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Arabien
Landkarte von StepMap
StepMap Arabien
Bilder
Polizist vor dem Souq

Polizist vor dem Souq

Fischereihafen

Fischereihafen

Muschel an der Corniche

Muschel an der Corniche

Corniche

Corniche

Uhrenturm und Moschee

Uhrenturm und Moschee

Straßenszene

Straßenszene

kurze Pause

kurze Pause

Kamele in der Wüste

Kamele in der Wüste

Dünen in der Abendsonne

Dünen in der Abendsonne

Im Mittleren Osten

eine Reise durch die reichen arabischen Golfstaaten mit einem Abstecher nach Sana´a - oder auch - Moscheen, Souqs und Shopping-malls

Doha

Das Visum, 100 Qatar Riyal (QR), knapp 20 Euro, zahle ich mit Kreditkarte. Im Flughafen haben mehrere Hotels einen Informationsschalter und nachdem mir ein Mitarbeiter des "Ramada" 30 % Rabatt anbietet bin ich einverstanden und fahre im Regen mit dem Hotel-Shuttle meiner nächsten Unterkunft entgegen. Peter aus England, den ich im Bus kennen lerne, ist aus beruflichen Gründen unterwegs. Er war schon mehrere Male in Arabien und schwärmt von Muscat. So erhalte ich während der Fahrt einige nützliche Informationen. Später werden wir uns in Dubai und Amsterdam wieder sehen.

Beim Einchecken erfahre ich, dass der mir genannte Preis für eine und nicht für drei Nächte zu zahlen ist, etwas missmutig unterschreibe ich die Anmeldung. Das Gepäck wird am Eingang durchleuchtet. Da der Portier meint, der Weg an die Corniche sei zu weit und auch zu gefährlich (wegen der einsetzenden Dunkelheit?), nehme ich ein Taxi. Doch wieder bin ich einziger Besucher und habe die ganze Strandpromenade für mich allein, Jogger und Skater, wie im Reiseführer beschrieben, sind weit und breit nicht zu sehen. Das Wetter motiviert halt nicht zum Aufenthalt im Freien.

Später möchte ich in einem der umliegenden Restaurants zu Abend essen, schaffe es aber nicht, trockenen Fußes an der Ampel die Straße zu überqueren. Das Regenwasser steht teilweise bis zur Höhe der Bordsteinkante. An solche Niederschläge ist man hier halt nicht gewöhnt. Und so suche ich mir eine trockene Stelle und haste über den mehrspurigen Highway zur anderen Straßenseite. Aus strategischem Grund entscheide ich mich auch in Doha für das „chilys“ und lasse mich zu einem Platz in der Nichtraucherzone führen. Alkohol wird nicht ausgeschenkt.

Die Hotelbar "Sherazad" ist bis auf den letzten Stuhl besetzt, an der Theke finde ich noch ein kleines Plätzchen, dicke Rauchschwaden ziehen durch den Raum. Ich habe den Eindruck, in einem englischen Pub zu sein. Diverse Bildschirme an der Wand unterhalten mit europäischem Fußball, im Ausschank ist europäisches, australisches und asiatisches Bier. Ob alle Gäste auch im Hotel wohnen oder nur für ein paar Drinks oder ein Billardspiel vorbeikommen? Ich weiß es nicht.

Später wechsele ich noch in die Bar "Bibliothek" im 11. Stock und genieße die wunderschöne Aussicht auf Doha. Ein Duo erfreut uns mit Unterhaltungsmusik und muss viele Wünsche der Gäste erfüllen. Längere Zeit unterhalte ich mich mit einem Franzosen und einem schwarzhäutigen Iren, die aus beruflichen Gründen schon länger in Qatar unterwegs sind.

Am nächsten Morgen, ich traue meinen Augen nicht, scheint die Sonne und keine Wolke ist am Himmel zu erkennen. Nun aber die Sonnenbrille hervorgeholt und nichts wie los. Wieder fahre ich mit einem Taxi ins Zentrum und lasse mich am Souq al Waqif aussetzen. Meine Laune könnte nicht besser sein. Jetzt endlich zeigt sich mir Arabien so, wie ich es mir vorgestellt und erträumt habe.

Der Besuch des Souq ist ein Erlebnis für sich, der Gang durch die engen Gassen, der Geruch der Gewürze, die leuchtenden Farben der Tücher und Stoffe, die bis auf kleine Sehschlitze total verschleierten Frauen, die stolzen Herren in ihrer dishdasha, ich fühle mich wie in einer anderen Welt.

Anschließend halte ich mich eine ganze Weile am Wasser auf und schlendere die Corniche entlang. Die in der Doha Bay liegende Palm Tree Insel ist von jeder Stelle gut sichtbar. Im Fischereihafen liegen viele alte Dhaus, ansonsten ist keine größere Geschäftigkeit ersichtlich. Eine markante Muschel weist den Eingang zum Fishing Harbour.
Es ist sehr angenehm, an der Corniche spazieren zu gehen, zwischen der Verkehrsstraße und dem Fußgängerweg befinden sich Bäume, Rasenflächen sowie Blumenbeete, aber mein Blick ist meistens auf das Meer gerichtet.

Ein paar Schritte weiter sehe ich auf einem kleinen Hügel den Uhrturm, dahinter befindet sich die Große Moschee und in unmittelbarer Nachbarschaft der Emir-Palast. An riesigen Parkplätzen vorbei gehe ich zurück in die Gegend um den Souq. Das Islam Kultur Center finde ich sofort, nicht aber das Al Koot Fort, es scheint bei den Einheimischen wohl nicht so bekannt zu sein, denn auf meine Nachfragen wird meistens nur mit einem Achselzucken reagiert. Mitten im urigen Gassengewirr lege ich eine Teepause ein und beobachte gemütlich das Treiben auf der Straße. Ein junger freundlicher Kellner aus Nepal bemüht sich sehr um eine Unterhaltung und stellt mir viele Fragen, die ich aber gern beantworte.

Mein Nachhauseweg führt zunächst an imposanten Bankpalästen vorbei, später ist der Weg für Fußgänger eher beschwerlich, da Bürgersteige voll geparkt oder gar nicht vorhanden sind.
Im Costa Coffee in absoluter Nähe des Hotels lese ich ein paar Seiten und freue mich über den gelungenen Tag. Raucher sitzen hinter einer dicken Glasscheibe im Nebenraum.

Die Organisation von Reisen im Lande ist vergleichbar mit der Situation in Bahrain, man erkundigt sich an der Hotelrezeption. Gern würde ich das im Reiseführer empfohlene Khor al Udaid besuchen, aber die Fahrt in einer noblen Hotel-Limousine entspricht nicht meiner Vorstellung. Die Mitarbeiterin merkt wohl meine Enttäuschung und schlägt vor, mit einem ganz normalen Stadt-Taxi zu fahren, man könnte einen Preis von 50 QR/Std. aushandeln.

Am nächsten Morgen winkt sie mir ein Auto heran und erklärt dem Fahrer das Ziel. Ich merke gleich, dass er zwar bejahend mit dem Kopf nickt aber eigentlich nicht verstanden hat, wohin ich möchte. Er telefoniert mit seinem Chef und nach etwa einer Stunde sind wir am vermeintlichen Punkt, aber er entspricht ganz und gar nicht der Beschreibung in meinem Buch. Fakt ist, wir sind nicht südwärts, sondern in den Norden nach Al Khor gefahren, einer Stadt an einer Lagune, sicherlich ganz schön, aber nicht das, was ich mir vorgestellt habe.

Ich versuche, den Fahrer zu überzeugen, dass wir im falschen Ort sind, zeige ihm meine Landkarte und frage, ob er mich denn überhaupt verstanden hat. Er bejaht und ich bitte ihn, jetzt doch zum gewünschten Inland Sea zu fahren, zur weiteren Hilfe erwähne ich noch, dass er in der Nähe der saudischen Grenze liegt. Wir fahren wieder zurück, streifen Doha, kommen an edlen Scheich-Anwesen vorbei, sehen Pipelines in der Wüste, einmal eine große Raffinerie und fahren und fahren. Plötzlich sehe ich die Grenze, wir sind wieder falsch. Meine Laune verschlechtert sich zunehmend.

Jetzt bitte ich den eigentlich sympathischen Fahrer, doch jemanden zu fragen, so weit kann es von hier nicht mehr sein. Er erkundigt sich an zwei Stellen und bei einsetzender Dunkelheit sind wir am Ziel. Beim Inlandsee handelt es sich um einen Meeresarm, der in die Wüste führt. Umgeben von einer gewaltigen Dünenlandschaft, die nur mit Vierradantrieb zu bewältigen ist oder mit Quads. Die letztgenannten Fahrzeuge können am Rand der Sandberge zigfach gemietet werden.

Vom See habe ich jetzt nur eine Momentaufnahme mitgekriegt, ein Ausflug über die Dünen, das Ufer vor Augen, wäre sicher ein Erlebnis gewesen, aber ich bin ganz zufrieden. Es hat zwar Nerven gekostet, aber wir haben es geschafft. Die Kamele am Rand der Straße hätte ich unter anderen Umständen bestimmt wesentlich interessierter beobachtet.

Zurück in Doha streiten wir uns etwas bei der Abrechnung. Der Fahrer möchte die Kilometer ersetzt haben, ich hingegen habe andere Vorstellungen und orientiere mich an unserer Abmachung, telefoniere kurz mit seinem Chef und bitte darum, die Angelegenheit doch neutral im Hotel zu klären. Aber dieser Vorschlag wird abgelehnt. Ich überlege mir einen Kompromiss, lege noch etwas Geld hinzu und meine, mich ganz souverän verhalten zu haben. Doch die nächsten Stunden plagt mich ein unangenehmes Gefühl und der Fahrer ist bestimmt auch nicht glücklich über diesen Tag.

In Doha und Al Khor wird ebenfalls neues Land aus dem Meer gewonnen. Eine rege Bautätigkeit ist erkennbar. Im Jahr 2010 soll ein neues Palmenressort fertig gestellt sein, angeblich irgendwie vergleichbar mit "The Palm" in Dubai.

Der Hotel-Shuttle bringt mich wieder zum Flughafen. Am Check-in-Schalter liegen schon prall gefüllte Koffer und Tüten mit großen, dicken Wolldecken. Später erfahre ich, dass die Passagiere vor mir einen Weiterflug nach Tschibuti haben. Eine Dame bei der Passkontrolle fragt nach dem Seyschellen-Stempel in meinem Dokument, der die Form einer endemischen Kokusnuss hat.
Alle Frauen im Flugzeug sind verschleiert, Bordkarten gibt es bei diesem Flug der Yemenia nicht. Nach 2 ½ Stunden landen wir in Sana´a, der Hauptstadt Jemens.

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