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Einleitung

... ich höre nachts die Lokomotiven pfeifen, sehnsüchtig schreit die Ferne,
und ich drehe mich im Bett herum und denke: "Reisen..."
(Kurt Tucholski)

Jeder, der schon einmal von dem Virus "Fernweh" befallen war, kann, so glaube ich, diese Sätze verstehen und nachempfinden.

Das Reisen ist für mich, neben dem Musizieren, seit vielen Jahren ein großes Hobby, egal ob innerhalb Deutschlands oder in die Welt hinaus.

Es ist völlig unerheblich, ob ich mit Freund(inn)en verreise oder alleine unterwegs bin. Klar, zu zweit ist es einfacher und sicherer, man braucht sich nicht um alles zu kümmern, kann sich bereden und austauschen, gemeinsam planen, es ist immer einer da, der auf das Gepäck aufpasst. Zu zweit ist es auch, und das ist kein unerheblicher Punkt, preiswerter, kann man sich doch im Hotel, bei der Autovermietung oder bei sonstigen Dienstleistungen den Preis teilen.

Als Alleinreisender ist man meines Erachtens jedoch eher geneigt, Kontakt zu anderen, zu fremden Personen aufzunehmen, egal ob unterwegs im Bus, in der Unterkunft oder im Lokal. Man muss sich "durchschlagen" und auf andere Menschen zugehen und genau das ergibt die Würze und den Kick.

Warum nun Reiseberichte für das Internet erstellen?

Der Gedanke kam meinem Freund Wilfried auf dem Weg nach Almaty/Kasachstan. Es gab nur wenig Reiseliteratur über unser Vorhaben, ein Stück die Seidenstraße zu bereisen. Aktuelle Informationen waren rar.

Warum soll ein Fehler zweimal gemacht werden, so dachten wir, und schon war die Sache beschlossen.

Meine Aufsätze sollen in erster Linie eigene Erlebnisse und Erfahrungen widerspiegeln und erheben keinen Anspruch darauf, ausführliche Reiseführer zu sein.

Es handelt sich dabei nicht um spektakuläre Reportagen, ich bin weder in Bergnot geraten, noch wurde ich beim Tauchen angegriffen. Trinkwasserprobleme in der Wüste hat es nicht gegeben, ebensowenig Abenteuer auf hoher, rauher See oder gefährliche Hundeschlittenrennen im unendlichen Schnee. Mir sind keine Pferde durchgebrannt und ich wurde auch nicht von wilden Tieren angegriffen.

Auf den folgenden Seiten schildere ich nur Eindrücke von individuellen Fahrten, manchmal vermengt mit einer Prise Abenteuer und hin und wieder auch mit etwas Herzklopfen.

Die Berichte von den Reisen, die vor dem Jahre 2001 stattfanden, wie z. B. "Patagonien und Feuerland", habe ich anhand von Tagebuchaufzeichnungen Jahre später geschrieben, vielleicht geben sie dem einen oder anderen ja noch einen kleinen Hinweis. Alle weiteren Aufsätze wurden kurz nach Beendigung der jeweiligen Reise erstellt.

So, und nun viel Spaß beim Lesen und, sollte der Virus wieder aktiv werden, gleich ab ins nächste Reisebüro!

Horst Wehrse