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Bilder
auf einer Hauptstraße in Albanien

auf einer Hauptstraße in Albanien

Moschee

Moschee

Denkmal der 5 Helden

Denkmal der 5 Helden

unterwegs in Albanien

unterwegs in Albanien

unterwegs in Albanien

unterwegs in Albanien

unterwegs in Albanien

unterwegs in Albanien

unterwegs in Albanien

unterwegs in Albanien

An den Buchten des Balkans

eine Reise durch das ehemalige Jugoslawien - oder auch - Adria, Karl May und Sonne

Shkodaër

Einiges hatte ich über die Straßenverhältnisse in Albanien gelesen, sie sind jedoch noch schlechter, als in den Büchern beschrieben. Ein Deutscher überholt mich und sieht viel zu spät einen in der Kurve entgegenkommenden Bauern mit drei Kühen. Eine Vollbremsung verhindert Schlimmeres. Ein Teil der Strecke führt am Ausläufer des Skutarisees vorbei. An einer schmalen einspurigen Brücke weiß ich nicht mehr weiter und bin sofort von Kindern umringt, die neugierig ins Auto schauen. Wegbeschriftungen und Straßenschilder sind Mangelware, ich wende und erkundige mich dann bei ein paar jungen Männern auf einem Parkplatz. Kein Problem, geben sie mir zu verstehen, einfach nur folgen. Wir kehren um und fahren dann, da kein Gegenverkehr vorhanden ist, langsam über besagte Brücke.

Nach kurzer Suche stehe ich vor dem avisierten Hotel "Palma", aber es wird z. Zt. renoviert, lediglich das Gartenrestaurant ist geöffnet. Man empfiehlt mir das nahegelegene Hotel "Ideal" und hier erhalte ich das gewünschte Zimmer. Da es nicht über Aircondition verfügt, kann ich den Preis noch etwas herunter handeln.

Shkodaër hat rund 100.000 Einwohner und ist nach Tirana und Durrës die drittgrößte Stadt Albaniens. Jetzt am Wochenende sitzen viele Menschen vor ihren Häusern, vor einem Lokal oder einer Teestube und unterhalten sich. Ab und zu wird der Bürgersteig gesprengt, um etwas Erfrischung zu erhalten. Viele Bars sind noch geschlossen. Langsam schlendere ich durch das Stadtzentrum, gehe an der eindrucksvollen Moschee vorbei und sehe mir das Denkmal der 5 Helden an, das auf einer kleinen Verkehrsinsel inmitten der Hauptstraßen aufgebaut wurde.
Im Gartenrestaurant des "Palma" esse ich zu Abend und trinke ein paar Flaschen Tirana-Bier, es schmeckt nicht schlecht. Die Stühle sind spärlich besetzt, obwohl es ein wirklich lauschiger Platz ist. Auf einer großen Leinwand werden die CL-Spiele Sevilla vs. Arsenal und Ajax vs. Inter gezeigt.

Es ist schon dunkel, als ich zu neuen Taten aufbreche und weitere Bars oder Pubs besuchen möchte. Doch weit gefehlt, alle Türen sind verschlossen, selbst der Ausschank in meinem Hotel hat schon Feierabend. Der Kellner besorgt mir einige Flaschen aus der Nachbarschaft und meint, man könne Albanien auch nicht mit anderen Ländern vergleichen. Er spricht leidlich Englisch. Die Sprache, so sagt er, habe er im Fernsehen gelernt. Italienisch ist Fremdsprache Nr. 1 und so versuche ich, wenn es auf Englisch nicht funktioniert, meine Fragen oder Wünsche auf Spanisch zu stellen. Manchmal klappt es.

Bevor ich am nächsten Morgen weiter fahre, spendiert der Hotelinhaber noch einen Espresso. Mangels Hinweiszeichen fällt es mir schwer, den richtigen Weg aus der Stadt heraus zu finden. Ich frage einen Polizisten, er greift zu seiner Kelle, regelt den Verkehr um mich herum und erklärt gestenreich die Fahrstrecke.

Kurz hinter der Stadtgrenze fahre ich über den Fluss Drin. Viele Menschen gehen zu Fuß zur Kirche, manche Frauen haben ihre Tracht angelegt. Die Gegend ist sehr ansprechend, es geht immer auf Serpentinen über mächtige Berge und durch eindrucksvolle Waldlandschaften. Aber der Straßenzustand ist manchmal so katastrophal, dass ich in Gedanken schon einen Reifenwechsel übe. Eigentlich wollte ich über Tirana zum Ohridsee und von dort weiter, aber jetzt freue ich mich über jeden Kilometer, den ich in diesem eigentlich doch sehr schönen Land sparen kann.

Die Fahrbahn zieht sich endlos hin und ich bin mir gar nicht mehr sicher, auf dem richtigen Weg zu sein, kein Ort, kein Schild, nur ab und zu ein Auto, das mich überholt oder mir entgegen kommt. Alte Daimler-Benz-Fahrzeuge scheinen hier sehr begehrt zu sein. Kühe grasen unbeaufsichtigt am Straßenrand.
Dann endlich ein Café. Hier erfahre ich, dass ich erst die Hälfte der Strecke bis Pukë, dem nächsten größeren Ort, hinter mir habe. Der Wirt freut sich sehr, einen ausländischen Gast bedienen zu dürfen und lädt mich zu einer Tasse Kaffee ein.

Langsam geht es weiter, meist zeigt mein Tacho 20 bis 30 kmh an. Dann, mitten in der freien Natur, fernab jeder Zivilisation, steht ein Polizist auf der Straße. Er fragt mich, ob alles in Ordnung sei und wünscht eine gute Weiterfahrt. Später kommen mir einige Hochzeitsgesellschaften entgegen. Kinder verkaufen Obst an der Straße, auch dort, wo man wirklich keine Menschenseele erwartet.

Wieder winkt ein Polizist. Er fragt, ob ich ihn bis Kukës mitnehmen könne. Ich freue mich über seine Gesellschaft, wenngleich wegen der sehr geringen Englischkenntnisse meines Mitreisenden nur eine spärliche Unterhaltung in Gang kommt. Aber bei einer möglichen Autopanne ….

Hinter Kukës wird die Fahrbahn noch schlechter, ich meine, dass hier eine neue Autobahn entsteht. Immer wieder Baustellen und holperige Sandwege mit tiefen Schlaglöchern. Aber ich schaffe es ohne Unfall und Reifenwechsel bis zur Grenze. Auf albanischer Seite sind zwei Euro zu bezahlen.

Der Grenzbeamte im Kosovo ist sehr höflich und fragt mich gleich, ob ich eine gute Fahrt hatte oder ob etwas vorgefallen sei. Die grüne Versicherungskarte hilft mir auch hier nicht weiter, denn es wird eine spezielle Autoversicherung gefordert, und schon sind die nächsten 50 Euro weg.

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