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Blick auf Hammerfest

Blick auf Hammerfest

Route, entnommen aus HURTIGRUTEN: Die schönste Seereise der Welt SEEREISE HANDBUCH

Route, entnommen aus HURTIGRUTEN: Die schönste Seereise der Welt SEEREISE HANDBUCH

bei Risøyhamn

bei Risøyhamn

bei Risøyhamn

bei Risøyhamn

unterwegs bei Risøyhamn

unterwegs bei Risøyhamn

unterwegs bei Risøyhamn

unterwegs bei Risøyhamn

Sonnenuntergang im Nordmeer

Sonnenuntergang im Nordmeer

vor Sortland

vor Sortland

bei Sortland

bei Sortland

bei Sortland

bei Sortland

wir verlassen Sortland

wir verlassen Sortland

vor Stokmarknes

vor Stokmarknes

Einfahrt in den Hafen von Stokmarknes

Einfahrt in den Hafen von Stokmarknes

gleich beginnt der Raftsund

gleich beginnt der Raftsund

Magic Ice

Magic Ice

Polarzauber 1

Polarzauber 1

Polarzauber 2

Polarzauber 2

Polarzauber 3

Polarzauber 3

Polarzauber 4

Polarzauber 4

am Polarkreis

am Polarkreis

in Sandnessjøn

in Sandnessjøn

sieben Schwestern

sieben Schwestern

und noch ein Sonnenuntergang auf See

und noch ein Sonnenuntergang auf See

in Bronnoysund

in Bronnoysund

Munkholmen

Munkholmen

Blick auf Molde

Blick auf Molde

vor Bergen

vor Bergen

in Bergen

in Bergen

Bryggen

Bryggen

Aurora borealis

auf der Suche nach dem Nordlicht

Rückfahrt - Southbound Voyage

Nun haben wir also die Hälfte der Strecke bereits hinter uns gelassen, und der Himmel ist immer noch bedeckt und lässt keine Hoffnung auf ein Polarerlebnis aufkommen. Es ist bereits stockdunkel, wie sollte es auch anders sein, als wir Vardø um 16.00 Uhr erreichen. Zusammen mit Martina und Markus besuche ich die heimelig angestrahlte Vardøhus Festung, danach fülle ich meine Essensvorräte in einem kleinen Kolonialwarenladen auf. Später, wir sind bereits wieder auf offenem Meer in der Barentssee, wird unser Dinner, wiederum wegen heftigen Sturms, verlegt.

In der Nähe der Stadt Havøysund, die wir am nächsten Morgen verlassen, befindet sich die Insel Melkøya, der Anlandungshafen für riesige Erdölvorkommen und wichtiger Ort der Flüssiggaswirtschaft. Aus diesem Grund wird uns ein Energiekaffee serviert, bestehend aus Kaffee, Anis, Chily, Lemon und Ingwer.

Für den Besuch der nördlichsten Stadt der Welt, Hammerfest, werden uns zwei Stunden zugestanden. Bei schönerem Wetter könnte man sich hier bestimmt wohlfühlen, ob die knapp 7.000 Einwohner derselben Meinung sind? Beim Spaziergang entlang der Hauptstraße fallen mir als erstes die unverhältnismäßig vielen Friseursalons auf. Ein Geschäft firmiert sogar unter „Baccus Frisør“, ob sich der Gott des Weines hierhin jemals verirrt haben mag? An dieser Straße ebenfalls gelegen ist das „Finnmark Dagblad“, eine Praxis für „Fysioterapi“ und ein Büro der „Arbeiderpartiet“. In der Hammerfestkirche wird gerade eine Beerdigung vorbereitet, eine Raupe ist dabei, den Parkplatz für die Trauergäste vom Schnee zu befreien. Der Friedhof liegt auf der anderen Straßenseite im Schutze eines Berges. Vom Turm der katholischen St. Michael Kirche ertönt um 12.00 Uhr mittags ein Glockenspiel mit der Melodie „Tochter Zion freue dich“. Viele Geschäfte werben mit Sonderpreisen „Salg/Sale“. Nachdem ich mir bei Narvesen mein Lunchpaket gekauft habe, besuche ich noch den Eisbärenclub, der direkt am Hurtig-Kai liegt. Hier gibt es viele ausgestopfte Tiere zu besichtigen, auf Bildschirmen kann man sich norwegische Impressionen ansehen.

Nachmittags werden wir von zwei Seeleuten in die hohe Kunst des Seemannsknotens eingewiesen, ich habe aber nur als Zuschauer daran teilgenommen. In Øksfjord gehe ich für ein paar Minuten von Bord. Kurz vor Mitternacht erreichen wir Tromsø. Die meisten Mitreisenden fahren mit dem Bus zur Eismeerkathedrale und besuchen dort das Mitternachtskonzert. Sie sind sehr angetan von der Darbietung und loben die Protagonisten in den höchsten Tönen. Das Ensemble bestand aus Orgel/Klavier, Saxofon und Bariton (Gesang). Zusammen mit Martina und Markus gehe ich wieder ins „Rorbua“. Heute wird Eintrittsgeld erhoben, denn die Movin´ Time spielen zum Tanz auf. Es hört sich gut an und, gerade will ich genüsslich mein Arctic-Bier antrinken, schon werde ich von einer hübschen blonden Frau zum Tanz aufgefordert. Es scheint, dass in dieser Stadt ein Frauenüberschuss besteht.
Nachts, während wir erwartungsvoll aber erfolglos auf Deck F in die Luft starren, endlich die erwünschte Durchsage. Wir stürzen aufs Vorderdeck und sehen Reste des abglimmenden Nordlichts, immerhin ein erster Eindruck.

Heute ist Samstag und die Sonne lacht vom Himmel. In Harstad gehen einige Passagiere von Bord und fahren über die Inselgruppe Vesterålen, in Sortland werden sie wieder zu uns stoßen. Dieser Tag wird mir besonders in Erinnerung bleiben, eigentlich halte ich mich trotz der Kälte nur an Deck auf und bewundere das Panorama. Fantastisch, wie der Schnee auf den Bergen in der Sonne glänzt und sich die Bilder im Wasser spiegeln. Bei Risøyhamn passieren wir den künstlich angelegten Kanal Risøyrenna, eine 4,5 Kilometer lange flache Fahrrinne, 1922 fertiggestellt und vom König eingeweiht. Fischreiher und Möwen haben es sich auf den Bojen gemütlich gemacht. Unser Kapitän freut sich über den Besuch seiner Familie.

In Stokmarknes ist ein Besuch des Hurtigrutenmuseums Pflicht, Gäste vom Schiff haben freien Eintritt. In diesem Ort hat Kapitän Richard With das Unternehmen quasi gegründet. Es ist sehr interessant und vermittelt einen guten Eindruck über die frühere Personenbeförderung auf See. Unser Chefkoch zeigt später an Deck, wie Fisch filetiert wird. Morgens wurden 40 Paletten Lachs geladen und das frische Sushi, gerade zubereitet, schmeckt außerordentlich köstlich. Unser Demonstrationsobjekt wiegt 4,5 Kilogramm. Wir haben später die Möglichkeit, beim Marinieren zuzusehen und können uns das Produkt zum Mitnehmen einschweißen lassen.

Die Schönheit des Raftsunds kann nur erahnt werden. Dieser 20 Kilometer lange, aber sehr enge, Wasserweg zwischen Vesterålen und den Lofoten ist auf beiden Seiten malerisch von 1.000 Meter hohen Bergen eingerahmt. Anschließend, denn heute ist es möglich, nähern wir uns dem Eingang zum Trollfjord. Die Schiffsbesatzung versucht, uns mit starken Scheinwerfern einen kleinen Eindruck zu vermitteln.

In Svolvær haben wir heute etwas mehr Zeit zur Verfügung, nämlich zwei Stunden. Die angestrahlten Fisch-Trockengestelle in der Hafeneinfahrt sind weithin sichtbar. Svolvær ist mit 4.300 Einwohnern größter Ort auf den Lofoten und auch führend als Wirtschafts- bzw. Kulturzentrum. Auf meinem heutigen Besichtigungsprogramm steht die Ausstellung „Magic Ice“. Alle Skulpturen wie Fischer, Robben und Boote wurden aus Eis hergestellt. An der Eisbar dürfen sich die Besucher einen Johannisbeerwein nehmen, natürlich im Eisglas serviert. Ein Mitarbeiter dieser Ausstellung, ein Schweizer, erzählt mir, dass die Galerie im Sommer renoviert und erweitert werden soll. Auf dem Weg zurück treffe ich zwei Damen vom Bodensee. Sie meinen, das begehrte Licht gesehen zu haben. Beim Abendessen, heute gibt es frischen Dorsch von den Lofoten als Hauptgang, freue ich mich wieder über die aufmerksame Kellnerin. Sie fragt, ob ich Baiser, das zum Kvæfjordkake gereicht wird, mag.

Und dann beginnt der Polarzauber! Ich vermag meine Begeisterung und Freude nicht in Worte zu fassen. Es ist ein magisches Schauspiel, das ich nie vergessen werde, ein einmaliges mystisches Spektakel, ein unbeschreibliches Erlebnis! Fasziniert beobachten wir in der nächsten knappen Stunde diverse Polarlichter in allen Facetten, mal im Osten, mal im Westen, zeitweilig fast über den ganzen Himmel gezogen, von einem Horizont zum anderen. Ich nutze beim Fotografieren als einziger Passagier ein Stativ, ein freundlicher Herr aus Burgdorf ist mir beim Nachjustieren meiner Kameraeinstellung behilflich. Überglücklich greife ich in meiner Kajüte nach dem Wasserkocher, dieser Abend will belohnt sein. Nach der Abfahrt in Stamsund gehe ich noch einmal an Deck, aber der Polarzauber ist leider verflogen.

Bei Sonnenaufgang des zehnten Tages überqueren wir wieder den Polarkreis. Heute ist die Weltkugel auf der Insel Vikingen gut zu erkennen. An Deck wird danach eine entsprechende Zeremonie veranstaltet. Jeder der möchte erhält einen Löffel mit Lebertran und ein Glas Aquavit. Getauft sind wir ja bereits. In Nesna verlässt uns ein Röntgenarzt, mit dem ich mich häufig unterhalten habe. Er war in Hammerfest zugestiegen. Mittags laufen wir in den Hafen von Sandnessjøn ein und ich verlasse als erster das Schiff. Im Zentrum kann ein Denkmal des Dichterpriesters Peter Dass besichtigt werden. Sobald ich wieder an Bord bin wird die Gangway eingezogen, da habe ich wohl noch einmal Glück gehabt.
Gegen Mittag fahren wir an den „Sieben Schwestern“ vorbei, ein Gebirgsstock mit sieben Gipfeln, der in der norwegischen Sage eine große Rolle spielt. Um 15.00 Uhr begeistert uns ein romantischer Sonnenuntergang. In Bronnoysund haben wir über eine Stunde Aufenthalt und ich mache einen kleinen Spaziergang durch die Stadt.

Trondheim verlassen wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück. Wieder passieren wir die kleine Insel Munkholmen. Auf der "VESTERÅLEN" ist es leer geworden. Viele Gäste haben in Trondheim ausgecheckt und nur noch gut zehn Passagiere befinden sich auf dem Schiff. Aus diesem Grund wurde gestern schon das Abschiedsessen zelebriert und um einen Tag vorgezogen. In Anwesenheit des Kapitäns und einiger Offiziere wurde uns ein Viergang-Menü serviert. Von unserer ursprünglichen Reisegruppe sind lediglich noch sechs Personen an Bord. In der Crew arbeiten insgesamt 44 Mitarbeiter, zumeist norwegische Staatsbürger. Nachmittags setze ich mich in die Cafeteria, lese und kümmere mich um meine Emails, hier ist der Empfang wesentlich besser als in der Kabine. Kristiansund empfängt uns mit Schneeregen, es ist nass und ungemütlich.
Aufgrund des heftigen Seeganges muss das Abendessen wieder einmal um eine knappe Stunde verschoben werden. Tüten für menschliche Bedürfnisse sind auf dem Schiff genügend und immer in Reichweite ausgelegt.

Als Molde in Sicht kommt hat man den Eindruck, eine dicke Wolke in Form eines Dreiecks liege über der Stadt. Trotz des ungemütlichen Wetters schnappe ich mir meinen Mantel, streife die Spikes über und gehe in die Stadt hinein. Aber spätestens am Rathaus kehre ich um und freue mich auf meine behagliche Kabine.

Nun ist also der letzte Tag an Bord angebrochen. Petrus schenkt uns ein Wetter wie aus dem Bilderbuch, blauer wolkenloser Himmel, strahlender Sonnenschein und plus sechs Grad. In der Nähe von Florø begrüßt uns der Leuchtturm Stabben. Um 14.20 erreichen wir Bergen, verlassen das Schiff und gehen zum Terminal. Vorher hatte ich schon meine Verbindlichkeiten auf der Cruisecard bezahlt und mich vom Reiseleiter online für den morgigen Rückflug einchecken lassen. Bezahlt werden kann in bar oder mit Karte, eine gute Möglichkeit, die restlichen Münzen ohne Kursverlust los zu werden. Mit dem Bus geht es dann zum Hotel in der Innenstadt. Wieder fasziniert mich das hanseatische Flair Bergens. Häufig sehe ich Menschen mit Skiern auf der Schulter. Im Fernsehen wird eine Folge der Krimiserie „Derrick“ gezeigt, deutsch mit norwegischen Untertiteln.

Nach dem Abendessen schaue ich gebannt auf den wolkenfreien Himmel – vergeblich, vom Polarlicht keine Spur.


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