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Lykien
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Ephesus - im Hanghaus

Ephesus - im Hanghaus

Celsus-Bibliothek in Ephesus

Celsus-Bibliothek in Ephesus

Großes Theater in Ephesus

Großes Theater in Ephesus

Reste der Marienkirche

Reste der Marienkirche

Artemissäule

Artemissäule

in Kusadasi

in Kusadasi

in Kusadasi

in Kusadasi

in Kusadasi

in Kusadasi

Eine Rundreise durch Lykien

Ephesus - Aphrodisias - Pamukkale - Antalya

Kusadaşı und Ephesus

Das „Hotel Vista Hill“ wird uns die beiden nächsten Nächte beherbergen. Am Eingang lese ich, dass ein Einzelzimmer 220 TL kostet, also etwas weniger als der Gesamtpreis unserer Tour.

Abends möchte ich noch einen Strandspaziergang unternehmen, habe aber Mühe, ans Ufer zu gelangen. Hier haben die Hotelkonzerne die Oberherrschaft. In einem Café treffe ich vier Mitreisende. Wir verleben einen amüsanten Abend, trinken das ein oder andere Efes zusammen und stellen fest, dass wir gemeinsame Bekannte in Minden haben.

Am folgenden Morgen steigt also der vermeintliche Höhepunkt der Lykien-Rundreise.
Ephesus, die antike Stadt Efes, war schon eine blühende Weltstadt, als Athen und Rom noch keine Bedeutung besaßen. Sie zählt zu den geschichtlich wertvollsten Ausgrabungsstätten des Altertums und war eine der ältesten, größten und faszinierendsten griechischen Städte Kleinasiens.
Erste Funde für eine Besiedlung dieser Gegend deuten auf die Zeit um 5.000 v. Chr. hin. Die Stadt selber soll im 11. Jh. v. Chr. von ionischen Siedlern gegründet worden sein. Der Legende nach wurde vorher das Orakel von Delphi befragt.
Später war Ephesus mit über 200.000 Einwohnern auch eine der größten und bedeutendsten Städte des Römischen Reiches. Apostel Paulus weilte hier um 50 n. Chr. und wetterte gegen die Devotionalienhändler.
Doch die Stadt verlor durch Überschwemmungen an Bedeutung und ging schließlich unter. Ausgrabungen zwischen 1866 und 1922 brachten Ephesus wieder ans Tageslicht und heute wird die als eine der größten touristischen Attraktionen der Türkei zählende Stadt von täglich rd. 15.000 Personen besucht.

Wir sind relativ früh vor Ort und haben genügend Zeit und Platz, um diese Stätte andächtig zu besichtigen, permanent begleitet von einigen niedlichen und neugierigen Katzen.
So sehen wir das Varius-Bad, die Agora (Markt, Umschlagsplatz), Reste der Basilika, das Odeon, gehen die Kureten-Straße (benannt nach den Priestern der römischen Zeit) entlang zum Herakles-Tor, bewundern die Latrine und das Bordell, das möglicherweise durch einen unterirdischen Gang mit der Bibliothek verbunden gewesen sein soll.

Für den Besuch der Hanghäuser ist ein separates Eintrittsgeld fällig, aber ich bereue keinen einzigen Cent. So kann man hier die durch ein Dach geschützten Fresken und Mosaikböden bewundern und erhält ein Bild von der Lebensweise der antiken Prominenz. Immer noch finden Restaurierungsarbeiten statt. Ein mitreisendes Paar erzählt, dass die Renovierung in den letzten sechs Monaten erheblich fortgeschritten ist.

Nach diesem eindrucksvollen Erlebnis sammeln wir uns vor der Celsus-Bibliothek zu einem Gruppenbild. Ein Fotograf begleitet uns während des gesamten Rundganges und bietet seine Arbeiten später am Bus an. Die Bibliothek wurde auf der Grabkammer des Konsuls Celsus erbaut und, so lese ich, verfügte seinerzeit über 12.000 Bücher, die damals allerdings aus Rollen bestanden.

Nun marschieren wir über die Marmorstraße, vorbei an der unteren Agora, zum Großen Theater. Die ersten Baumaßnahmen dieses, an einem Hang geschmiegten, Veranstaltungsortes fanden um 270 v. Chr. statt. Sein Bühnenhaus ist 18 m hoch, der Durchmesser der Gesamtanlage beträgt 130 Meter, seine Höhe 38 Meter. Gut 24.000 Besucher können gleichzeitig die Vorstellung bewundern. Da früher auch Gladiatoren mit wilden Tieren kämpften, wurden zum Schutz der Zuschauer hohe Wände um die Orchestra errichtet. Auch heute finden hier noch Veranstaltungen statt.

Jetzt noch ein paar Schritte auf der Prunkstraße „Arkadiane“ und dann stehen wir schon vor den Resten der Marienkirche, früher eine dreischiffige Basilika. Hier fand im Jahre 431 ein Ökumenisches Konzil statt.

Müde und erschöpft, aber auch begeistert und ergriffen, besteigen wir unseren Bus. Gut dass wir unsere Besichtigungstour so früh begonnen haben. Mittlerweile quellen die antiken Straßen über von anderen interessierten Gästen. Aber die heutige Kulturvorstellung ist für uns noch nicht beendet. Als nächstes steht die İsa-Bey-Moschee auf dem Programm. Der gleichnamige Emir ließ sie 1375 erbauen. Das Bauwerk besteht aus zwei Kuppeln, die auf vier Granitpfeilern ruhen, und einem Minarett, das von einem Storchennest gekrönt ist.

Zum Abschluss sehen wir uns noch die Reste eines der sieben Weltwunder an, nämlich die Artemis-Säule. Früher bestand der Tempel der Artemis (Artemision) aus 127 Säulen. Die ehemalige Pracht kann nur erahnt werden.

Nach der Mittagspause fahren wir zurück ins Hotel. Zusammen mit den Mitreisenden aus Nordrhein-Westfalen und weiteren vier Damen machen wir uns mit dem Dolmuş auf den Weg zu einem Stadtbummel im Zentrum von Kusadaşı. Die Stadt gilt immerhin als der größte Urlaubsort an der türkischen Ägäis und soll jährlich von über 550.000 Kreuzfahrttouristen besucht werden.

Wir schlendern durch die Einkaufsstraßen und landen schließlich in einer Strandbar mit schönem Blick auf das Meer. Es wird ein interessanter und lauschiger Nachmittag, eigentlich nur gestört durch das nicht ganz professionelle Zuhören des zugegeben noch jungen Kellners.
Den Abend verbringen wir wiederum im schon genannten Café. Weitere Mitreisende gesellen sich zu uns und so verleben wir ein paar lustige Stunden.

Anderntags fahren wir zu einem weiteren Höhepunkt dieser Reise. Durch fruchtbare Landschaften, begünstigt durch den Fluss Mäander, geht es nach Aphrodisias, in der Nähe der Ortschaft Geyre.


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