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Rathaus

Rathaus

Route

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rechts das Hochzeitshaus

rechts das Hochzeitshaus

Blick auf den Markt

Blick auf den Markt

Schönes Deutschland IV

Romantik und Wein - Tauber und Rhein

Alsfeld

Alsfeld

Glücklich durch den TÜV gekommen setze ich mich am 14. Juli 2021 ins Auto und fahre gen Süden. Die Romantische Straße bei Tauberbischofsheim und die Weinstraße bei Neustadt in der Pfalz sind mein Ziel, auf der Rückfahrt plane ich Stopps am Rhein bei Bacharach und St. Goar ein.

Ein Video über diese Reise kann bei YouTube unter

https://www.youtube.com/watch?v=YSo8fZshQsg

eingesehen werden, viel Spaß dabei.

Da ich genügend Zeit zur Verfügung habe, werde ich heute nur bis Alsfeld (ca. 19.000 Einwohner) im hessischen Bergland fahren und mir die europäische Modellstadt für Denkmalschutz ansehen. Dieser Titel wurde ihr wegen der gut erhaltenen Fachwerkarchitektur verliehen. Doch bei Nörten-Hardenberg setzt ein Starkregen ein, den ich als Autofahrer noch nie erlebt habe. So drossele ich die Geschwindigkeit, fahre auf die rechte Spur und sehe zu, dass mein Auto wegen Aquaplaning nicht ins Schleudern gerät. Später werde ich im Autoradio die Hiobsbotschaften vernehmen und von den Vorfällen in Erftstadt oder Neuenahr-Ahrweiler hören. Im Hotel „Zum Schwalbennest“ habe ich für die erste Nacht ein Zimmer gebucht.

Bis zum Zentrum ist es nicht sehr weit und nach zehnminütigem Spaziergang, zum Glück hat der Regen nachgelassen, stehe ich auf dem Marktplatz – und bin schlichtweg begeistert. Sei es das spätgotische Rathaus, das mit den von Helmen bekrönten Erkern zu den bedeutendsten Fachwerkbauten Deutschlands gehört, die alte Apotheke, die mittelalterlichen Häuser Markt 13, 12 und 8 oder das Hochzeitshaus, wo ich mich mit einem Kaffee stärke. Hinter dem ältesten Fachwerkhaus Markt 2 befindet sich der „Schwälmer Brunnen“.

Stark beeindruckt von der nicht erwarteten Schönheit des Marktes nehme ich Platz in der nahe gelegenen „Gaststätte zur Gemütlichkeit“ und bestelle auf Empfehlung einer hübschen Frau am Nebentisch ein halbes Hähnchen, ein absolutes Muss, so sagt sie. Das Rezept soll von Generation zu Generation weitervererbt worden sein. Und es stimmt, der Vogel schmeckt wirklich prima. Nun wird mir von meiner Nachbarin noch geraten, einen einheimischen „Verdauer“ zu bestellen, entweder Korn oder Kümmel, ich bestelle Kümmel und erhalte Korn. Auf dem Rückweg freue ich mich über einen Storch auf dem Leonhardsturm. Später halte ich mich in der Hotelgaststätte auf und wundere mich über die vielen Harley-Davidson-Requisiten und über die zahlreichen Pokale bei der Rezeption. Auf Nachfrage erfahre ich, dass der Chef früher ein erfolgreicher Rallyefahrer war.

Nach einem guten Frühstück setze ich mich beschwingt in mein Auto, klappe das Dach herunter, kaum zu glauben, aber die Sonne scheint, und versuche, nicht meinem Navi zu gehorchen, das mich unbedingt auf eine Autobahn leiten will. Ich folge der Bundesstraße 254 und fahre durch eine angenehme Landschaft bis Fulda. Die ersten Ausläufer der Rhön erlebe ich in Höhe der Ortschaften Motten, Kothen und Speicherz, die ich anlässlich meiner Deutschlandwanderung im Jahre 2016 durchstreift hatte, aber auch Bad Brückenau und Hammelburg sind mir in guter Erinnerung. Nachdem ich über die Fränkische Saale gefahren bin, leuchten die Berge des Spessarts im Sonnenlicht und in der Kreisstadt Karlstein erkenne ich die ersten Weinberge. Kurz vor Würzburg fahre ich geraume Zeit am Main entlang und in Zell überquere ich selbigen Fluss.

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