Go East!

(Bahrain), Kuala Lumpur, Brunei, Philippinen

Kuala Lumpur

Jetzt beträgt die Zeitdifferenz zu Deutschland schon sieben Stunden. Während ich auf mein Gepäck warte, kaufe ich an einem Schalter eine Fahrkarte für den KLIA Ekspres, der direkt und nonstop zum Hauptbahnhof fährt. Der Zug kostet 35 Ringgit (RM), auch Malaysia Dollar genannt, was 7 Euro entspricht. Im Zug unterhalte ich mich mit einem Einheimischen, der schon häufiger beruflich in Europa zu tun hatte. Er empfiehlt mir, zukünftig nur noch von London mit Air Asia nach Asien zu fliegen, preiswertere Angebote gäbe es nicht. Und, wie es der Zufall will, in der Ausgabe 1/2010 des Reisemagazins "Reise & Preise" wird diese Möglichkeit auch empfohlen. Nach knapp einer halben Stunde fahren wir in den Bahnhof ein.

Das Hotel "Melia Kuala Lumpur" ist meine nächste Bleibe, aus vorgenannten Gründen kann ich nur eine Nacht in der Zweimillionenstadt bleiben, dennoch bleiben mir fast zwei ganze Tage, um die Stadt zu erkunden.

Nach kurzer Pause steige ich in die Monorail und fahre ein paar Stationen, die Petronas Towers sind mein erstes Ziel. Das vom Mineralölkonzern Petronas gebaute Wolkenkratzerpaar, ein Bürogebäude der Superlative, misst 451,9 m und überragt alle anderen Hochhäuser der Stadt. Zeitweilig galt das gigantische Monstrum mit seinen 88 Stockwerken als höchstes Gebäude der Welt.

In den Innenräumen der Türme wetteifern Boutiquen und gastronomische Betriebe um Kunden, es ist sehr beeindruckend. Zum Zeitpunkt meines Besuchs ist es nicht möglich, auf die Brücke, die Skybridge, zwischen den beiden Türmen zu gelangen. Der Ticketverkäufer schenkt mir eine Eintrittskarte für 17.oo h, ich komme jedoch nicht wieder zurück, denn einen guten Ausblick lässt das diesige Wetter heute nicht zu und insofern habe ich wohl nicht sehr viel verpasst.

Ein Besuch des alten Bahnhofs war mir sehr empfohlen worden, allerdings, ich schaffe es nicht, zu Fuß zu diesem Ziel zu gelangen. Alle Passanten, die ich nach dem Weg frage, raten mir, ein Taxi zu nehmen. Irgendwann resigniere ich und halte nach der Besichtigung des interessanten hinduistischen Mahamariamman-Tempels ein Auto an.

Der Bahnhof im orientalischen Baustil gefällt mir. Er wurde 1911 fertig gestellt, die Türme, Minarette und Kuppeln lassen nicht ahnen, dass hier früher Züge angekommen und abgefahren sind.

Gegenüber im ebenfalls kolonialen KTM-Gebäude ist die Eisenbahnverwaltung untergebracht.

Bis zur Nationalmoschee, der Masjid Negara, ist es nicht weit. Die Säulenhalle ist sehr eindrucksvoll, der Gebetsraum für Nichtmoslems tabu, man darf aber hineinsehen. Ein Würdenträger versorgt mich mit vielen Informationen, so erklärt er mir, dass das im Christentum gebräuchliche Wort "Halleluja" aus dem Begriff "Allah" stammen soll.

Ein 75 m hohes Minarett kündigt die 1956 erbaute Moschee von weitem an. Auf einer Gesamtfläche von 8.000 qm ist Platz für 15.000 Gläubige. Freitags erscheint auch der Präsident zu einem Gebet.

Zum Abendessen gehe ich ins Shoppingcenter "Times Square", gegenüber meinem Hotel gelegen. Alle Etagen sind weihnachtlich dekoriert. Dann steige ich in ein Taxi und lasse mich zum Nachtmarkt in Chinatown fahren und nun sehe ich doch tatsächlich zum ersten Mal westliche Touristen in dieser Stadt. Hier kann man alles kaufen, riesige Menschenmassen schieben sich durch die kleinen Gassen. Viele Massagesalons machen auf sich aufmerksam. Mein Taxifahrer meint, man muss unbedingt konsequent bargain, also handeln oder feilschen.

Er persönlich kauft sich notwendige Artikel lieber im Kaufhaus zu einem Festpreis, der in der Regel günstiger ausfällt.

Eigentlich möchte ich noch einen Blick auf die illuminierten Petronas Towers werden. Was liegt näher, als zum Kuala Lumpur Tower zu gehen, um von dort die Aussicht zu genießen. Aber auch dieser Spaziergang will nicht enden, immer gehe ich auf belebten Straßen, habe den Turm im Fokus, aber keine Möglichkeit, auch dort hin zu gelangen. Leider kommt kein Taxi vorbei, ich wäre bestimmt eingestiegen. Irgendwann bin ich doch am Ziel und durch gutes Zureden fährt der Shuttlebus noch einmal nach oben zum Eingangsbereich. An der Kasse, die gerade schließen will, erwerben wir, drei junge Männer aus Polen und ich, nach längerem Verhandeln doch noch die begehrte Eintrittskarte.

Die Aussicht auf das nächtliche Kuala Lumpur ist wunderbar, die Petronas Towers sind gut zu erkennen und ragen dominant aus dem Lichtermeer heraus.

Den Rest des Abends verbringe ich in der Hotelbar, im Saal nebenan wird eine Hochzeit gefeiert.

Am nächsten Morgen fahre ich mit der Monorail ins Zentrum, streife durch den Times Square und beobachte die Handwerker im Hotel beim Anbringen der Weihnachtsdeko.

Nachmittags geht es mit dem KLIA Ekspres zum Flughafen. Dort erfahre ich, dass Flüge mit Air Asia im einige Kilometer entfernten LCC Terminal abgefertigt werden, also wieder ins Taxi ….

Es herrscht großes Gedränge, ich habe noch etwas Zeit und warte inmitten der Menschenmassen, dass mein Abfertigungs-Counter öffnet. Eine Putzfrau fragt besorgt, ob sie mir helfen könne. Der Skytrain bringt uns zum richtigen Gebäude. Mit einer Stunde Verspätung heben wir ab. Verpflegung muss unterwegs gekauft werden. Die Billigflieger von Air Asia tragen die Aufschrift: Now everyone can fly.

Nach zweistündigem Flug landen wir in Brunei. Jetzt bin ich also in Asiens reichstem Land.

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