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unterwegs auf der Nordnorge

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unterwegs auf der Nordnorge

malerischer Regenbogen

malerischer Regenbogen

unterwegs auf der Nordnorge

unterwegs auf der Nordnorge

Wasserfälle - Fjorde - Seen

eine Reise durch Norwegen und Finnland

Auf der Nordnorge

Lange hatte ich diesen Moment herbei gesehnt, viele Artikel über die Postschiffe gelesen und mir die Reise in den schönsten Farben ausgemalt. Am Eingang muss jeder Passagier seine Hände desinfizieren. Meine Kabine liegt auf Deck 5 und nur eine Tür trennt mich vom Achterdeck.
Pünktlich um 12.00 Uhr setzt sich der mächtige Koloss in Bewegung. Borddurchsagen in verschiedenen Sprachen weisen auf Einnahme der Mahlzeiten oder andere Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten hin. Die Panoramaplätze auf Deck 7 sind sehr begehrt, abends unterhält hier ein DJ die anwesenden Gäste. Ich halte mich lieber an der im wahrsten Sinne des Wortes frischen Luft auf dem Achterdeck auf.

Meine Illusion, auf einem Postschiff zu sein, das auch Passagiere mitnimmt, ist schnell dahin, es verhält sich genau umgekehrt. So finden insgesamt 623 Personen Platz auf der Nordnorge, 451 Betten in 211 Kabinen stehen zur Verfügung. Die Fahrt auf einem Hurtigschiff scheint bei Reisegruppen jenseits der 70 sehr beliebt zu sein, zumindest ist grau die vorherrschende Haarfarbe der vornehmlich in Italien, Frankreich und Deutschland beheimateten Touristen. Aber auch Einheimische nutzen diese Transportmöglichkeit und checken mitsamt ihrem PKW ein. Beim so genannten Coffee Deal kann für viel Geld eine Tasse erworben werden und man hat ein Jahr lang den Kaffee umsonst. Manchmal habe ich den Eindruck, dass dieses Gefäß wie ein Statussymbol betrachtet wird. Nach dem Abendessen warten die Mitreisenden in langen Schlangen vor den Kaffee-Automaten, damit sich der Aufwand auch amortisiert.
Die Kabinenkarte kann als Geldkarte aktiviert werden, ich zahle aber weiterhin bar oder mit Creditcard.

Mein Ticket schließt nur das Frühstück mit ein und ich freue mich, mittags und abends individuell speisen zu können. Am ersten Morgen sind zwar viele Plätze im Restaurant frei, aber anscheinend für Späterkommende von ihren Bekannten reserviert, jedenfalls werde ich auf Nachfrage einige Male abgewiesen. Doch nun genug der Kritik. Das Glück ist mir hold und ich lande am Tisch von Mutter und Tochter aus Australien. Wir unterhalten uns prächtig und haben auch später häufig Kontakt.

Auf rauer See geht es, an einer früheren Gefängnisinsel vorbei, durch den Stokksund vorwärts. Wegen des starken Wellengangs müssen die Lifte außer Betrieb gesetzt werden. Buholmråsa, ein einsamer Leuchtturm in the middle of nowhere, markiert das vor uns liegende als Folda bezeichnete offene Meer. Trotz des feuchten und kühlen Wetters gehe ich häufig an Deck und erfreue mich an dem Wolkenspiel, das ich in dieser Heftigkeit noch nicht erlebt habe. Ein riesiger Regenbogen spannt sich im Halbkreis über den Horizont, ein gigantisches Schauspiel.

Von der Überquerung des Nördlichen Polarkreises kriege ich am nächsten Morgen nichts mit. Wir hätten die Uhrzeit am Vortag schätzen können, ich habe mich aber an diesem Spiel nicht beteiligt und auch nicht an der späteren Polartaufe teilgenommen. Wohl aber kaufe ich mir eine entsprechende Ansichtskarte mit spezieller Briefmarke und lasse sie vom Kapitän abstempeln.
    
Nach dem geschilderten Frühstück gehe ich wieder an Deck und lasse die Landschaft an mir vorbei gleiten. Zwar habe ich immer ein Buch zur Hand, aber ich komme einfach nicht zum Lesen. Wegen des schlechten Wetters fallen zwei fakultative Exkursionen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser, nämlich der Ausflug zum Svartisengletscher und die Bootsfahrt zum Saltstraumen, dem wohl stärksten Mahlstrom der Erde.

In Ørnes halten wir nur eine halbe Stunde, es lohnt also nicht, in den Ort zu gehen. Besser verhält es sich in Bodø, hier bleibt das Schiff von 12.30 h bis 15.00 h im Hafen. Die Hauptstadt von Nordland zählt rund 45.000 Einwohner. Man hätte sich einer geführten Tour anschließen können, ich gehe lieber allein ins Zentrum. Es regnet und die Stadt empfängt uns düster und unfreundlich. Nachdem ich am Yachthafen eine kleine Stärkung zu mir genommen habe, besichtige ich den Torget, also den Marktplatz, und danach die Kathedrale, die Domkirke.

Es regnet noch immer, als wir Bodø verlassen. Nach einem kurzen Halt in Stamsund, wo ein paar Paletten ein- und ausgeladen werden, geht es weiter in Richtung Svolvær und um 21.00 h betrete ich erwartungsvoll die Lofoten.


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