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Indien
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Auf dem Ganges

Auf dem Ganges

Ghats am Ganges

Ghats am Ganges

Sonnenaufgang über dem Ganges

Sonnenaufgang über dem Ganges

Straßenszene in Varanasi

Straßenszene in Varanasi

Indien und Nepal

vom Ganges zum Himalaja

Varanasi

Ein Bus bringt uns in die Innenstadt, mit einem Tuk-Tuk fahren wir zum Hotel "Garden View" und belegen ein Zimmer für 100 Rs. Der Besitzer bietet seine Hilfe an, besorgt uns eine Bootsfahrt auf dem Ganges an den Ghats vorbei für je 50 Rs. und kennt eine Stelle, wo man eingerissenes Geld, das im Hotel, in Restaurants und in Läden nicht angenommen wird, umtauschen kann. Anschließend zeigt er uns die unvermeidliche Referenzliste, ein Gast hat in deutscher Sprache kommentiert, dass er uns wohl unweigerlich in eine Seidenfabrik führen wird.

Auf den Straßen laufen viele Ziegen herum, einige sind sogar bekleidet.
Wohlhabende Männer schmücken sich mit einem Ring auf dem Zeigefinger.

Morgens um 5.3o Uhr werden wir zur Ghat-Fahrt abgeholt, ich hatte schlecht geschlafen, viel geträumt und mit einer Mücke einen aussichtslosen Kampf ausgefochten.

Durch kleine verwinkelte Gassen werden wir zum Fluss gelotst, es ist noch total dunkel. Immer wieder denke ich an den Artikel im Reiseführer, in dem über eine vor die Tür gelegte Leiche geschrieben wird. Vielleicht wird ja, so kann man lesen, von den Vorbeigehenden genug Geld für eine Zeremonie gespendet. Viele Alte und Kranke kommen nach Varanasi, um hier zu sterben, denn, so heißt es, wer hier stirbt, ist vom ewigen Kreislauf der Wiedergeburten erlöst.

Mit dem Boot fahren wir an den Ghats entlang und erleben den Sonnenaufgang über dem Ganges. Es herrscht eine eigenartige etwas angespannte Stimmung, unser Bootsführer spricht nur das Nötigste. So nach und nach kommt Leben auf, Gläubige baden im Wasser, Brahmanen und Geldwechsler kümmern sich um sie, auf Booten werden Devotionalien und Blüten verkauft.

Beim Verbrennungsghat, an den wir ganz nah heranfahren, darf nicht fotografiert werden.
Eine mit Blumen geschmückte Leiche wartet auf ihre Verbrennung, gestapeltes Feuerholz ist zu sehen. Kinder lassen daneben ihre Drachen steigen.
Bei aller Toleranz kann ich mir nicht vorstellen, dieses Wasser aus rituellem Grund zu trinken oder mir damit die Zähne zu putzen.

Ein Holländer, den wir hier kennenlernen, erzählt, bei seinem Besuch des Verbrennungsghats hätte er einen Hund mit einem Menschenarm im Maul gesehen.

Wir machen anschließend einen längeren Spaziergang und müssen das Gesehene erst mal verdauen. Kühe auf der Straße behindern den ohnehin schon gnadenlosen Verkehr. Frauen arbeiten als Handlanger auf dem Bau, sie transportieren jeweils sechs Steine auf dem Kopf.

Der Hotelmanager gibt uns neues umgetauschtes Geld und bittet um Zusendung von deutscher Nivea-Creme. Die in Indien verkaufte taugt angeblich nichts.

Die Busfahrt nach Nepal kostet 150 Rs. und dauert neun Stunden. Glücklicherweise können Wilfried und ich über drei der kleinen Plätze verfügen und uns etwas ausstrecken.
Die Menschen sitzen vor ihrem Haus in der Hocke, Frauen formen Kuhfladen, einige verrichten ihr Geschäft an der Straße, ohne sich an den Vorbeigehenden zu stören.
Kinder in Schuluniform werden draußen unterrichtet.

Wir legen mehrere Pausen ein, das Mittagessen wird uns im Salatblatt gereicht, den Reis essen wir mit den Fingern. Das Leben spielt sich meistens draußen ab, dort wird gekocht und gegessen. Manchmal wird das Essen auf provisorischen Steinöfen oder direkt am offenen Feuer zubereitet.

Die Grenzprozedur ist unproblematisch, freundliche und frohgelaunte Beamte auf nepalesischer Seite verlangen je 40 US$ für ein Visum.

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