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Go East 2009
Landkarte von StepMap
StepMap Go East 2009
Bilder
Rizal Park

Rizal Park

Rizal Park

Rizal Park

Rizal Park

Rizal Park

Straßenverkehr in Manila

Straßenverkehr in Manila

auf der Straße

auf der Straße

auf der Straße

auf der Straße

Tricycle

Tricycle

Bambusorgel

Bambusorgel

Roxas Boulevard

Roxas Boulevard

Flug nach Cebu

Flug nach Cebu

Flug nach Cebu

Flug nach Cebu

Go East!

(Bahrain), Kuala Lumpur, Brunei, Philippinen

Manila

Jetzt bin ich also auf den Philippinen. Wie oft hatten Schimmi und ich uns bei einem Glas Beck´s im "Halben Mond" unser Wiedersehen in der Hotelbar in Manila ausgemalt. Aber es kommt ganz anders. Eine Bar gibt es im "Bay View" nicht und ein romantischer Blick auf die Manila Bay ist auch nicht mehr möglich, seitdem Hochhäuser die Sicht auf die Bucht versperren. Aber dank SMS haben wir uns nach kurzer Zeit in einem anderen Lokal getroffen und mit ein paar Flaschen SMB (San Miguel Beer) auf die nächsten Wochen angestoßen.

Schimmi war schon öfter auf den Philippinen, der letzte Besuch liegt allerdings rund 30 Jahre zurück. Er war vor unserem Treffen einige Wochen in Thailand und ist ein paar Stunden vor mir in Manila gelandet. Mal sehen, was die nächste Zeit bringen wird ….

Das Land besteht aus 7.107 Inseln, wovon etwa 2.000 bewohnt sind. Die Einwohnerzahl beträgt knapp 90 Mio., davon rd. 10 Mio. in Groß Manila (Metro Manila) auf Luzon, der größten Insel des Landes. Lange Zeit stehen die Philippinen unter spanischer Herrschaft. Magellan erreicht die Insel im Jahre 1521, findet aber den Heldentod, als er spanische Besitzansprüche geltend machen will. Später, 1565, beginnt die spanische Kolonialherrschaft. Ende des 19. Jahrhunderts gerät das Land unter amerikanische Herrschaft und erhält 1946, nach dem 2. Weltkrieg, die Unabhängigkeit. Über 80 % der Bewohner gehören dem römisch-katholischen Glauben an. Auf den Philippinen wird wieder auf der rechten Straßenseite gefahren.

Der erste Eindruck vom Land dämpft meine Vorfreude ganz erheblich. Das Taxi, das mich vom Flughafen zum Hotel bringt, steht mehr im Verkehrsstau als dass es sich bewegt. Man kann wählen, ob man ein Auto mit Festpreis bucht oder einen Wagen mit Taxameter. Ich habe mich für die zweite Möglichkeit entschieden und bin damit auch etwas günstiger gefahren.

Im Zentrum, auf großen und frequentierten Straßen, sieht man Not und Elend. Menschen, die auf dem Bürgersteig, mit nur einem Stück Pappe als Unterlage, die Nacht verbringen. Ihre Habseligkeiten liegen daneben in ein kleines Tuch eingewickelt. Und das im pulsierenden Stadtteil Ermita in der Nähe des Roxas Boulevard. Schimmi, der Manila von früher kennt, ist erschüttert und frustriert. Die Szene hat sich total verändert, romantische Bars mit Blick auf die Bay sind verschwunden, gemütliches Ambiente ist Fehlanzeige. Es ist überhaupt nicht motivierend, durch die Straßen zu schlendern. Nachdenklich gehe ich zu Bett.

Nach einem ordentlichen Frühstück beginnen wir anderntags unseren Spaziergang. Zunächst laufen wir durch den sehr angenehmen Rizal Park am Nordende des Boulevards. Die Anlage mit dem Monument des Schriftstellers Rizal steht als Ruheoase inmitten der Stadt im krassen Kontrast zum Lautstärkepegel in den Verkehrsstraßen.

Anschließend tauschen wir Geld in einer Bank. Es stehen jedoch ausreichend Atm-Automaten zur Verfügung und man muss sich das sehr umständliche Verfahren am Kassenschalter nicht unbedingt antun. Mit dem nötigen Kleingeld versehen, suchen wir ein Reisebüro auf, um unseren Weiterflug nach Cebu zu buchen. Ausflüge zu den Reisterrassen in Banaue sind derzeit lt. Auskunft einiger Reiseagenten nur privat mit Taxi oder Minibus möglich, der Preis ist entsprechend und so verzichten wir auf diese im Reiseführer als 8. Weltwunder angekündigte Sehenswürdigkeit. Schimmi war auf einer seiner ersten Reisen auch schon dort.

Jeepneys, alte umgebaute amerikanische Jeeps aus dem Zweiten Weltkrieg, bestimmen das Straßenbild, aber auch Fahrradrikschas und Tricycles, Motorräder mit Beiwagen, nehmen am Stadtverkehr teil.

Nach dem Besuch der Malate-Kirche steigen wir in einen öffentlichen Bus und fahren zum Vorort Las Piñas. Ein Tricycle bringt uns die letzten Kilometer zum Ziel: der San-José-Kirche mit der Bambusorgel. Es soll sich dabei um das weltweit größte Musikinstrument aus diesem Holz handeln, 1973 in Deutschland renoviert. Der Kirchinnenraum wird für eine Hochzeit geschmückt und hergerichtet. Ein Jeepney bringt uns zurück zur Bushaltestelle. Beim Warten auf die Heimfahrt haben wir einen erschütternden Blick auf den Fluss, die Slums am Ufer und den Unrat im Wasser. Ein Anwohner bietet Ziegen an, lebend oder geschlachtet.

Zurück in Ermita schlendern wir am Roxas Boulevard entlang, rümpfen die Nase wegen des permanent vorherrschenden Smogs und besuchen ein paar Bierbars. Abends bleiben wir in diesem Viertel und speisen in einem Dachrestaurant. Der von uns favorisierte Garlic-Reis wird erst ab einer Mindestbestellung von drei Portionen geliefert, also bestellen wir jeder einen halben Teller der köstlichen Beilage nach. Mein Fisch schmeckt sehr gut und das San Miguel Bier passt hervorragend dazu. Per Handzeichen bestelle ich zwei weitere Flaschen, erhalte aber nur ein Getränk, weil nur mein Zeigefinger, nicht aber der Daumen, als Mengenangabe mitgezählt wird. Schimmi, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat, amüsiert sich prächtig, und das auf meine Kosten.

Später besuchen wir noch einmal die Banana Bar und unterhalten uns mit Ruby, die gern mit ins Hotel gekommen wäre, um uns ihre Massagekünste zu beweisen. Ein Kutscher bietet eine Stadtrundfahrt im Pferdewagen an. Später spaziere ich noch einige Zeit durch das Viertel, aber in den Lokalen ist nicht viel los, von ein paar australischen Gästen abgesehen. Die Szene soll sich in den Stadtteil Makati verlagert haben.

Der Flug nach Cebu gefällt mir. Endlich verziehen sich die Wolken und die Sonne zeigt sich mit aller Macht. Wir fliegen über schöne Inseln und haben eine prächtige Sicht. Meine Stimmung steigt zunehmend, daran ändern auch die Flugbegleiterinnen mit Nikolausmütze nichts, als sie fragen, wer denn ein Weihnachtslied aufsagen oder singen möchte. Nach 55 Minuten sind wir wieder auf dem Boden der Tatsachen. Jetzt aber hinein in die Sommerbekleidung.

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