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La petite France

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Place Kleber

Place Kleber

Münster

Münster

Münsterplatz

Münsterplatz

in Boppard

in Boppard

in Boppard

in Boppard

am Rhein

am Rhein

am Rhein

am Rhein

Loreley

Loreley

Loreley

Loreley

Herbststimmung in Straßburg

Bis Kehl gibt es, von ein paar kleinen Staus auf der Autobahn abgesehen, keine Probleme. Aber danach scheint der Verkehr nur noch zu stehen. Schuld ist die riesige Baustelle am Stadteingang von Straßburg. „Hoffentlich hält die Pont de l´ Europe das Gewicht der vielen stehenden Autos aus“, denke ich mir. Nur mühsam quälen sich die Fahrzeuge weiter, zu allem Überfluss kommt auch noch die Rushhour dazu. Mein Hotel liegt in der Nähe des Bahnhofs und so muss ich mich nur an die Verkehrshinweisschilder halten. Einmal meine ich, vom rechten Weg abgekommen zu sein und frage in einem Weinladen nach. Der freundliche Besitzer zeigt mir den Streckenverlauf am PC und druckt ihn für mich aus. Es sind nur noch ein paar Minuten bis zum Hotel, aber leider kann ich nicht dort links abbiegen, wo es angebracht wäre. Mittlerweile ist es dunkel geworden und die Straßenschilder sind nicht mehr gut zu erkennen. Wieder halte ich an und frage ein Ehepaar, sie erklären mir den Weg. Aber Einbahnstraßen verhindern, dass ich so fahren kann, wie ich möchte. Wie durch ein Wunder treffe ich wieder auf das hilfsbereite Ehepaar, sie fahren vorweg und geleiten mich sicher und ohne Umwege zum Hotel.

Bis zum Zentrum sind es nur gut zehn Minuten und sogleich mache ich mich auf den Weg. Da ich schon einige Male in Straßburg war, kann ich mich so ein klein wenig an die Stadtaufteilung erinnern und erreiche ohne größere Umwege das Gerberviertel oder das Quartier des Tanneurs im Stadtteil La Petite France, also in Klein Frankreich.

Dieses Bilderbuchviertel besteht aus malerischen Fachwerkhäusern, Kanälen und kleinen Gassen. Und natürlich ist hier auch die Hochburg des Tourismus. Aber das hält mich nicht davon ab, im „Maison des Tanneurs“ nach einem Tisch zu fragen. Es sind ein paar Einheimische im Restaurant, doch die großen Tafeln sind den polnischen Reisegruppen vorbehalten. Selbstverständlich bestelle ich Choucroute, denn jetzt ist Sauerkrautsaison. Es schmeckt sehr gut, der Speck und das Eisbein sind tadellos, allerdings munden mir die Würstchen und die Frikadelle als Beilage nicht. Der Riesling passt hervorragend.

Leider ist es am nächsten Morgen sehr neblig, Dennoch mache ich mich auf den Weg und freue mich auf die nächsten Stunden. Viele Bettler bitten um eine kleine Spende. Zunächst gehe ich zum Place Gutenberg und bin dann auch schon auf dem Münsterplatz, das vom romanischen und gotischen Münster dominiert wird. Aber auch die anderen Bauwerke prägen diesen Platz, schließlich wurde die Altstadt von Straßburg 1988 auch zum Weltkulturerbe erklärt.

Selbstverständlich besuche ich die Kathedrale und bin ergriffen von der Größe, den schönen Fenstern und den Rosetten. In diesem Jahr sehe ich das Münster erstmals ohne Gerüst, bei den Besuchen vorher wurde immer irgendwo gearbeitet.

Gegenüber befindet sich das Palais Rohan, das ehemalige Bischöfliche Schloss. Dann gehe ich zum Place Kléber mit der Statue des Namensgebers, einem General. Bekanntestes Gebäude an diesem Platz ist wohl die Aubette, die Hauptwache.

Dann zieht es mich wieder an den Fluss Ill und an die schönen Fachwerkhäuser, die ich am Vorabend schon bewundern durfte. Doch es ist nicht so einfach, wie gedacht. Eine Demonstration, an der sich mehrere hundert Menschen beteiligen, hat Vorfahrt.

Auf Spruchbändern wird für Solidarität gegen Sparmaßnahmen geworben, jetzt bin ich also in Europa angekommen. Nun ist das Gerberviertel gleich erreicht. Gegen Mittag verziehen sich die Wolken und schöner Sonnenschein verwandelt La Petite France in eine verzauberte Herbstlandschaft. Es ist schon einmalig, wie sich die Fachwerkhäuser mit den typischen Dachgauben im Wasser des Flusses spiegeln. In einem Restaurant auf der linken Seite des Ill esse ich zu Mittag. Danach lasse ich mich einfach durch die Stadt treiben, ohne ein direktes Ziel anzusteuern. Ein Plakat weist auf einen Auftritt von Helene Fischer am 20.11. hin.

Abends halte ich mich wieder in dieser Gegend auf, konzentriere mich aber mehr auf den Pinot noir. Das Abendessen ist auch heute exzellent und Frankreich aus diesem Grund immer wieder eine Reise wert.

Am nächsten Morgen geht es zurück nach Deutschland. Der Verkehr ist etwas ruhiger und auf der Europabrücke geht es zügiger voran. Am frühen Nachmittag erreiche ich Boppard und belege ein Zimmer im „Hotel Hubertus“. Aber alles, was ich mir vorgestellt hatte, hat vor Wochen stattgefunden. Die Straußenwirtschaften sind geschlossen, die meisten Weinstuben haben den Saisonbetrieb eingestellt. Auch die Rheinschifffahrt arbeitet schon im Nebensaisontarif, jedenfalls legt der Dampfer, der eigentlich lt. Fahrplan um 15.oo Uhr nach St. Goar und zur Loreley fahren sollte, nicht an. Aber was soll´s, jetzt habe ich den Ort wenigstens für mich. Glücklicherweise finde ich nach einem langen Spaziergang an der Rheinpromenade ein Weinlokal und probiere ein paar einheimische Gewächse.
 
Am Abend lasse ich mich einfach durch den Ort treiben und kehre in ein paar Weinstuben, die nun doch geöffnet haben, ein. So wird es doch noch ein schöner Ausklang des Tages.

Am nächsten Morgen, nach einem sehr guten Frühstück im Hotel, fahre ich nach St. Goar und dann weiter zur Loreley. Gerne wäre ich am Rhein durch die vielen malerischen Orte zurück gefahren, aber es ist regnerisch und kühl – machen wir es halt beim nächsten Mal.

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