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Vat Xieng Thong

Vat Xieng Thong

Ho Phra Bang

Ho Phra Bang

Höhle in Pak Ou

Höhle in Pak Ou

lm Fernen Osten

Goldene Tempel, Goldenes Dreieck, Mekong und mehr

Luang Prabang

Das "Tum Tum Cheng Guest House" ist meine nächste Bleibe, ausgestattet mit Aircondition, aber rechtfertigt das den siebenfach höheren Preis im Vergleich zur Unterkunft in Vang Vieng? Zumindest liegt es sehr günstig und ein Regenschirm steht ebenfalls zur Verfügung. Der nicht sehr gut Englisch sprechende Mitarbeiter meint, dass ich die Übernachtungen mit Kreditkarte bezahlen kann, später stellt sich heraus, dass dies trotz Hinweisen im Foyer nicht der Fall ist und er mich auch gar nicht verstanden hat.

Aber nun auch genug der Kritik, denn in Luang Prabang, der früheren Hauptstadt des Landes, habe ich mich sehr wohl gefühlt und ich könnte mir vorstellen, dass dieser Ort in Zukunft eine wichtige Rolle in der touristischen Szene von Laos spielen wird.

Im letzten Licht der Abendsonne besichtige ich die Hauptattraktion des Ortes, Vat Xieng Thong, gelegen auf der Halbinsel am Zusammenfluss von Mekong und Nam Khan. Die 17 Spitzen auf dem Dach des 1560 erbauten königlichen Klosters glänzen im Abendlicht. Nur einige Besucher sind unterwegs. Besonders beeindruckt hat mich das überlappende Dach und das Portal, aber auch die goldene Begräbniskapelle.

Das eigentliche touristische Leben findet abends in der Sisavangvong Rd statt. Hier gibt es Reisebüros, Internet-Cafés, Restaurants und andere gastronomische Betriebe, so dass die Reisenden keine Versorgungs- oder Unterhaltungsprobleme haben. In einem der Büros kaufe ich mir ein Ticket für die Bootsfahrt nach Pak Ou und anschließend esse ich draußen. Der Ober meint, dass ein Moskitoschutz durchaus angebracht sei.

Bei Einsetzen der Dunkelheit wird ein großer Teil der genannten Straße zum Nachtmarkt umgebaut. Nach kurzem Feilschen erwerbe ich hier einige Souvenirs. Was wird hier nicht alles angeboten, Kleidung, schöne farbige Decken, Stoffe, Geschenkartikel, Schnitzereien, Taschen, Umhängebeutel usw.

Später treffe ich einen Schweizer, der schon seit neun Monaten auf Tour ist. Wir unterhalten uns bis zur Sperrstunde und kurz vor Schluss kommen noch zwei Bekannte von ihm, ein Paar aus Italien, dazu.
Es ist ein geselliger, interessanter und spannender Abend und ich genieße es, zu hören, wie es heute in Ländern oder Städten, die ich vor Jahren bereist habe, aussieht. So unterhalten wir uns über Kambodscha und Bali, über die Terracotta-Armee in Xian und die Cu Chi-Höhlen bei Saigon, über Neuseeland und Australien. Hier durfte er allerdings, im Gegensatz zu den meisten europäischen Travellern, nicht arbeiten, da ein entsprechendes bilaterales Abkommen zwischen den beiden Ländern nicht besteht. Das beste Essen wurde ihm in Brasilien serviert, so hat jeder seine individuellen Eindrücke.

Das Paar aus Italien hatte in Nordlaos eine Übernachtung zum Preis von einem Dollar, aber auch zwei Ratten im Zimmer inklusive. Sie beschweren sich beim Wirt, er kommt mit einer Schaufel, tötet die beiden Tiere, und wünscht eine gute Nacht.

Von anderen Reisenden hatten sie gehört, dass es bei der Busfahrt von Vang Vieng nach Luang Prabang zu Zwischenfällen gekommen sei, gelesen hatte ich auch schon davon.

Am nächsten Morgen decke ich mich auf dem Straßenmarkt mit Baguette und Wasser ein und dann fährt das Boot auch schon los, wir sind etwa acht Touristen. Nach kurzer Fahrt halten wir an einer Tankstelle auf einem Schiff an und füllen Treibstoff nach, dann geht es weiter auf dem Mekong. Nach rd. 1 ½ stündiger Fahrt erreichen wir die Höhlen von Pak Ou, sie sind etwa 25 Kilometer von Luang Prabang entfernt.

Die Höhlentempel, auch Tham Ting genannt, sollen ebenfalls im 16. Jahrhundert gegründet worden sein, sie gelten als eine der wichtigsten buddhistischen Kultstätte und sind nur per Boot zu erreichen. Viele Hundert Buddhastatuen aus Eisen, Holz oder Bronze in allen Größen wurden im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte von Pilgern geopfert. Die meisten sind in der für Laos typischen Regenanrufungspose.

Eine weitere Höhle befindet sich 200 m höher und so ist wieder einmal das Klettern angesagt. Oben angekommen spricht mich ein Mann auf meinen Werder-Beutel an, er ist Norweger und kennt dem Namen nach Rune Brathset. Seine asiatische Frau verschenkt Zuckerrohr.
Angeblich hat man sich früher mit dieser Pflanze in Asien die Zähne geputzt.

Einige andere Gesichter kommen mir bekannt vor, kurze Zeit unterhalte ich mich mit einem älteren Deutschen, den ich schon vorher in Vientiane und Vang Vieng gesehen hatte. Am nächsten Morgen wird er auf einem Speed-Boot unser Slow-Boot überholen und einige Tage darauf werde ich ihn in Chiang Mai in Begleitung einer charmanten Thailänderin wiedersehen.

Auf dem Rückweg beobachte ich einige Männer, die am Ufer einen dicken Baum durchsägen, hier ist Knochenarbeit angesagt, denn eine Motorsäge steht nicht zur Verfügung.
Später legen wir noch an einem Dorf an und können sehen, wie Reisschnaps in einer Tonne destilliert wird, eine Trinkprobe gehört natürlich dazu, vom Kauf dieses Alkohols sehe ich aber ab.
Die Boote werden am Ufer an Bambusstangen festgebunden.

Nachmittags besteige ich den Hausberg Phousi und schaue mir den goldenen That Chomsi auf dem Gipfel an. Man hat oben eine herrliche Aussicht auf den Ort und auf den Nam Khan. Auf dem Rückweg komme ich am liegenden Buddha und an einem Schrein mit einem Fußabdruck von Buddha vorbei, erkannt habe ich aber, um ehrlich zu sein, nicht viel.
Einige Frauen schimpfen mich aus, als ich es, wieder unten angekommen, ablehne, ihnen Blüten abzukaufen.

Danach setze ich meine Besichtigungstour fort und bin begeistert vom Museum im alten Palast und von dem innen und außen wunderschönen glänzenden Ho Phra Bang.

Später auf dem Heimweg komme ich noch an anderen Vats vorbei, die ich hier aber nicht alle namentlich aufführen möchte. Vor einem dieser sakralen Bauten wird ein großer Sarkophag restauriert oder hergestellt. Meist halten sich junge Mönche im Hof auf und ich unterhalte mich gern mit ihnen. Sie sprechen meistens ein sehr gutes Englisch.

Unterwegs treffe ich meinen Schweizer Freund wieder, er sitzt hinten im Tuk-Tuk und ist auf dem Weg zum Wasserfall in der näheren Umgebung. In einem Reisebüro kaufe ich eine Fahrkarte für die Bootsfahrt nach Pakbeng. Kinder vergnügen sich auf der Straße mit einem schönen Spiel, sie werfen mit ihren Sandalen auf ein Kartenspiel und stellen sich äußerst geschickt dabei an. In der Nähe meines Hotels kehre ich noch in ein Café ein und entspanne mich bei einem ausgezeichneten Espresso.

Abends schlendere ich wieder über den beleuchteten Markt und kaufe etwas Verpflegung für den nächsten Tag, Kekse, Bananen und Litschis, die hier aber anders heißen.
Kleine ausgemergelte Katzenkinder warten darauf, dass für sie etwas abfällt.

Nach dem Abendessen bleibe ich im selben Lokal und sehe mir das Spiel ManU gegen Manchester City an. Zur Halbzeit gegen 22.oo Uhr kommt der Kellner mit der Rechnung und möchte kassieren. Die englischen Gäste verstehen die Welt nicht mehr, sie hätten sich das Match gern bis zu Ende angesehen und natürlich dementsprechend Umsatz gemacht, andere Länder — andere Sitten.

Noch etwas bierdurstig mache ich mich auf den Heimweg und treffe, welch ein Glück, auf den Schweizer und das Paar aus Italien, und eine Getränkebestellung wird in diesem Lokal auch noch angenommen.
Der Ausflug zum Wasserfall war nicht so berauschend, der Bekannte aus der Schweiz hätte für den Rest der Strecke noch ein Boot nehmen müssen und das war aus Gründen, die er nicht verstanden hat, zu diesem Zeitpunkt nicht möglich.

Mit dem Tuk-Tuk fahre ich am nächsten Morgen zur Bootsanlegestelle und gebe mein Ticket ab, hier direkt hätte die Fahrkarte einen Dollar weniger gekostet.

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