Bilder
Flugroute

Flugroute

Landeanflug auf Martinique

Landeanflug auf Martinique

Karte

Karte

Fort Fleur d´épée

Fort Fleur d´épée

Blick auf Îlet du Gosier

Blick auf Îlet du Gosier

Strand Saint Anne

Strand Saint Anne

Cane Garden

Cane Garden

Bilderwand

Bilderwand

Bambam

Bambam

Kirche der Unbefleckten Empfängnis

Kirche der Unbefleckten Empfängnis

im Central Forest ...

im Central Forest ...

karibisches Flair

karibisches Flair

Papa Bird

Papa Bird

romantischer Sonnenuntergang

romantischer Sonnenuntergang

Fort-de-France

Fort-de-France

unsere Route

unsere Route

zurück an Bord

zurück an Bord

MSC Virtuosa

MSC Virtuosa

Blick auf die Pitons

Blick auf die Pitons

auf Barbados

auf Barbados

im botanischen Garten

im botanischen Garten

Kathedrale

Kathedrale

Concord Wasserfall

Concord Wasserfall

Schokoladenfabrik

Schokoladenfabrik

ohne Worte

ohne Worte

Karibische Träume

eine Kreuzfahrt durch die Kleinen Antillen

Problematische Anreise

Zwar hebt das Flugzeug in Frankfurt erst am 10. Januar 2026 ab, aber aufgrund der chaotischen Verkehrsverhältnisse, es hat geschneit und viele Züge fallen aus, mache ich mich schon einen Tag vorher auf den Weg, um den Direktzug um 10:00 Uhr zu erreichen – nur, er fällt aus. Auch andere Verbindungen werden nicht bedient, also, so überlege ich, ist es besser, nach Hannover zu fahren, von dort gibt es lt. meiner DB-App reichlich Alternativen. Doch die nächsten drei Züge fallen aus und erst die vierte Möglichkeit kann ich nutzen. Zufrieden sinke ich in den Abteilsessel. Zu meinem Entsetzen endet der Zug in Wunstorf und wir müssen auf die Westfalenbahn warten, nebenan steht ein ICE nach Berlin, dort wärmen wir uns auf und nach geschlagenen vier Stunden setzt er sich in Bewegung, Hannover ist erreicht. Doch dann die nächste Enttäuschung: alle Verbindungen wurden storniert, obwohl lt. meiner App noch Fahrten angeboten werden, nichts geht mehr, wir mögen uns doch ein Hotelvoucher am Infoschalter abholen. Resigniert sage ich mein Hotel in Frankfurt ab. Dann fragt eine Dame, ob jemand mit nach Frankfurt möchte, ich melde mich und nach einer guten halben Stunde sind wir zu viert und erhalten von der Bahn einen Gutschein für eine Taxifahrt - welch ein Glück! Im Taxi reserviere ich wieder mein Hotel und um 23:35 Uhr checke ich ein. Jetzt noch ein paar Drinks in der Hotelbar und am nächsten Morgen geht es mit dem Shuttle zum Flughafen.
 
Der Flug über die Champagne und Bretagne bis Fort de France, 7.320 Kilometer, dauert 9 ½ Stunden, es sind ausschließlich MSC-Gäste an Bord, einige der rund 300 bereits in Shorts und Sandalen, andere schon etwas angetrunken. Um 22:48 Uhr sind wir am Ziel, in Martinique zeigt die Uhr erst 17:48 an.


Ankunft auf Martinique


Es regnet, als wir die MSC Virtuosa betreten. Zwar sind der Transport zum Hafen und das Einchecken gut organisiert, aber es sind einfach zu viele Gäste an Bord, es ist zu voll, jeder steht jedem im Weg und die Lautstärke macht mir Probleme. Gegenüber der Rezeption spielt eine Band und nur mit Mühe kann ich die Dame dahinter verstehen. Beeindruckt bin ich von der Freundlichkeit der Mitarbeitenden, am Fotostand hilft man mir, meine Cruise-Card zu aktivieren, im Bierlokal „Masters of the Sea“ wird meine Uhrzeit auf dem Handy und WLAN aktiviert, ich hatte es vorher gebucht. Die MSC Cruise App hatte ich schon mithilfe von Bettina in Deutschland auf mein Handy geladen. Stressig gestaltet sich das späte Abendessen auf dem Market Place, die Neuankömmlinge der insgesamt 6.000 Reisenden haben schließlich auch Hunger. Dann noch ein paar Getränke in einigen der zahlreichen Bars und ab in meine Deluxe Innenkabine Nr. 9287. Während unser Schiff gemütlich gen Guadeloupe tuckert, schlafe ich den Schlaf der Gerechten.


Guadeloupe


Nach dem Stress am Frühstücksbuffet, keiner kann sich entscheiden, viele bleiben mitten auf dem Gang stehen und blicken auf ihr Handy, treffen wir uns im Theater und werden dann zu den jeweiligen Bussen geleitet. Diesen organisierten Ausflug „Guadeloupe Highlights“ hatte ich schon in Deutschland gebucht. Didier wird uns chauffieren, Yvonne, eine gebürtige Deutsche, uns als Guide begleiten und in deutscher Sprache die Insel erklären. Guadeloupe, ein französisches Überseedepartement, besteht aus mehreren Inseln und gehört zur EU. Die beiden größten, Grande-Terre und Basse-Terre, sind durch eine schmale Meeresenge getrennt und werden wegen ihres Aussehens auch „Schmetterling der Antillen“ genannt. Vom Hafen in Pointe-à-Pitre steuern wir ein wichtiges historisches Denkmal an, das “Fort Fleur d´épée“, heute ein Ort für temporäre Kunstausstellungen, früher eine Festung im Krieg zwischen Frankreich und Großbritannien.

Nun steigen wir wieder in den Bus und fahren nach Le Gosier, hier freuen wir uns über einen herrlichen Ausblick auf die Insel Îlet du Gosier. Yvonne meint, dass der Flugverkehr durch den amerikanischen Angriff auf Venezuela hier etwas beeinträchtigt sei. 300 Fischer leben auf der Insel, eine Fischindustrie ist nicht vorhanden. Die insgesamt 380.000 Einwohner verfügen über 200.000 Autos, Radwege sind auf Guadeloupe unbekannt. Viele Bewohner kamen einst als Sklaven aus Indien auf die Insel Zwei französische Fußballnationalspieler wurden hier geboren: Lilian Thuram und Thomas Lemar. Verkehrsschilder sind zweisprachig, in französischer und kreolischer Sprache, Basse-Terre heißt die Inselhauptstadt. Sieben Rum- und eine Zuckerfabrik verwerten das Zuckerrohr Kühe gibt es nicht, die gesamte Milch muss importiert werden. Nun ist Saint Anne erreicht, das Thermometer ist gegen Mittag auf 30 Grad gestiegen.

Beschwingt ziehe ich meine Sandalen aus und wandere durch den warmen Sand am Strand entlang. Von einer Familie, die es sich im Schatten gemütlich gemacht hat, leihe ich mir etwas Sonnencreme, um nicht gleich zu verbrennen, später werde ich mir eine Tube kaufen, und eine Schirmmütze. Ja, so habe ich mir die Karibik vorgestellt …

Mit einem Besuch des Friedhofs Morne-à-l´Eau, der durch seine schwarz-weißen Schachbrettgräber besticht, beenden wir die heutige interessante Rundfahrt, man hat den Eindruck, in einem Amphitheater zu sein, das älteste Grab soll 1847 angelegt worden sein, als Schmuck sind nur Plastikblumen zugelassen. Die Tour hat sich gelohnt. Zurück in Pointe-à-Pitre gehe ich über den Zentralmarkt und gönne mir dort ein Glas Rum für drei Euro. Über die Eincheckprozedur decke ich den Mantel des Schweigens, einfach grausam. Zurück auf dem Schiff erhalten wir eine Einweisung in die Bordprogramme. Zum Dinner gehe ich ins Restaurant Symphonie, hier wurde mir ein Tisch zugeteilt, den ich mit anderen Deutschen teile. Das Menü können wir mit einem QR-Code lesen, an den Folgetagen reicht uns der freundliche Kellner indischer Herkunft eine Speisekarte. Zwar geht es gesittet zu, aber wegen der gewaltigen Menschenmenge herrscht eine gewisse Grundlautstärke und ich habe Probleme, die Gespräche am Tisch zu verfolgen. Das Essen gefällt mir, zumal auch meistens karibische Spezialitäten angeboten werden. Der Boden ist von einem Teppich mit Noten bedeckt.

Wohlig gesättigt gehe ich ins Theater und lausche dem schönen Gesang von Patricia Berner, danach erlebe ich in der „Galleria Virtuosa“, quasi der Hauptstraße auf dem Schiff, wie sich musikalisch untermalt die Deckenbeleuchtung verwandelt. Nun noch ein paar Momente auf Deck 18 die klare Nachtluft am Pool genießen, auch hier haben die Kellner gut zu tun und dann noch einmal zurück in die Virtuosa Lounge. Hier spielt die brasilianische „Royal Flush Band“ auf, eine tolle Gruppe, wir werden uns an den nächsten Tagen etwas anfreunden. Zufrieden begebe ich mich in meine Kabine.


Tortola

Am nächsten Morgen wache ich in Road Town auf, nun befinden wir uns in der Hauptstadt der Britischen Jungferninsel, auf Tortola, einer der größten Eilande des Archipels. In einem fensterlosen Großtaxi beginnen wir unsere Tour, leider verstehe ich den Guide sehr schlecht. Bezahlt wird mit Dollar und Euro, das britische Pfund wird zu meiner Verwunderung nicht genommen, Künstliche Schneemänner und reichlich Weihnachtsdeko schmücken die Straßen, auch sehe ich einige Schilder, die Fluchtwege bei Tsunami anzeigen. An der Cane Garden Bay legen wir eine Pause ein, leider habe ich meine Badehose vergessen, aber natürlich wate ich durch das warme Wasser und genieße den wunderbaren Strand in der hufeisenförmigen Bucht. Dann wird es Zeit, in den Schatten zu gehen, eine Liege dürfen wir uns nehmen, der Sonnenschirm muss bezahlt werden. Eine Glucke ist mit ihren Kücken unterwegs. Die Rückfahrt gefällt mir, ein tolles Panorama, hohe Berge, atemberaubende Blicke auf das karibische Meer, einmal fahren wir an einer Wand mit schönen Bildern entlang. Diese Wandmalereien in der Ridge Road mit ihren engen gewundenen Kurven skizzieren das Inselleben. Eine Rinderherde stolziert langsam vor uns her. Im Hafen gönne ich mir ein Wrap und einen Rumpunsch.

Zurück auf dem Schiff erkenne ich neben uns die Norwegian Epic, dicke Fische schwimmen im Meer. Dann geht es wieder hinauf, eine Abkühlung im Pool, einige Jungen spielen Fußball in der Halle, Kinder vergnügen sich auf dem großzügigen Spielplatz. Nun noch ein kühles Bier draußen im lauen Abendwind und zum Schluss lausche ich wieder der „Royal Flush Band“, mittlerweile begrüßen wir uns mit Handschlag.


Sint Maarten


Morgens wache ich in Philipsburg auf, der Hauptstadt von Sint Maarten, einer Insel, die im Süden zum Königreich der Niederlande und im Norden unter Saint-Martin zum französischen Überseegebiet gehört. Gut 40.000 Einwohner leben im niederländischen und gut 70.000 im französischen Teil. Bezahlt wird in Euro, Dollar und Karibischen Gulden. Letzterer ist zum Kurs von 1 USD gleich 1,79 XCG fix an den Dollar gebunden.

Als ich die Virtuosa verlasse, bemerke ich ein Schiff hergestellt in der Lürssen-Werft neben uns. Es bläst ein heftiger Wind. Unser Fahrer heißt Rudy, leider hallt die Lautsprecheranlage etwas. Nach 20 Minuten ist die Innenstadt erreicht, ich wundere mich über die vielen Kreisverkehre und Denkmäler von Freedomfightern. Viele Bars, Casinos und Nachtlokale säumen den Weg. Vorbei am Princess Juliana International Airport erreichen wir den Maho Beach. Was ist hier nur los, Menschen über Menschen. Über eine Brücke erreichen wir den französischen Teil und fahren zur Küstenstadt Grand Case und zur Hauptstadt Marigot. Hier besuche ich den Markt und stelle fest, dass der Weihnachtsschmuck auch hier noch gegenwärtig ist. Der achtlos weggeworfene Müll stört mich etwas, dafür erfreuen mich ein paar Leguane. Rudy mag seine Insel, er preist alle Sehenswerte mit „very beautiful“. Im „Wai Plage“ am Orient Beach probiere ich Bambam, ein Getränke bestehend aus Rum, Limone, Zucker und Passionsfrucht, hier zeigen sich tatsächlich zwei Damen oben ohne.

Man hätte auch mit einer Zipline die Bergwelt erleben können. Lt. Rudy befinden wir uns nun auf der reichsten Insel der Kleinen Antillen, wo sich nur die Mittelklasse und Upper class aufhält. Zurück auf dem Schiff geht es erst mal in den Pool, dann gönne ich mir zum Abendessen leckeren Octopus. An einem Abend hätten wir gegen Aufpreis im Restaurant Lobster, an einem anderen Tag ein T-Bone-Steak bestellen können. Auf der Galerie findet gerade ein Tanzkurs statt, später werden die Feiernden mit einer Konfettimaschine berieselt.


St. Kitts

Als ich am nächsten Morgen nach dem Frühstück meine Kabine betrete wundere ich mich: auf dem Tisch steht eine Flasche Chardonnay mit zwei Gläsern und niemand weiß warum, dennoch habe ich den Wein mit Genuss verzehrt. Unser Schiff liegt im Hafen von Basseterre, der Hauptstadt. St. Kitts (offiziell Saint Christopher) ist eine tropische Insel in der Karibik und bildet zusammen mit Nevis den unabhängigen Inselstaat St. Kitts und Nevis. Die Insel mit ihren gut 38.000 Einwohnern ist bekannt für ihre vulkanische Landschaft, hier wird mit East Caribbean Dollar (XCD) bezahlt. Er ist ebenfalls fest an den US-Dollar gebunden, 1 USD gleich 2,7 XCD.

Auch heute ist es sehr windig, einmal fliegt sogar meine Mütze weg. Im Zentrum von Basseterre, am Platz der Unabhängigkeit, schaue ich mir die „Kirche der Unbefleckten Empfängnis“ an, später noch den Uhrenturm, eines der Wahrzeichen der Stadt. Für 25 USD buche ich eine kleine Inseltour. Während ich auf die Abfahrt warte, beobachte ich einen älteren Masseur, vornehm mit Fliege ausstaffiert, und ein paar junge Leute, die kleine Affen für ein Foto feilbieten. Zahlreiche Schmuckläden und Parfümerien warten auf Kundschaft, eine wirbt mit „You are never fully dressed without perfum“. Da ich nur eine Kreditkarte dabei habe, darf ich das WC umsonst nutzen und kann einen Dollar sparen.

Mit 15minütiger Verspätung beginnt unsere Tour, außer mir sind zwei weitere Deutsche einige Italiener und Rumänen im Bus. Wir sehen ein Denkmal, das an die Schlacht zwischen den Engländern und Franzosen erinnert, kommen an einer Carib-Bier-Brauerei vorbei, sehen weiße egrets, also Silberreiher, viele Unis, mehrere Esel und einen Bloody Point, wo genannte Schlacht stattfand. Am Central Forest Reserve National Park legen wir eine Pause ein, schauen uns ein altes Aquädukt und eine Wassermühle an und fahren dann zum Timothy Hill. Hier ist wunderbar zu erkennen, wie sich das karibische Meer und der Atlantik vereinen. Nun noch eine Pause an der wunderschönen Frigate Bay und nach gut drei Stunden ist die Rundfahrt beendet.

Beim Abendessen reibe ich verwundert meine Augen, die meisten Gäste sind ganz in weiß gewandet, später haben die Fotografen Hochkonjunktur. Ich schlendere gemütlich durch das Schiff und bin doch angetan von den Angeboten. Diverse Bars laden ein, einige kenne ich schon, Spezialitätenrestaurants, die Fleisch, Tacos oder Sushi anbieten, etliche Massagemöglichkeiten im Spabereich, Sport in allen Variationen, selbst ein Mitternachtsimbiss ist am frühen Morgen im „Market Place“ noch möglich.


Antigua

Heute wache ich im Hafen von Saint John´s auf, der Hauptstadt von Antigua und Barbuda, Antigua, die Alte, ist Hauptinsel des Staates, der rund 84.000 Einwohner zählt, einer ethnischen Mischung aus Nachfahren afrikanischer Sklaven, ausgerotteten Ureinwohnern und spanischen Eroberern. Zu den ebenfalls „Inseln über dem Winde“ gehörend, verfügt das Land bei einer Küstenlinie von nur 87 Kilometern über 365 feinsandige Strände, zahlreiche Kaps und Naturhäfen.

Heute bleibe ich im Hafen, eine Rundfahrt hätte aber nur 25 USD gekostet. Es herrscht Linksverkehr. Beim Verlassen der Virtuosa erkenne ich, dass drei dicke Kreuzfahrtschiffe ebenfalls im Hafen dümpeln. Im Ort werden wir vom „Father of the Nation“ begrüßt, ein großes Denkmal zeigt Sir Vere Cornwall Bird Sr. Papa Bird, wie er auch genannt wurde, war früher in der Gewerkschaft tätig und organisierte einen Streik, der dazu führte, dass 1951 kein Zuckerrohr geerntet wurde. Später wurde er noch Premierminister.

Im Zentrum staune ich wieder über die zahlreichen Schmuck- und Goldläden, nachdem sich in der Cheers Bar niemand um mich kümmert, wechsele ich in den Rumrunners und gönne mir ein kühles Bier. Danach gehe ich aufs Schiff, esse zu Mittag, sonne mich auf einer Liege und nehme ab und zu ein erfischendes Bad. Abends ist elegante Kleidung angesagt, der Kapitän begrüßt uns und wer möchte, kann sich mit ihm fotografieren lassen. Auf Kosten des Hauses wird ein Cocktail spendiert, den ich natürlich nicht ablehne. Den Rest des Abends halte ich mich in der Galerie auf und lausche wieder den Klängen der Brasilianer.

Den nächsten Tag verbringen wir auf See, ich schlafe lange und erhalte, warum auch immer, einen Teller mit Süßigkeiten. Manchmal habe ich den Eindruck, das Schiff fährt gar nicht. Im Sani-Bereich erhalte ich Tabletten, leider hatte ich den Nachschub vergessen, gegen einen gehörigen Preis. Ansonsten liege ich am Pool und bade hin und wieder. Mein Fotoapparat ist, so meine ich, etwas verstellt, aber freundliche Mitarbeiter in der Fotoabteilung sind mir kompetent behilflich. Heute erleben wir einen wunderschönen romantischen Sonnenuntergang. Marvik, den ich aus dem „Master of the Seas“ kenne und der mich seit dem zweiten Tag mit Mr. Horst anspricht, arbeitet heute unten in der Galerie und bietet mir an, selbstverständlich ein gezapftes Bier von oben zu holen, was ich gern akzeptiere.


Martinique


Jetzt sind wir wieder in Fort-de-France, am Ausgangspunkt unserer Reise, angekommen. Einige Gäste verlassen uns, andere betreten neugierig das Schiff. Martinique, ein französisches Überseedépartement, zählt etwa 350.000 Einwohner, Hauptstadt ist Fort-de-France. Den heutigen Schnorchelausflug hatte ich gestern bei GetyourGuide gebucht. Zunächst habe ich Probleme, den Treffpunkt an der Anse Mitan zu finden, irgendwann ist aber auch dieses Problem behoben und wir stechen rasant in See. Am Black Beach verlasse ich das Boot und schnorchele ein wenig, leider verletze ich mich beim Besteigen des Schiffes und kann mir die Schildkröten dann nur von Bord aus ansehen, schade.
Wir testen anschließend ein paar Rumsorten, manchmal setzt kurzer Regen ein, und fahren dann zurück. Die freundliche Begleiterin bringt mich dann mit ihrem PKW zum Schiff. Im Sanitätsbereich hätte ich mir mehr Aufmerksamkeit gewünscht, der Mitarbeiter sieht sich die Wunde nicht mal an und gibt mir lediglich etwas Verbandsmaterial.



Guadeloupe

Heute ist Sonntag, alle Läden in Pointe-à-Pitre haben geschlossen, gerne wäre ich in eine Apotheke gegangen und hätte mir vernünftiges Pflaster gekauft. Mein Handy macht mir etwas Sorgen, es hat Probleme mit dem Aufladen, soll es gestern beim Schnorcheln passiert sein? Ich hatte es im Wasser dabei, allerdings in Schutzhülle. An einem Kiosk erwerbe ich eine Ansichtskarte und die freundliche Verkäuferin versichert mir, dass sie sich morgen um eine Briefmarke kümmern und die Karte dann abschicken wird – und so ist es dann auch passiert.

Irgendwie habe ich schlechte Laune, nie hätte ich gedacht, dass ich mal so abhängig vom Handy sein würde, aber immerhin ist hier meine MSC-App installiert und Visa-Überweisungen kann ich auch nur damit realisieren. Meine Laune ändert sich auch nicht, als um 15 Uhr am Pool laute Musik einsetzt und verschiedene Spiele lauthals begleitet werden und danach ein Cha-Cha-Tanzkurs beginnt. Am Atm-Automaten frische ich mein Taschengeld auf, maximaler Betrag ist allerdings nur 100,- Euro.

Abends wieder der gleiche Ablauf, oben am Pool genieße ich einen Mojito, später in einer anderen Bar einen Caipivodka, statt Cachaça, brasilianischem Zuckerrohrschnaps, wird er, anders als beim Caipirinha, mit Wodka angerührt. Hier leisten mir Tony und Ayleen, zwei Damen aus Quebec, Gesellschaft.


St. Lucia


Im Hafen von Castries, der Hauptstadt von St. Lucia, das übliche Treiben, Frauen und Männer mit Prospekten in der Hand. Für 50,- Euro buche ich eine Tour zu den Pitons und kann sogar mit Karte zahlen. Vier Belgier sind ebenfalls dabei. Die Fahrt gefällt mir ausgezeichnet, unser Fahrer ist sehr naturkundig und erklärt uns fortwährend die heimische Vegetation. So sehen wir u. a. Cashew-und Mangobäume, Bambus und Zuckerrohr. Auf Serpentinen in schlechtem Zustand geht es vorwärts. Eine kleine Pause legen wir an einem Punkt mit Blick auf Marigot Bay ein. Hier wird auf der linken Seite gefahren. Das knapp 3.000 Hektar große Pitons Schutzgebiet liegt im Süden der Insel, nahe der Stadt Soufrière. Nach kurzer Zeit haben wir die beiden erkalteten Vulkane Gros Piton (770 Meter) und Petit Piton (743 Meter) im Blickfeld, sie sind durch einen Kamm miteinander verbunden.

Interessant ist die Wanderung durch den Sulphur Springs Park, ein aktives Geothermalfeld mit sprudelnden Schwefeldämpfen, die 170 Grad heiß werden können, und kochenden Schlammlöchern. Auf der Rückfahrt machen wir noch Halt im Ort Marigot, der mir aber von oben aus der Ferne besehen, besser gefallen hat. Erstaunlicherweise wird im Wagen kein Wort gesprochen, jeder hängt seinen Gedanken nach. Zu allem Überfluss hat nun auch mein Handy seinen Geist aufgegeben, der Akku ist leer und nichts geht mehr. Missmutig suche ich meinen Platz im Restaurant.




Barbados


Nach dem Frühstück verlasse ich das Schiff sofort und frage bei der Touristeninformation in Bridgetown nach einem Fachgeschäft für Handys – und das Glück ist mir hold. Im GadgetsBim wird mein Telefon für knapp 40 Euro fachmännisch repariert. Nun habe ich Zeit für die Hauptstadt, die mir sehr hektisch vorkommt und wo die Bürgersteige stark verbesserungswürdig sind. Das alte Rathaus ist mein erstes Ziel, ein historisches Gebäude aus Korallenstein. Früher Sitz der Barbados-Versammlung, Gefängnis und Bürgermeisteramt, beherbergt es heute Büros.

Nun ist es nicht mehr weit bis zur St. Mary´s-Kirche, ein 1827 geweihtes historisches Gotteshaus im Zentrum der Stadt. Später buche ich eine Tour auf Grenada und bade im Pool. Marvik zeigt mir Bilder von seiner Frau und Tochter und freut sich, dass er sie im Oktober wieder in die Arme schließen kann. Nach Mitternacht wird nur noch Bier ausgeschenkt. Auf dieser Insel wird mit Barbados Dollar bezahlt, 1 BBD gleich 0,42 Euro.


St. Vincent

Das Land St. Vincent und die Grenadinen, eine von Vulkanen geprägte Landschaft, besteht aus der Hauptinsel St. Vincent und einer Reihe kleinerer Inseln, rund 100.000 Menschen leben auf dem Archipel, auch hier wird mit dem Ostkaribischen Dollar gezahlt. Im Hafen der Hauptstadt Kingstown buche ich für 20 USD eine Fahrt in den Botanischen Garten. Er wurde 1765 gegründet und gilt als einer der ältesten in der westlichen Hemisphäre. Der tropische Garten besticht durch eine beeindruckende Pflanzenvielfalt.

Auf dem Rückweg schaue ich mir noch die römisch-katholische Kathedrale und die anglikanische St. George-Kirche an. Dann noch am Parlamentsgebäude und an einer Schule für Lernschwächere vorbei, ein schneller Ginger Ale im Hafen und wieder hinauf auf die „Virtuosa“, glücklicherweise checken nur rund 20 weitere Reisende zusammen mit mir ein.

Heute erleben wir einen romantischen Sonnenuntergang. Abends zeigt sich der Kapitän wieder, danach werden Kopfhörer verteilt und es herrscht andächtige Stille auf der Tanzfläche. Später gönne ich mir noch einen Mojito und genieße den Rest des Abends mit Klängen meiner Lieblingsband.

Am Donnerstag heißt es wieder „Erholung auf See“. Ich schlafe recht lange und ärgere mich beim Frühstück wieder über das Gewusel, das Gedränge am Buffet, das „Nichtentscheidenkönnen“ und das permanente „im Wege stehen“ mit dem Handy in der Hand. Nachmittags liege ich am Pool, lese etwas und bade gelegentlich. Abends ist wieder weiße Garderobe angesagt und die Fotografen machen ein gutes Geschäft. Um 22:30 Uhr gehe ich ins Theater und sehe mir eine Zaubershow unter dem Titel „James Long & Maddy“ an.


Grenada


Grenada, 1498 von Kolumbus entdeckt, ist die Hauptinsel des Staates, Saint George ihre Hauptstadt. Die Bewohner, über 120.000, sind größtenteils Nachfahren afrikanischer Sklaven, die meisten katholisch, rund 22 Prozent anglikanisch. Da es sich um eine parlamentarische Monarchie handelt ist König Charles III. ihr Staatsoberhaupt. 1974 wurde Grenada von England unabhängig. Amtliche Währung ist auch hier der Ostkaribische Dollar.

Heute nehme ich wieder an einer auf dem Schiff unter dem Titel „Schokolade und Wasserfälle“ gebuchten Tour teil. Nick, unser Fahrer, ist ein Spaßvogel. In Saint George fahren wir am Fischmarkt vorbei, sehen viele Schulen und Kirchen und in einiger Entfernung Ansätze vom Unterwasserskulpturenpark. Nick meint, dass hier viel recycelt wird, dass der Schul- und Unibesuch, ebenfalls die Gesundheitsversorgung nichts kostet und dass Kricket und Soccer/Fußball sehr populär ist. Er zeigt uns viele Bäume, so z. B. Cashew, Muskat, Papaya, Mango, Kakao, Zimt, Hibiskus und Ananas. Nationalblume ist die hübsche Bougainville. 45 Strände soll es auf der Insel geben, auch einige mit schwarzem Sand, Kinder ziehen ihre Schuluniform an.

Dann ist der Concord Wasserfall erreicht, am Parkplatz kann ein Affe in einem Verschlag angeschaut werden. Nun steigen wir ein paar Treppen hinauf, um einen guten Blick zu haben, schließlich beträgt die Fallhöhe etwa 20 Meter. Ein mutiger junger Mann stürzt mit einem Kopfsprung herunter und bittet danach um eine kleine Spende. Schade, dass unsere Mitreisenden aus dem europäischen Ausland so undiszipliniert sind, immer wieder kommen sie zu spät zum Bus und nehmen es als selbstverständlich, dass wir auf sie warten.

Das Autofahren ist hier keine Freude, Schlaglöcher, Bodendellen und Falschparker verhindern ein flottes Weiterkommen. Endlich ist die Diamond Chocolate Factory in Victoria erreicht. Zunächst geht Nick mit uns in den Garten und erklärt uns die Vegetation, insbesondere die für die Produktion wichtigen Kakaobäume. Dann geht es hinein in die „Jouvay“ Bio Schokoladenproduktion, die sich in einer umgebauten Rumbrennerei befindet. Wir sehen uns die einzelnen Maschinen an, darunter eine wuchtige Bohnensortieranlage und dürfen dann die nach Kakaogehalt sortierte Schokolade probieren.

Zurück auf dem Schiff wieder endlos langes Warten vor den Fahrstühlen, nun noch ein Bad im Whirlpool und, da es schon etwas später ist, zum Abendbrotbuffet im Market Place. Und jetzt wird mir das Herz doch etwas schwer, denn es heißt Abschied nehmen.

Am nächsten Tag regnet es, als wir unsere Koffer zum Bus tragen, es herrscht eine gereizte Stimmung. Im Flughafen von Fort-de-France wundere ich mich, dass tatsächlich sieben Flüge nach Paris vorgesehen sind. Den Zug bis Bremen erreiche ich rechtzeitig, leider müssen wir wegen eines medizinischen Notfalls eine kleine Pause einlegen und hinter Osnabrück fängt es an zu schneien.

Werde ich eine solche Reise wiederholen? Ich glaube nicht, auf keinen Fall auf einem Schiff dieser Größe. Selten habe ich so anonym Urlaub gemacht, vielleicht lag es auch an mir. Die Ausflüge und das Leben an Bord habe ich sehr genossen und meinen Pass musste ich nach dem Einchecken auf der MSC Virtuosa nicht ein einziges Mal vorzeigen, die Cruise Card genügte – und dabei hatte ich mir im Vorfeld so viele Gedanken über die verschiedenen Einreisedokumente gemacht. Bestimmte Inseln hätte ich gerne länger besucht und intensiver kennen gelernt. Das Personal an Bord kann ich nur loben, alle waren bemüht, kompetent und sehr freundlich. Aber diese Erfahrung möchte ich nicht missen …

Land Sprache Ewo Währung Verkehr

F-Martinique französisch 350.000 Euro rechts

F-Guadeloupe französich 380.000 Euro rechts

GB-Jungferninsel englisch 39.000 USD links

NL-Sint Maarten niederl./engl. 43.000 XCG rechts
F-Saint Martin frz./engl. 31.000 Euro rechts

St. Kitts englisch 38.000 XCD links

Antigua englisch 84.000 XCD links

St. Lucia englisch 180.000 XCD links

Barbados englisch 280.000 BBD links

St. Vincent englisch 100.000 XCD links

Grenada englisch 117.000 XCD links

Reisebericht bewerten (bisher 0 Stimmen)