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hier sollen wir schlafen?

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in Talkeetna

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am Horseshoe Lake

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neugieriger Ziesel

neugieriger Ziesel

Mount Denali

Mount Denali

Karibu

Karibu

auch Elche gibt es im Denali NP

auch Elche gibt es im Denali NP

Bären natürlich auch

Bären natürlich auch

Sylvie träumt vom Winter

Sylvie träumt vom Winter

Abenteuer Alaska

wo Fische Bären in den Schlund springen

Fahrt zum Denali Nationalpark

Mit dem Taxi fahren wir am nächsten Morgen zum Flughafen, checken ein und frühstücken in einem benachbarten Restaurant. Kinder tragen Tafeln mit Werbung für Autowäsche. Permanent starten und landen Wasserflugzeuge. In Anchorage nehmen wir unser Mietauto, einen Chevrolet Cruze, in Empfang und fahren nordwärts. Auf dem Nummernschild steht außer dem Kennzeichen auch „Alaska the last frontier“. Unterwegs kaufen wir ein, vornehmlich versorgen wir uns bei „Fred Meier“ oder „Safeway“. Heute erwerbe ich im Liquorshop von „Fred Meier“ ein paar Flaschen Wein und muss, man mag es nicht glauben, meinen Ausweis vorzeigen. So jung sehe ich doch nun wirklich nicht mehr aus …

Bei Talkeetna haben wir ein Zimmer reserviert, nicht wissend, dass das „Falkennest“ im Nirgendwo liegt, dort wo sich Hase und Fuchs, in diesem falle Elch und Bär, gute Nacht sagen. Nur leider sehen wir keines dieser Tiere, obwohl unser Herbergsvater meint, dass allmorgendlich ein Elch hinter dem Haus erscheint. Dafür haben wir hier gutes Wlan und eine Badewanne mit Whirlpool. Eine Familie aus Kolumbien hat sich hier ebenfalls niedergelassen.

Anderntags fahren wir in den Ort Talkeetna, laut eigener Werbung „Base Camp for Adventure“, hinein und spazieren eine Weile umher. Dann geht es weiter in Richtung Denali und wir beziehen ein Zimmer im „Grizzly Bear Resort“, direkt am Highway, aber mit Blick auf den Nenana-Fluss und nur neun Kilometer vom Eingang des Nationalparks entfernt. Dort suchen wir schon einmal das Besucherzentrum auf, holen unsere vor vielen Wochen in Deutschland reservierten Eintrittskarten ab und wandern bis zum Horseshoe Lake, ein angenehmer Spaziergang an der frischen Luft. Auf dem Rückweg begegnen uns die Kolumbianer, wie klein die Welt doch ist. Sie haben die Parkbesichtigung schon hinter und den langen Rückweg zum „Falkennest“ noch vor sich. Wir hatten ursprünglich auch ein anderes Hotel reserviert, viele Kilometer entfernt vom Parkeingang. Gut, dass Bettina dann die Idee hatte, ein anderes Haus, näher zum Park hin, zu suchen. Andernfalls hätten wir mitten in der Nacht aufbrechen müssen. Erstaunlicherweise hat unser Resort noch reichlich freie Zimmer im Angebot, dafür kein kostenfreies Wlan. Aber das stört uns nicht, auf der anderen Straßenseite stehen verschiedene Lokale und ein Tourismuszentrum zur Verfügung, hier können wir ohne Bezahlung surfen. Wir speisen im „Gold Rush“ und wundern uns, dass auf der Menükarte nicht nur die Preise, sondern auch die Kalorien aufgeführt sind. Unser Zimmer verfügt über eine kleine Terrasse mit Blick auf den Fluss. Trotz emsigen Spähens kommt uns aber keines der gewünschten Tiere ins Visier.


Im Denali Nationalpark

Unbarmherzig klingelt der Wecker um 4:00 Uhr, aber es nutzt nichts, wir müssen hoch. Auf dem Weg zum Parkeingang geben uns noch eine Elchkuh mit Kind und später ein anderer Elch die Ehre. Mit dem Shuttlebus geht es dann in den Park hinein, alle Gäste schauen gespannt aus dem Fenster und unser Fahrer informiert uns mit rauer bzw. heiserer Reibeisen- (oder Whisky)-Stimme über das Gesehene. Es sind ausreichend Stopps auf dem Weg, einmal denke ich, wir halten an einer kleinen Bungalow-Siedlung, aber es handelt sich lediglich, oder zum Glück, um Toilettenhäuschen. Man kann den Bus an allen Haltestellen verlassen, spazieren gehen oder wandern und mit einem der nächsten weiter- oder zurückfahren. Wir entscheiden uns, bis zum Wendepunkt im Bus zu bleiben, immerhin sind es bis zum Wonderlake lange 85 Meilen bzw. über 135 Kilometer.

Wir fahren durch eine herrliche Natur, den Blick immer gebannt aus dem Fenster, und nach einiger Zeit werden wir auch belohnt, erst sehen wir eine Eule und danach einen einsamen Elch auf der Bergkuppe. Später folgen ein paar Karibus. Aber auch ein Bär gibt uns die Ehre und wird aus sicherer Entfernung interessiert beobachtet. Die Fotoapparate klicken und jeder im Bus freut sich über dieses Erlebnis. Und immer wieder kommen ein paar Karibus ins Bild. Am Eielson Visitor Center verlassen einige Mitreisende den Bus, wir haben hier eine längere Pause und dürfen, welch ein Glück, den Mount Denali in voller Größe bewundern. Der mit 6.194 Metern höchste Berg Nordamerikas zeigt sich uns majestätisch in seiner ganzen Pracht. Dieses Schauspiel ist längst nicht allen Reisenden vorbehalten, denn meistens ist der Mount McKinley, so hieß er früher, von dicken Wolken verhüllt. Ein paar drollige Ziesel laufen umher und spähen, auf den Hinterbeinen stehend, neugierig durch das Gras.

Am Wonderlake essen wir eine Kleinigkeit und fahren dann zurück zum gerade erwähnten Besucherzentrum – der Mount Denali hat sich hinter den Wolken versteckt. Wir machen eine kleine Wanderung, steigen dann in den nächsten Bus und fahren heim, einmal noch rückt ein Grizzly ins Blickfeld, später ein paar Elche und Karibus. Dann ist Schluss, immerhin waren wir über 12 Stunden unterwegs und haben viel gesehen und erlebt. Wir hatten gedacht, dass wir unterwegs auf noch mehr Bären treffen würden, sind aber trotzdem sehr zufrieden.

Der Nationalpark wurde 1917 als Mount McKinley National Park gegründet und zum Ende seiner Amtszeit sorgte der frühere Präsident Bill Clinton dafür, dass der Denali National Park and Preserve, so die heutige und offizielle Bezeichnung, die jetzige Größe erhielt und mit über 24.000 Quadratkilometern größer als Hessen ist. 400.000 Menschen besuchen ihn jährlich, wegen der einzigartigen Tierwelt, aber auch wegen der Fauna, denn die mit Wildblumen übersäte Tundra ist ein Erlebnis für sich. Im Park leben etwa 2.000 Elche, 3.000 Karibus und fast 300 Grizzlys, außerdem u.a. Bergschafe, Füchse und Wölfe, die wir aber nicht gesehen haben. Auch ein Blick auf die scheuen Dall-Schafe ist uns nicht vergönnt, aber es stört mich nicht. Natürlich konzentriert sich der Besucherandrang auf den Sommer, denn die Parkstraße, auf der wir mit dem Bus zum Wonderlake fahren, ist nur von Mitte Mai bis Mitte September im Betrieb. Im Jahre 2015 entschied Präsident Obama, den Park wieder in „Denali“ zu ändern. Das Wort ist indianischen Ursprungs und bedeutet „der Hohe“.

Die Sonne lacht, als wir am folgenden Tag das Grizzly Bear Resort verlassen. Einmal noch geht es in den Nationalpark und dort begeben wir uns auf den 3,8 Kilometer langen Rock Creek Trail, der bis zur Schlittenhundestation führt. Es wird immer heißer und schnell entledigen wir uns unserer Jacken – vielleicht liegt es aber auch an dem frischen Bärenkot, der am Weg liegt, dass wir dermaßen ins Schwitzen geraten. Später wird mir Bettina gestehen, dass sie vergessen hat, ein paar Müsliriegel aus der Tasche zu nehmen – gut, dass ich das erst hinterher erfahre. Wir wundern uns über etliche schwarz angelaufene kaputte Bäume. Liegt es am langen Winter oder an der Umwelt?

An der Station sind etwa 20 Schlittenhunde versammelt. Man kann sie ansehen und teilweise auch streicheln. Die meisten liegen gelangweilt in oder vor der Hütte und freuen sich auf den Winter, wenn es wieder losgeht. Zurück zum Parkplatz gehen wir den 2,9 Kilometer langen Roadside Trail, trinken dann einen Kaffee und machen uns auf den Weg in Richtung Süden. Auf den Toiletten, sowohl im Park als auch an den Highways, ist zumeist ein Spender mit Handdesinfektionsmittel angebracht.

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