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Trafalgar Square

Trafalgar Square

Houses of Parliament

Houses of Parliament

Big Ben und Parlament

Big Ben und Parlament

Horse Guard

Horse Guard

Victoria Memorial

Victoria Memorial

Buckingham Palace

Buckingham Palace

Wachablösung

Wachablösung

Wachablösung

Wachablösung

Tower Bridge

Tower Bridge

königlicher Wächter

königlicher Wächter

im Tower

im Tower

im Tower

im Tower

im Tower

im Tower

St. Paul´s Cathedral

St. Paul´s Cathedral

Tower Bridge

Tower Bridge

Nullmeridian

Nullmeridian

Tate Modern

Tate Modern

London Eye

London Eye

Fascinating London

die coolste Stadt der Welt

Der Dumont-Reiseführer preist Englands Hauptstadt in den höchsten Tönen. Faszinierend ist sie zweifellos, und vielleicht auch die coolste Metropole der Erde, aber um das zu behaupten oder zu bestätigen bedarf es eines längeren Aufenthaltes, als er mir vergönnt war.
Vieles hat sich seit meinem ersten Besuch, Ostern 1970, verändert, und trotzdem ist der Wiedererkennungsfaktor jetzt im Juli 2008 relativ hoch. Allerdings hat sich die Kultur der "auf den Bus Wartenden" erheblich verschlechtert und fast schon Festlandformen angenommen, wenn ich da an früher denke …, da gab es kein Drängen und Schieben.

London, rund 2.000 Jahre alt, hat 7,5 Mio. Einwohner, etwa 7.000 Pubs und 8.500 Restaurants. 30 Mio. Touristen besuchen die englische Metropole jährlich und erleben den faszinierenden Kontrast zwischen Tradition und Moderne, das Miteinander von Bewahrung alter Riten und dem Trendsetting.

Wieder einmal habe ich das Glück, den preiswerten Service von Ryanair nutzen zu können, bereits im Flughafen Bremen besteht die Möglichkeit, eine Busfahrkarte der Linie "Terravision" vom Stansted Airport in die Innenstadt zu lösen, sie kostet für Hin- und Rückfahrt 21,- Euro, eine entsprechende Fahrt mit dem Zug hätte angeblich den doppelten Preis gekostet.
Der Flug dauert etwa 75 Minuten, in London ist es wegen der Zeitumstellung eine Stunde früher. Während ich auf den Bus zur Liverpool St. warte, sehe ich, dass weitere Gesellschaften, National Express und Easy Bus, einen Pendelverkehr in die Innenstadt anbieten. Im Bus muss der Sicherheitsgurt angelegt werden.

Mit der Tube, der London Underground, fahre ich dann zur King´s Cross Station und von dort sind es nur noch ein paar Fußminuten zum "Hotel Meridiana" am Argyle Square, ruhig und sehr zentral gelegen, aber auch preislich in Ordnung. Diese Unterkunft hatte ich wieder vorher im Internet gebucht.

Der Bus 91, natürlich Doppeldecker und knallrot, bringt mich am nächsten Morgen zum Trafalgar Square. Die 50 m hohe Nelson-Statue und der Löwenspringbrunnen sind mir noch in guter Erinnerung. Jetzt bin ich im Herzen von London, von hier zweigen die Mall zum Buckingham Palace und die Ministerienmeile Whitehall zu den Houses of Parliaments ab. Das Haus des Premierministers befindet sich in einem Seitenarm, der Downing Street 10, doch der Zugang zu dieser Adresse ist abgesperrt. Früher konnte man noch vor dem Eingang dieses spektakulären Gebäudes für ein Foto posieren.

Westminster Abbey, die Krönungskirche der Monarchen, hat noch geschlossen, einige Reisegruppen warten schon vor dem Seitentor auf Einlass. Der Eintrittspreis kommt mir relativ hoch vor und, da ich diese Kirche bei meinen beiden vorherigen Stadtbesuchen schon besichtigen durfte, begnüge ich mich mit der Außenansicht. Berühmte Menschen fanden hier ihre letzte Ruhe: u. a. Charles Darwin, Isaac Newton, Henry Purcell und Charles Dickens.

Ein paar Schritte weiter erhebt sich das Parlament mit dem Wahrzeichen der Stadt, dem Glockenturm Big Ben. Sein stündliches Geläut ist weltweit bekannt. Unzählige Touristen verweilen auf der Westminster Bridge und genießen das Panorama. Auf der anderen Seite der Themse wurde im Jahr 2000 die neue Attraktion Londons errichtet, das London Eye, 135 m hoch und mit 32 Gondeln das größte Riesenrad der Welt.

Jetzt wird es Zeit, zum Buckingham Palace zu gehen, schließlich möchte ich mir noch einmal die Wachablösung ansehen, die in den Sommermonaten täglich um 11.30 Uhr beginnt. Doch bereits eine Stunde vorher sind alle Plätze am Zaun belegt und man kann die Zeremonie nur noch von weitem verfolgen. Zahlreiche interessierte Gäste verharren auf dem Victoria Memorial vor dem Palast und hoffen auf eine gute Sicht.
Um 11.30 h beginnt die Show, zunächst kommt ein Spielmannszug anmarschiert, einige Momente später eine Abteilung der königlichen Infanterie mit Blasmusik. Eine Abteilung der Horse Guards vervollständigt die Aufführung.

Die Aktionen auf dem Schlossplatz kann ich nur akustisch verfolgen, viel zu viele Menschen versperren einen guten Blick auf das Geschehen. Beeindruckt hat mich jedoch, dass bei der Wachablösung Stevie Wonders "Sir Duke" mit absoluter Präzision geblasen wurde, diesen Song hätte ich hier nicht erwartet. Mein Bruder ist gerade dabei, ein Blasmusik-Medley mit Stücken dieses Interpreten zu arrangieren, die Queen`s Foot Guards werden, da mit Noten bestens versorgt, nicht mehr zu seinen Kunden gehören.
Wenn ich mich recht erinnere, war 1970 der Marsch "Das ist die Berliner Luft" von Paul Lincke angesagt bei Changing the Guard.
Berittene Polizei kontrolliert das Geschehen und greift gelegentlich ein, komplimentiert neugierige Beobachter von der Mauer des Memorial und schützt die Sicherheitszone.

Auf dem Rückweg verlasse ich die Mall und schlendere durch den St. James´s Park zum Horse Guards Building. Uniformierte Wachhabende mit prächtigen Bärenfellmützen, die königlichen Kavalleristen, starren bewegungs- und reglos in die Kameras der Besucher. In der Parliament Street besuche ich den bei Parlamentariern beliebten Pub Red Lion, der zu dieser Zeit aber ausschließlich von Touristen bevölkert wird. Angeblich werden die Politiker hier mit einer Glocke an ihre Pflicht erinnert.

Meinen Plan, mit einem Schiff von Westminster zur Tower Bridge zu fahren, verwerfe ich ganz schnell angesichts der langen Menschenschlangen am Themseufer. Es scheint, als ob wirklich jeder Zweite das gute Wetter zu einem Bootsausflug nutzen möchte, sei es nach Greenwich oder stadtauswärts in die Gegenrichtung.

Also zu Fuß weiter bis zur St. Paul´s Cathedral, immer am Fluss entlang. Nach einer Besichtigung der nach dem Petersdom zweitgrößten europäischen Kathedrale, überquere ich die Themse auf der Millenium Brücke, die bis an das futuristische Tate Modern, wo eine moderne Kunstausstellung untergebracht ist, heran reicht. Von hier sind es noch ein paar Schritte zum Nachbau der Golden Hinde, dem Flaggschiff, mit dem Sir Francis Drake als erster Engländer die Welt umsegelte. Vor der Hay´s Gallerie wird Folklore aufgeführt. Etwas weiter dümpelt ein altes Kriegsschiff, die HMS Belfast, auf dem Wasser. Jetzt noch an der eiförmigen City Hall, dem Sitz der Londoner Stadtverwaltung, vorbei und dann habe ich die imposante Tower Bridge vor mir. Die 1894 eröffnete Hebebrücke mit den neogotischen Doppeltürmen ist sicher eines der bekanntesten Bauwerke von England. Als Fußgänger hat man von hier oben einen wunderbaren Blick auf den Fluss und die Skyline.

Am Ende meines langen Stadtspazierganges steht der Besuch des Tower. Die bekannte Festungsanlage, früher königliche Residenz und Gefängnis, befindet sich auf einem rund 7 ha großen Gelände. Als ich die Menschenmenge vor den Kartenhäuschen sehe, will ich gleich wieder abdrehen, aber eigentlich interessieren mich die Kronjuwelen doch. Also Geduld bewahren und anstellen, und so lange hat das Warten auf die begehrte Eintrittskarte auch gar nicht gedauert. Zwei Beefeater, die Schlosswächter mit den schönen Hüten, erzählen Geschichten und werden von Besuchern umlagert, auf einigen Rasenflächen finden Ritterspiele statt.

Während wir im Jewel House langsam auf die Kostbarkeiten des Empire zugehen, können wir an der Wand kleine Filme, die uns die wertvollen Ausstellungsstücke vorstellen, ansehen. Und dann, endlich, sind wir am Ziel. Ein kleines Förderband sorgt dafür, dass jeder Besucher in gebührender Geschwindigkeit an den goldenen Schmuckstücken vorbeifährt.
Für kurze Zeit gehe ich noch in den White Tower und sehe mir die dort ausgestellten Rüstungen und Waffen an.

Den Abend dieses interessanten Tages verbringe ich in Soho. Es dauert, bis ich mich ob dieses erschlagenden Angebots für ein Lokal entscheide. Viele Gäste stehen mit einem Glas Bier in der Hand vor den Pubs auf der Straße und beobachten das gewaltige Treiben. Rikschafahrer warten auf Kundschaft, leicht bekleidete Damen setzen ihre Reize effektvoll und teils erfolgreich ein, um einsamen Männern den Abend zu verschönern.
In einer Bar am Piccadilly Circus lasse ich den Tag ausklingen.

Am Sonntag unternehme ich einen Ausflug nach Greenwich. Die Tube fährt normalerweise bis ans Ziel, heute allerdings nicht, ab Canary Wharf werden Busse eingesetzt, weil die Bahnstrecke überholt wird. Das Königliche Observatorium liegt inmitten eines schönen Parks auf einer kleinen Anhöhe. Zunächst besichtige ich das Peter Harrison Planetarium und dann gönne ich mir, wie alle anderen Gäste auch, den Spaß und stelle mich über den Nullmeridian, mit einem Fuß auf die britische und mit dem anderen auf die mitteleuropäische Zeitzone.

Vieles habe ich in dieser kurzen Zeit gesehen, besichtigt oder erlebt. Bei den vorherigen Besuchen standen u. a. Hyde Park, Wembley, Downing Street, Madame Tussaud, Harrods, Baker Street, Docklands und vieles mehr auf dem Programm, und beim nächsten Mal werde ich wohl auch das Nationalmuseum schaffen. Die Stadt ist einfach zu groß und ein Wiederkommen absolut notwendig.

Mit einem Schiff fahre ich von Greenwich zurück ins Zentrum, die vielen schönen Brücken vor Augen, rechts und links das tolle Stadtpanorama – London ist schon ziemlich cool.

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