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Vesuv

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Erinnerungsfoto

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in Livorno gehts von Bord

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Dom in Florenz

Dom in Florenz

Ponte Vecchio

Ponte Vecchio

Palazzo Vecchio

Palazzo Vecchio

David

David

wieder daheim

wieder daheim

Mit Freu(n)den um die Welt

Erinnerung an ein fünfmonatiges Sommermärchen

Heimreise

Der Taxifahrer im Hafengebiet drängelt schon und so bleibt mir nicht einmal Zeit für ein Abschiedsfoto. Mit dem Zug fahre ich dann weiter bis Florenz und komme in den Genuss der toskanischen Landschaft und Natur. Schnell ist ein Hotel in Bahnhofsnähe gefunden und erwartungsvoll mache ich mich auf den Weg.
Bei wunderbarem Frühlingswetter sehe ich mir zunächst den Dom von außen an, denn die Schlange der Wartenden ist mir zu lang. Lieber gehe ich zum Piazza della Signoria, dem wohl schönsten Platz der Stadt, gleichzeitig seit Jahrhunderten gesellschaftlicher und politischer Mittelpunkt. Absoluter Blickfang ist der Palazzo Vecchio, in dem der Bürgermeister residiert. Davor steht eine Kopie des David. An den Uffizien vorbei lasse ich mich zum Arno treiben und schaue mir wieder einmal die Ponte Vecchio an, die 1345 aus Stein wieder errichtete älteste Brücke von Florenz. Dann zurück zum Dom und nach einer knappen halben Stunde kann ich endlich das heilige Gebäude betreten.

Am nächsten Morgen gehe ich vor 9.00 Uhr los in der Annahme, die Sehenswürdigkeiten für mich exklusiv zu haben. Aber weit gefehlt, das genaue Gegenteil ist der Fall. Das Museum San Marco ist noch relativ leer, aber danach habe ich es nur noch mit Massen zu tun.

Francesca, eine quirlige Mitarbeiterin an der Rezeption meines Hotels, eigentlich ist sie gebürtige Rumänin und heißt Nadia, empfiehlt mir, die benötigten Eintrittskarten an der Kirche Orsanmichele zu kaufen, dort sei der Andrang nicht so groß. Und diesen Rat gebe ich gern und unbedingt weiter. Man erspart sich kostbare Stunden, die man sonst in langen Reihen wartend zum Kauf der Tickets aufgewendet hätte.

Trotzdem dauert es geraume Zeit, bis ich endlich, immerhin ist es mein dritter Anlauf, die Uffizien betrete. Das Gebäude wurde ursprünglich gebaut, um Ministerien und Ämtern einen adäquaten Platz zu schaffen. Schwerpunktmäßig werden Werke der italienischen Renaissance, aber auch andere Gemälde und Skulpturen von unschätzbarem Wert ausgestellt, ein Saal ist dem Maler Botticelli gewidmet. Leda und der Schwan von Tintoretto, Werke anderer Meister, auch von Michelangelo, können besichtigt werden.

Dann, endlich, betrete ich die Räume der Akademie. Genau wie bei den Uffizien muss hier eine Sicherheitsschleuse passiert werden. Erst sehe ich mir verschiedene Werke, darunter den Raub der Sabinerinnen, an und dann steht er vor mir, David, der Ausdruck der idealen Männerschönheit. Meiner Meinung nach sind seine Hände, da fast ellenlang, zu groß geraten. Aber natürlich bin ich sehr beeindruckt. Weitere Werke von Michelangelo sind hier ausgestellt, darunter die Pietà von Palestrina. In einem Seitenflügel ist ein Musikinstrumente-Museum untergebracht. Eine Stradivari aus dem Jahre 1716 gehört zu den Ausstellungsstücken.

Später, genug von Kultur und des Sehens müde, kämpfe ich mich durch die Reisegruppen, die überall im Wege stehen, und steuere einen freien Platz in einer Bar an. Den habe ich mir aber auch verdient.

Etwas traurig, dass nun der allerletzte Abschnitt des Lebenstraumes beginnt, warte ich im Bahnhof auf die Weiterfahrt. Mailand ist schnell erreicht, einmal schnellt der Tacho auf 297 Stundenkilometer. Der Regionalzug bis Bellinzona lässt sich da schon mehr Zeit, kein Wunder bei der Aussicht. Gelbe Rapsfelder, Orte mit Sehnsucht erzeugenden Namen wie Monza, Como oder Lugano, das blühende Tessin, ich habe zwar mein Buch in der Hand, komme aber angesichts dieser wunderschönen Landschaft gar nicht zum Lesen. Auch die Weiterfahrt nach Basel wird mir immer als interessante Strecke in Erinnerung bleiben. Weißer Schnee auf den Bergen der Alpen funkelt in der Nachmittagssonne, manchmal erreichen wir sogar die Schneegrenze. Auf den grünen Wiesen wagen sich die ersten gelben Blumen hervor und die Obstbäume blühen um die Wette.

Nach einer Nacht in Basel betrete ich am späten Vormittag des nächsten Tages nach fünf unvergesslichen Monaten wieder deutschen Boden. Meine Freunde und Angehörigen bereiten mir einen Empfang, der mir auf ewig unvergesslich bleiben wird. An den ersten Tagen kann ich noch gar nicht wirklich realisieren, dass ich aus dem Traum aufgewacht bin, dass die Reise meines Lebens zu Ende ist und nunmehr der Alltag wieder das Wort hat.

Und damit klappe ich das Buch zu, mein Sommermärchen ist zu Ende.

PS:

Dieser Teil der Weltreise kann unter

https://www.youtube.com/watch?v=FxDbXeYkAlw&t=167s


bei Youtube angesehen werden. Viel Spaß dabei!

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