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Chitwan-Nationalpark

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Indien und Nepal

vom Ganges zum Himalaja

Narayanghat und Chitwan-Nationalpark

Ein Rikschafahrer bringt uns nach ausgiebigem Preisfeilschen zum "Ruby Guest House", es sind weniger als 100 Meter. Lachend verabschieden wir uns, er hat seinen Reibach gemacht und seinen Spaß gehabt.
Das Haus liegt an einer riesig breiten Hauptstraße, ansonsten ist absolut nichts los. Glücklicherweise gibt es ein sehr gutes Restaurant im Ort, das wir in den nächsten Tagen öfter besuchen werden, meistens essen wir das leckere Biriyani, ein Reisgericht. Abends spielt ein Trio zur Unterhaltung auf.

Ein Wanderzirkus baut sich in der Ortsmitte auf und vergnügt die Anwohner mit akrobatischen Einlagen.

Pauschalarrangements zum Nationalpark sollen 50 bis 60 Dollar kosten, deshalb entscheiden wir uns für eine Fahrt auf eigene Faust.
Zunächst nehmen wir den Bus nach Tandi, danach einen Jeep für 30 Rs./Person nach Sauraha.
Bei Ankunft werden wir gleich an einen Führer weitergereicht und buchen für den Nachmittag einen Elefantenausritt für 3500 Rs.

Wir haben genügend Zeit und machen wunderschöne Spaziergänge durch den ruhigen Ort, besuchen das Elefantencamp und treffen eine deutsche Frau am Fluss, die hier schon seit einigen Tagen ausspannt.
Die Einheimischen sitzen gelassen vor ihren gemütlichen Lehmhütten, Kinder spielen auf den Wegen, Glucken kümmern sich um ihre Küken, Ziegen passen auf die kleinen Zicklein auf.
Kein Vergleich mit dem lauten und hektischen Indien.
Elektrizität ist nicht vorhanden, weder Sauraha noch der Park sind an ein Stromnetz angeschlossen.

Später unternehmen wir eine längere Kanufahrt, laufen allerdings einige Male auf Sand. Nach einigen Kilometern legt das Boot an und wir gehen zu dritt durch den Urwald zurück. Zuerst passiert nichts, dann sind etliche Affen und einige Antilopen zu sehen und, nachdem unser Führer einige Male auf einem Baum Ausschau gehalten hat, entdecken wir zwei Nashörner. Wir klettern ebenfalls auf einen Baum und haben eine gute Aussicht.

Als wir wenig später wieder ein Geräusch im Dickicht hören, denken wir natürlich an Nashörner, laufen davon und suchen Schutz auf dem Ast eines Baumes. Aber es muss sich um ein anderes Tier gehandelt haben.

Einmal zeigt uns der Guide eine Tigerfährte. Er hat in 14 Jahren erst zwei dieser Tiere gesehen. Sie gehen abends oder nachts zum Fluss zur Tränke.
Man schätzt, dass etwa 400 Nashörner und 80 Tiger im Park leben.

Die Elefantensafari dauert rund 90 Minuten. Es schaukelt etwas, zum Fotografieren muss angehalten werden. Außer dem Lenker sind noch vier Personen auf dem Elefantensitz.
Es ist sehr interessant, wir beobachten einige Nashörner, Wild, schöne Vögel und einmal, wenn auch nur für einen kleinen Moment, einen Leoparden, der sich äußerst selten zeigt.

Es ist bereits dunkel, als wir in Tandi auf den Bus warten. Unglücklicherweise trete ich in ein Loch und habe schmerzhafte Wadenkrämpfe, die mich auch die nächsten Tage plagen werden. Da die Mobilität doch erheblich eingeschränkt ist, denke ich kurzzeitig daran, den Urlaub abzubrechen.

Aber natürlich machen wir weiter!

Der Bus nach Kathmandu benötigt fünf Stunden. Wir kommen an vielen Terrassenfeldern vorbei, an Hängebrücken, durch Berg und Tal, sehen aber auch noch die verheerenden Schäden des Unwetters vom letzten August. Die Fahrt kostet 80 Rs./Person. Unser Fahrer muss einige Male eine Straßengebühr entrichten.

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