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Austern, selbst geerntet

Austern, selbst geerntet

hier finden wir den Bernstein

hier finden wir den Bernstein

in Fanø

in Fanø

in Fanø II

in Fanø II

Dünenlandschaft

Dünenlandschaft

Watt soweit das Auge reicht

Watt soweit das Auge reicht

auf dem Weg zum Atlantik

auf dem Weg zum Atlantik

an der Nordspitze der Insel

an der Nordspitze der Insel

einer der zahlreichen Bunker

einer der zahlreichen Bunker

in den Dünen

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"unser" Ferienhaus

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Der Goldene Oktober – ideal für Kurzreisen

Nordseeinsel Fanø

Zum Austernessen nach Dänemark


Die meisten meiner Mitreisenden waren schon in der Vorwoche in Fanø Bad angekommen und hatten das Ferienhaus bezogen. Gegen Abend erreiche ich die dänische Stadt Esbjerg und finde auch ohne Umwege zum Hafen. Nach kurzer Wartezeit legt die Fähre ab und im letzten Licht der Abendsonne fahren wir über die Nordsee nach Fanø. Ein riesiger Vollmond leuchtet über dem Wasser. Dank meines Navis habe ich keine Probleme, ohne Umwege ans Ziel zu kommen. Einige meiner Reisepartner stehen bereits am Herd und bereiten ein Abendessen vor. Als ich höre, dass man in dieser Gegend durchaus Bernstein finden kann, ist mein Interesse geweckt. Bisher hatte ich immer angenommen, dass diese Steine nur an der baltischen Küste auftauchen.

Am nächsten Morgen versorgen wir uns in einer urigen Bäckerei mit Brötchen und frühstücken dann gemütlich. In der Zwischenzeit hatten einige von uns die Ebbe ausgenutzt, waren übers Watt gegangen und hatten eine Schüssel frischer Austern „gepflückt“. Auch das hätte ich hier nicht für möglich gehalten, geschweige denn erwartet. Etwas Probleme bereitet uns das Öffnen der harten Schalen und ein spezielles Messer für diesen Zweck haben wir natürlich nicht dabei. Schließlich gelingt es uns, genüsslich beträufeln wir den Inhalt mit Zitronensaft und schlürfen ihn herunter. Zufällig lese ich gerade einen Krimi, der in der Bretagne handelt und viel über das Fangen, Vermarkten und Behandeln der bretonischen Austern beschreibt. Nun habe auch ich Gelegenheit, mich mit entsprechendem Fachwissen in die Diskussion einzubringen.

Fanø, etwa halb so groß wie die Insel Rømø, zählt etwa 3.200 Einwohner. Nordby, am Fähranleger, ist größter Ort der Insel. Ihre langen Strände sind in großen Teilen für den Autoverkehr freigegeben. Auch wir fahren südwärts und halten an einer Stelle, wo das Entdecken von Bernstein nicht unwahrscheinlich erscheint. Und tatsächlich, wir haben Glück und finden ein paar dieser Exemplare, aber ich gestehe, ohne Hilfe hätte ich diese winzigen Steinchen nicht entdeckt. Trotzdem bin ich stolz auf den Fund und werde den Bernstein in Ehren bewahren. Die meisten Strandläufer, und es sind einige, haben ihren Blick nach unten gesenkt und hoffen ebenfalls auf ein Erfolgserlebnis.

Später treffen wir uns in Sønderho und machen einen kleinen Spaziergang durch diesen pittoresken Ort. Die Reetdachhäuser machen einen gepflegten Eindruck, bei einem wird das Dach gerade neu eingedeckt. Aber ich will auch nicht verhehlen, dass ein paar Gebäude leer stehen und zum Verkauf angeboten werden. Angeblich dürfen nur Dänen eine Immobilie auf der Insel erwerben, Ausländern wird dieses Recht nicht zugestanden. Auf den Straßen ist nicht viel los, die Einwohner sollen, so heißt es, im nahen Esbjerg arbeiten und können diese Idylle nur abends oder an den Wochenenden genießen. Zwar ist es heute sonnig, aber nicht besonders warm und so zögern wir nicht lange, als wir eine Konditorei finden, die Softeis, aber auch warmen Kaffee und Kuchen verkauft. Im beheizten Gastzimmer lassen wir es uns gut gehen. Antike Requisiten an den Wänden und in den Regalen verleihen diesem Raum noch ein ganz besonderes Flair.

Gegen Abend treffen wir uns auf einem Spielplatz, der nicht nur uns bekannt zu sein scheint, wie die vielen Autos auf dem Parkplatz, darunter viele deutsche, vermuten lassen. Die Männer haben am Grillplatz schon ein Lagerfeuer entfacht und Minuten später brutzeln die ersten Würstchen und Steaks. Auch ein paar der Austern legen wir aufs Feuer zum Grillen. Sie schmecken danach anders, aber sehr gut. Selbst gebackenes Brot wird auf Stöckchen befestigt und in die Glut gehalten.
 
Abends besuche ich mit den anderen Männern eines der wenigen Inselgasthäuser und bin erstaunt, dass die Wirtin weder Deutsch noch Englisch spricht, denn gerade in Skandinavien hat man eher selten Verständigungsprobleme. Aber alles kein Problem, der Inselbusfahrer ist uns als Dolmetscher sehr behilflich und außerdem, wer wird in einem Lokal schon verdursten.

Anderntags verlasse ich meine Reisegruppe und wandere allein zum Strand. Der nördliche Teil gilt als autofrei und erstreckt sich in einer nicht geahnten Breite. Es ist sonnig, windig und kühl, also ideal für einen Strandspaziergang. In angemessener Entfernung bewegt sich ein Frachtschiff in Richtung Atlantik. Nur wenige Personen sind unterwegs und ich habe quasi das gesamte Wattenmeer für mich alleine. Am nördlichsten Punkt wende ich, wandere durch die hier reichlich vorhandene Dünenlandschaft zurück und entdecke ein paar versteckte Bunker.

Den Nachmittag verbringe ich gemütlich mit Lesen, abends sind meine Kochkünste gefragt und mit vereinten Kräften zaubern wir auch ein pikantes Spaghettigericht auf den Tisch. Danach ist Kartenspielen angesagt. „Uno“ kannte ich bisher nicht und es ist durchaus Übungsbedarf vorhanden.

Gemütlich geht es am nächsten Tag nach Hause, Gitte hat bei der Auswahl des Ortes und beim Reservieren des Hauses wieder ein glückliches Händchen bewiesen.


    
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