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Kathedrale Trimartyri

Kathedrale Trimartyri

Blick auf den Venezianischen Hafen

Blick auf den Venezianischen Hafen

alte Moschee

alte Moschee

alter Leuchtturm

alter Leuchtturm

Blick auf den Venezianischen Hafen

Blick auf den Venezianischen Hafen

in der Schlucht

in der Schlucht

in der Schlucht

in der Schlucht

in der Schlucht

in der Schlucht

in der Schlucht

in der Schlucht

Agia Roumeli

Agia Roumeli

Kreta

zur Geburtstagsfeier nach Griechenland

Chaniá

Nun bin ich also in der nach Meinung vieler Besucher schönsten Stadt der Insel. Aber es dauert, bis ich in meinem Hotel bin. Lange Autoschlangen schleichen in die Stadt, parkende Fahrzeuge in der zweiten Reihe erschweren das Fortkommen und das „Elia Betolo Hotel“ liegt in einer Fußgängerzone. Nach mehrmaligem Durchfragen fahre ich schlussendlich in ein fast überfülltes Parkhaus und erreiche dann über Umwege mein Hotel. Schnell checke ich ein und lasse mich dann von der sehr freundlichen Rezeptionistin über meine Pläne informieren. Schließlich möchte ich die Samariá-Schlucht besuchen und meine Freunde meinten vor einigen Tagen, die normale Durchquerung sei zu heiß und gefährlich für mich. Auch im Reiseführer wird darauf hingewiesen, dass jährlich einige Menschen diese Wanderung nicht überleben und andere mit ernsten Kreislaufproblemen gerettet werden müssen. Deshalb interessiere ich mich für den so genannten „Lazy Way“. Die Hotelmitarbeiterin empfiehlt mir, mich bei Reiseveranstaltern zu erkundigen. Doch hier erfahre ich, dass in dieser Woche keine Fahrten mehr geplant sind, also doch auf eigene Faust los. Im nahen Busbahnhof informiere ich mich über An- und Abreise und dann, endlich, schaue ich mir Chaniá an.

Die Stadt, etwa 55.000 Einwohner, war bis 1971 Inselhauptstadt und wurde dann von Heraklion abgelöst. Ich halte mich hauptsächlich in der malerischen Altstadt mit den verwinkelten autofreien Gassen auf, erfreue mich an der Atmosphäre und lasse mich dann zum Venezianischen Hafen treiben. Historische Hausfassaden bestimmen das Stadtbild, die Kathedrale Trimartyri, venezianische Palazzi, Stücke der venezianischen Stadtmauer, Tavernen, Cafés, Pensionen und Restaurants in Hülle und Fülle. Mir gefällt es. Während des 2. Weltkriegs zerstörten deutsche Bomben die halbe Altstadt, trotzdem gilt Chaniá als bauhistorisch wichtigste Stadt der Insel. Natürlich kümmert man sich auch um die Besucher, die in langen Scharen durch die Gassen streifen. Souvenirläden aller Art stellen ihre Waren aus, fliegende Händler, heute überwiegend mit Selfiestangen streifen durch die Menge. Glassbottomboote warten auf Kundschaft, Schnorchel- oder Fischfangtouren stehen auf dem Programm, der Badestrand liegt etwas außerhalb. So lasse ich mich am Venezianischen Hafen entlang treiben, gehe am Fischer- und Jachthafen vorbei und finde dann ein gemütliches Lokal zum Abendessen.

Am nächsten Morgen werde ich pünktlich wach, obwohl ich nicht geweckt wurde. Sowohl mein Handywecker als auch die Hotelrezeption haben ihren Dienst versagt. Nach einem schnellen Frühstück eile ich zum Busbahnhof und dann geht es los. Etwa 70 Kilometer trennen uns von Chóra Sfakión, wo ich dann knapp zwei Stunden später auf die Fähre nach Agía Rouméli steige. Es freut mich, dass ich mal wieder selbst organisieren muss und nicht immer den Anweisungen anderer Menschen zu folgen habe So sehr ich die Kaukasus-Rundreise vor ein paar Wochen auch genossen habe, aber etwas mehr Individualität und Eigeninitiative vermitteln einem doch ein ganz anderes Gefühl oder Erfolgserlebnis. Nach 75 Minuten ist der Hafen erreicht.

In Agía Rouméli kaufe ich mir eine Mütze, decke mich mit ausreichend Mineralwasser ein und mache mich dann mit schätzungsweise 30 weiteren Wanderern, u.a. aus Deutschland und Frankreich, auf den Weg. Viele Marschierer stützen sich auf einen Teleskopwanderstock. Nach rund zwei Kilometern ist der Parkeingang erreicht, das Eintrittsgeld zu entrichten und dann geht es hinein in die Schlucht, immer geringfügig bergauf. Die Gegend ist phantastisch, mal ist der Durchgang schmal und die Felsen sind drei Meter voneinander entfernt, mal läuft man auf einer breiten Ebene. Und immer wieder ist der Fluss zu überqueren. Das Thermometer nähert sich der 30-Grad-Marke und ich bin froh, genügend Wasser eingesteckt zu haben. Nach knapp zwei Stunden erreiche ich die verlassene Siedlung Samariá mit ihren schattigen Platanen und anderen Bäumen wohlbehalten. Selbst ein Toilettenhäuschen ist vorhanden. Immer mehr Wanderer aus Omalós kommen mir entgegen und so entscheide ich, umzukehren und zum Hafen zurück zu gehen. Rund sieben Kilometer liegen vor mir. Am Parkausgang wird mein Ticket kontrolliert und ein paar Schritte weiter kann man köstlichen frisch gepressten Orangensaft erwerben. Außerdem wird an dieser Stelle auch ein Busservice zum Boot für zwei Euro angeboten, den ich natürlich ausschlage. Nun haben wir noch genügend Zeit bis zur Abfahrt der Fähre und die ansässigen Restaurants und Tavernen freuen sich über ein gutes Geschäft. Es ist bereits dunkel, als wir in den Bus steigen und ich bin dankbar, diese kurvenreiche Serpentinenstrecke nicht selbst fahren zu müssen.

Abends in der Taverne freue ich mich wieder über den liebenswürdigen Service. Eine Flasche Wasser wird sofort auf den Tisch gestellt und nach dem Essen gibt es häufig einen Teller mit Kuchen, Obst oder anderen Leckerlis „aufs Haus“.

Am nächsten Morgen überraschen mich Marion, Conny und Wilfried mit einem Besuch. Wir treffen uns am Busbahnhof und schlendern dann gemütlich durch die Altstadt zum Venezianischen Hafen und marschieren dann über den langen Steg zur Fortezza bzw. noch weiter bis zum Leuchtturm. Es ist sehr heiß und wir sind immer bemüht, einen Weg im Schatten zu finden. Am Fischer- und Jachthafen suchen wir uns einen Platz und trinken etwas. Nachdem wir noch gemeinsam die Markthalle durchschritten und besichtigt haben fahren sie zurück, ich suche mir einen schattigen Platz und lese. Gegen Abend schaue ich mal in der Kneipenszene, ob deutscher Fußball gezeigt wird, denn in Georgioúpolis haben meine Freunde eine entsprechende Taverne gefunden, und dann sollte es doch auch in Chaniá möglich sein. Aber, wohin ich auch schaue, es werden nur Übertragungen aus England und Italien gezeigt. Schließlich frage ich im „the green eye“, ob es denn möglich sei, das Spiel Werder vs. Leverkusen zu verfolgen und sofort wird einer der beiden Außenbildschirme auf dieses Programm gestellt. Zusammen mit mir verfolgt ein Paar aus Dänemark das Spiel, am Tisch nebenan feiert eine dänische Gruppe Geburtstag und lässt sich von der Übertragung nicht stören. Bekannterweise gewinnt Werder Bremen das Spiel und entsprechend hoch fällt meine Zeche aus.

Am Sonntagvormittag gehe ich wieder zum Auto und wundere mich, die Parkgarage ist fast vollständig leer, die Parkgebühr allerdings relativ hoch. Gemächlich fahre ich am Meer entlang in Richtung Westen bis Máleme, aber die Strände sagen mir nicht so zu. Hier im Ort sind viele deutsche Soldaten gefallen, ein deutscher Soldatenfriedhof kann besucht werden. Jetzt noch schnell tanken, das Benzin kostet etwa 15 Cent mehr als in Deutschland, und dann zurück nach Chaniá.

Nun ist der letzte Tag angebrochen. Eine Bezahlung per Kreditkarte ist heute aus technischen Gründen im Hotel nicht möglich. Gemütlich fahre ich nach Georgioúpolis, warte auf Marion und Wilfried und gemeinsam geht es zum Flughafen. Da wir genügend Zeit haben, legen wir in Bali noch eine Mittagessenpause ein und verköstigen uns mit leckerem Oktopus und sehr schmackhaften Calamari. Der Flughafen ist schnell erreicht, das Auto abgegeben und dann beginnt das Chaos. Es werden in zu kurzer Zeit zu viele Flugzeuge abgefertigt und die Menschenmenge hastet nervös durch den Flughafen. Aber auch diese Prozedur ist irgendwann beendet und zufrieden besteigen wir den Airbus. Der Heimflug mag beginnen.

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