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Bachhaus

Bachhaus

Lutherhaus

Lutherhaus

Stadtschloss

Stadtschloss

Wartburg

Wartburg

im Restaurant

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Schönes Deutschland II

auf nach Thüringen

Eisenach

Mein „B & S Hotel Am Bachhaus“ ist schnell gefunden und erreicht und liegt, wen wundert es, zentral und nur ein paar Meter vom Bachhaus entfernt. Zum Glück ist auf dem kostenpflichtigen Hotelparkhof noch ein freier Platz vorhanden. Beim Einchecken werde ich noch einmal darauf hingewiesen, dass eine Kulturabgabesteuer in Höhe von 1,50 Euro erhoben werden muss. Im besagten Bachhaus wurde der bedeutende Komponist am 21.03.1685 geboren. Im Inneren können über 250 Exponate und historische Wohnräume besichtigt werden. Leider ist der Eintritt coronabedingt sehr kontrolliert und ich darf mir dieses historische Gebäude nur von außen ansehen.

Eisenach gefällt mir, die Stadt zählt über 40.000 Einwohner und liegt am nordwestlichen Rand des Thüringer Waldes. Ein paar Minuten später, kurz vor dem Marktplatz, stehe ich vor dem historischen Lutherhaus. In diesem wunderschönen und wohl ältesten Fachwerkhaus Thüringens soll Martin Luther den prägendsten Teil seiner Schulzeit verbracht haben. Dann ist der Markt auch schon erreicht. Linkerhand erhebt sich die Georgenkirche, in der Bach getauft wurde und Luther im Jahre 1521 noch predigte, obwohl er schon unter der Reichsacht stand. Der Originaltaufstein aus dem Jahre 1503 ist noch vorhanden.

Im den Platz dominierenden barocken Stadtschloss, früher herzogliche Residenz, befindet sich heute die Tourist-Information und das Thüringer Museum. Daneben sieht man das Rathaus, ein ehemaliges Brothaus, mit Uhr- und Glockenturm. In der Mitte des Marktes trägt ein alter Marktbrunnen den heiligen Georg, den Schutzpatron von Eisenach. Nachdem ich mir noch das in Restauration befindliche Nikolaitor und die Nikolaikirche angesehen habe, wage ich den Aufstieg zur wohl bekanntesten Attraktion der Stadt, nämlich zur Wartburg.

Bei früheren Besuchen war ich immer mit dem Auto auf den Burgparkplatz gefahren und die letzten Meter hochgestiegen, heute brauche ich erheblich länger und bin erst nach 17:00 Uhr auf der Spitze des Wartbergs – das Museum hat bereits geschlossen, ich kann mir die Anlage also nur von außen ansehen. Macht nichts, die Lutherstube, den Ritter- und Speisesaal, die Wandteppiche und Gemälde hatte ich mir bei früheren Besuchen immer angesehen, erstmalig im Februar 1990.
Um Luther vor der Verfolgung nach dem Reichstag in Worms zu schützen, ließ ihn Friedrich der Weise am 4. Mai 1521 auf die Wartburg bringen. 10 Monate blieb er hier unter dem Pseudonym „Junker Jörg“ und übersetzte in dieser Zeit das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche.

Im 12. Jahrhundert soll die berühmte Burg auch Schauplatz des legendären Sängerwettstreits mit Walther von der Vogelweide gewesen sein und Wagner ließ sich hier zu seiner romantischen Oper „Tannhäuser“ inspirieren. Auch war das tausend Jahre alte UNESCO-Welterbe Wohnsitz der Heiligen Elisabeth. Angeblich soll Graf Ludwig „der Springer“ im Jahre 1067 beim Anblick des 400 Meter hohen Felsens folgenden Satz ausgerufen haben:
„Wart´Berg, du sollst mir eine Burg werden“

Der teils sehr steile Abstieg auf einem anderen Weg fällt mir doch leichter. Zum Abendessen gehe ich ins B-A-C-H Restaurant und bestelle Sauerbraten mit Klößen, denn diese Beilage, so rät mir die freundliche Kellnerin, ist ein Muss für die thüringische Küche. Es schmeckt sehr gut und ich verbringe hier einen angenehmen Abend. Der Innenraum ist Musikinstrumenten verziert, so hängen ein paar Geigen und auch Orgelpfeifen an der Wand. Über dem Eingang zeigt ein Bild die Noten des Namens vom Komponisten: B-A-C-H.

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