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am Inari-See

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Rovaniemi: am Ufer des Ounaskoski

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Markt in Oulu

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Wasserfälle - Fjorde - Seen

eine Reise durch Norwegen und Finnland

Rovaniemi und Oulu

Das „City Hotel“ ist meine nächste Bleibe, ich hatte es vorher nicht reserviert, aber es gibt noch freie Kapazitäten und die Saunanutzung ist im Preis inbegriffen. Nun bin ich also im kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum Lapplands. Die Einwohnerzahl beträgt rund 36.000 und beträgt damit mehr als 25 Prozent der lappländischen Gesamtbevölkerung. Anfangs mache ich einen kleinen Spaziergang am Ufer des Ounaskoski entlang. Nach einer kleinen Bierpause, hier ist das Getränk zwar auch teuer, aber erschwinglicher als in Norwegen, geht es auf den Marktplatz, wo gerade ein lappländisches Kulturfest stattfindet. Mehrere Bands spielen in einem Zelt und ich lausche gespannt ihrer Musik.

Zum Abendessen bleibe ich im Hotel, denn das hier befindliche Restaurant „Monte Rosa“ wird im Reiseführer besonders gelobt. Und das zu Recht! Mein Rentierbraten ist erster Güte und die Bedienung sehr freundlich und aufmerksam. Anschließend begebe ich mich noch einmal zum Kulturfest und lasse den Tag hier ausklingen.
Eigentlich gehört ein Besuch des Weihnachtsmanndorfes und der Markierung des Polarkreises zum örtlichen Besichtigungsprogramm, aber irgendwie reizt es mich nicht und so lasse ich diese möglicherweise interessanten Sehenswürdigkeiten ausfallen.

Nach einem guten Frühstück gehe ich zum Bahnhof und erwerbe eine Fahrkarte nach Oulu.
Oulu

Die Zugfahrt ist sehr angenehm. Mein Sitzplatz wurde mir zugewiesen, aber die Waggons sind nur zur Hälfte gefüllt. Birken- und Nadelwälder sind an beiden Seiten der Gleise zu sehen, ebenfalls die schönen Weidenröschen. Ein Schild im Abteil besagt, dass das Rauchen und Mitführen von Hunden im Zug verboten ist. Ein Restaurantwagen kümmert sich um das leibliche Wohl der Gäste. Nach etwa 2,5 Stunden sind wir am Ziel.

Das von mir ausgesuchte Hotel hat seinen Dienst aufgegeben, und so steuere ich das „BW Hotel Apollo“ in unmittelbarer Nachbarschaft an und checke ein. Die Stadt, gut 140.000 Einwohner, liegt mit ihren Seen direkt am Ende des Bottnischen Meerbusens. Das warme und sonnige Wetter hat viele Menschen zu einem Spaziergang motiviert und die vielen Imbiss- und sonstigen Geschäfte auf dem Marktplatz können sich über mangelnde Kundschaft nicht beklagen. An einem der diversen Stände bestelle ich mir mein Mittagessen, gebratenen Lachs, ganz leckere mit Knoblauch gewürzte Bratkartoffeln und kleine Fische, vergleichbar mit den Sprotten.

Abends wandere ich wieder bis zum Meer und stelle fest, dass die meisten Restaurants geschlossen haben, denn heute ist Sonntag. Aber einen Hamburger gibt es noch in mehreren Biergärten. Den Rest des Abends verbringe ich in der hoteleigenen Karaokebar und bin erstaunt über das doch relativ reife Publikum. Meistens werden traurige und melancholische Lieder vorgetragen, aber auch die finnische Version von „Whisky in the jar“ und „Living next door to Alice“. Hin und wieder wird getanzt. An einem der Tische kann eine Variation von Black Jack gespielt werden, auf der Herrentoilette hilft ein Kondomat über die Gefahren der Nacht hinweg.

Im Bahnhof erfahre ich am nächsten Tag, dass die Strecke von Oulu bis Ylivieska wegen Gleisbauarbeiten mit dem Bus bedient wird und der Zug nach Tampere erst dann eingesetzt wird. Die Stationsansagen erfolgen auf Finnisch und Englisch. Im Zug ist ein bestimmter Platz für Rollstuhlfahrer reserviert. Auch auf dieser Strecke bleiben viele Sitze leer. Güterzüge mit dicken Baumstämmen warten in den Bahnhöfen oder kommen uns entgegen. Neben den Gleisen blüht schon die Heide. Nach gut sechs Stunden fahren wir in den Bahnhof von Tampere ein.


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