung ist es noch zu früh. Im Reiseführer lese ich, dass hier im Jahre 1529 das „Marburger Religionsgespräch“ zwischen Luther und Zwingli stattgefunden hat. Ein schöner Rosengarten schmückt die Anlage und vor einem Automaten können Fledermaustöne gehört werden. Dann geht es neuen Zielen entgegen. Am Stadtrand halte ich noch einmal an und erfreue mich über einen phantastischen Ausblick auf die Lahn und das auf dem Berg weithin sichtbare Schloss.

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