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Blick auf die Hofburg

Blick auf die Hofburg

Burg in Bratislava

Burg in Bratislava

Dom St. Peter und Paul in Brünn

Dom St. Peter und Paul in Brünn

Wien

2mal Silvester im 3/4-Takt

Wien - das zweite Mal

Jetzt, Ende Dezember 1996, fahre ich allein mit der Eisenbahn nach Wien. Uwe war schon einige Stunden vorher aus Liechtenstein angekommen und wir hatten verabredet, uns in der mir schon bekannten "Pension Nossek" zu treffen. Aber es ist kein Zimmer mehr frei und Uwe hatte mir eine Nachricht hinterlassen und mitgeteilt, dass er im "Hotel Terminus", etwas außerhalb des Zentrums, unterkommen ist.

Es herrscht richtiges Winterwetter, die Straßen und Plätze sind mit einer weißen Schneeschicht überzogen. Wir machen uns auf den Weg, spazieren in die Innenstadt und absolvieren das übliche Pflichtprogramm.

Zunächst orientieren wir uns in Richtung Hofburg. Auf dem Heldenplatz fällt der Turm vom nahen Rathaus ins Auge. Die Kutscher haben ihren Pferden vor den Fiakern eine warme Decke umgehängt. Die prächtigen Bauten der barocken Anlage erheben sich wuchtig aus der Schneelandschaft.

Wien präsentiert sich wieder im schönsten Weihnachts- und Lichterschmuck. Die ersten Silvesterstandln sind schon aufgebaut und bereit für durstige oder hungrige Passanten.

Viele Menschen warten vor dem Stephansdom auf den Anbruch der Dunkelheit, vereinzelt werden Knaller gezündet.
Vor dem Rathaus wurde ein großes Zelt errichtet, darin findet der Silvester- und Neujahrsmarkt statt.

Es ist Silvester. Uwe und ich stärken uns in einem Restaurant und stürzen uns anschließend ins Vergnügen. Es ist furchtbar kalt und wir nutzen jeden Grog- oder Glühweinstand, um uns zu erwärmen, Sekt ist heute, zumindest für uns, nicht angesagt.
Der Pfad führt wieder am Stephansplatz vorbei, ist aber nicht identisch mit dem von 1991/92.
Die Attraktionen haben sich auch etwas geändert oder bereichert, so gibt es eine Astro-Show, eine Operettenübertragung, Karaoke und andere Darbietungen. In dicke Mäntel eingemummt wagen mehrere Personen ein Tänzchen unter freiem Himmel, wir begnügen uns mit dem Zuschauen.
Irgendwann ist es uns aber zu kalt und so steuern wir ein warmes, gemütliches Nachtlokal an und begrüßen das neue Jahr auf gebührende Weise.

Aus Gründen, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte, wollen Uwe und ich weiter nach Bratislava. Es ist gar nicht weit von Wien. Wir nehmen den Zug und sind bereits ein paar Stunden später am Ziel.

Die slowakische Hauptstadt empfängt uns im starken Schneetreiben. Wir steuern auf ein Taxi zu, nennen den Namen eines Hotels und fahren los. Der Fahrer setzt uns auch ordnungsgemäß ab, vergisst aber uns mitzuteilen, dass dieses Haus schon seit Monaten geschlossen ist.
So nehmen wir unser Gepäck und stapfen durch den hohen Schnee. Zum Glück taucht bald darauf der Hinweis auf ein anderes Hotel auf und wir haben für die nächsten Nächte eine Bleibe.

Am kommenden Tag machen wir uns auf Tour und gehen durch die verwinkelten kleinen Gassen, bewundern die gewaltige mehrspurige Donaubrücke und besichtigen die auf einem Hügel liegende Burg.

In der Innenstadt hat sich der weiße Schnee in dreckigen Matsch verwandelt und wir kehren lieber in ein Café ein, als uns nasse Füße zu holen. Später gehen wir noch zum Dom, dicker Schnee hat sich um die Weihnachtsbeleuchtung gelegt.

Das Abendessen nehmen wir in einem typischen Restaurant ein, es schmeckt sehr lecker und permanent werden, wie auch im Film "Feuerwehrball", böhmische Polkas gespielt. Das Essen ist deftig und das Bier mundet. Einige Lokale haben geschlossen, in den anderen geöffneten Gaststätten spielt sich nicht sehr viel ab, so dass wir uns in einem Nachtclub überlegen, weiter nach Brünn (tschech.: Brno) zu fahren.

Gesagt, getan. Wieder nehmen wir den Zug. Uwe kennt Brünn schon, er hat hier einige Zeit als Praktikant gearbeitet. Das Wetter ist auch heute nicht sehr einladend und wir gehen gleich in das altehrwürdige "Grand Hotel" in der Nähe des Bahnhofs.
Leider bekomme ich Fieber und so muss Uwe allein durch die Stadt gehen und das touristische Programm absolvieren. Ich bleibe im Bett.

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