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Kabelvåg

Kabelvåg

Regenbogen über Svinøya

Regenbogen über Svinøya

in Svolvær

in Svolvær

in Svolvær

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angenehme Bekanntschaft

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Svolværgeita

Svolværgeita

Svolværgeita

Svolværgeita

Trollfjord

Trollfjord

Wasserfälle - Fjorde - Seen

eine Reise durch Norwegen und Finnland

Svolvær

Schnell checke ich im vorher gebuchten „Lofoten Summer Hotel“ ein und erfahre zu meiner großen Verwunderung, dass der Preis sich geringfügig verringert hat.
Die Inselgruppe, zwischen dem 67, und 69. nördlichen Breitengrad gelegen und rund 1.200 qkm groß, ist teils durch Brücken und Tunnel verbunden. Vier größere und zig kleinere Inseln oder Felseneilande bilden den Archipel. Schroffe steile und bizarre Felswände sind ihr Markenzeichen. Zum typischen Bild der Lofoten gehören die Holzgestelle, auf denen der Stockfisch getrocknet wird, und die roten Fischerhütten auf Stelzen, die Rorbuerhäuser.

Die Orientierung in Svolvær ist relativ einfach und so schlendere ich erst durch die Hafengegend, denn hier findet man die meisten Lokale. Es ist diesig und die Berge sind in schwere Wolken verhüllt. Ich freue mich, zwei volle Tage auf den Lofoten bleiben zu können, die Nordnorge legt nach bereits einer Stunde wieder ab.

Viele Hotels auf der kleinen Halbinsel Lamholmen befinden sich in den geschilderten niedlichen roten Holzhäusern. Auf dem Parkplatz steht ein Bus des Bremer „Reisedienst von Rahden“.
Später kehre ich im Restaurant/Bistro „Bacalao“ ein und lasse mir das arctic-Bier schmecken.
Hier lerne ich einen Norweger kennen, der mit einer deutschen Frau verheiratet ist. Er preist das Essen im Lokal und rät mir, unbedingt den hier zubereiteten Bacalao, also Stock- oder Klippfisch, zu essen.
Gegen 0.30 gehe ich zurück ins Hotel und mache noch ein paar Fotos von der gegenüberliegenden Kirche. Ein Blitzlicht habe ich nicht gebraucht. Zwar sehe ich nichts von der Mitternachtssonne, aber richtig dunkel wird es in dieser Zeit auch nicht.

Leider hat sich das Wetter am anderen Tag nicht verbessert. Trotzdem streife ich mein Regencape über und wandere zum etwa sechs Kilometer entfernten Ort Kabelvåg.
Hier interessiert mich besonders die Vågan Kirke, Nordnorwegens größte Holzkirche mit über 1.200 Sitzplätzen. Dahinter liegt der Trollstein. Im Reiseführer lese ich, dass König Østein im Jahre 1120, als er das Christentum auf der Insel einführte, diesen Stein als Altar zweckentfremdete. Ann-Karin wird mir später erzählen, dass ihre Eltern auf dem hiesigen Friedhof begraben wurden. Zufällig ist eine Bushaltestelle ganz in der Nähe. Eine sympathische Schwedin wartet ebenfalls auf den Bus nach Svolvær, wir fahren gemeinsam zurück und sie erzählt mir, was sie bisher auf ihrer Norwegenreise erlebt hat.
Später kaufe ich mir ein paar Lebensmittel und lunche im Hotel auf meinem Zimmer.

Dann stürze ich mich wieder ins Geschehen. Svolvær ist mit 4.300 Einwohnern größter Ort auf den Lofoten und auch führend als Wirtschafts- bzw. Kulturzentrum. Auf meinem heutigen Besichtigungsprogramm steht als nächstes die Ausstellung „Magic Ice“. Alle Skulpturen wie Fischer, Robben, Schiffe wurden aus Eis hergestellt. Selbst an der Bar wird mir der Whisky in einem Glas aus Eis gereicht. Zum Glück erhält jeder Besucher eine Felljacke ausgehändigt, bevor er die frostige Galerie betritt. Beim Betrachten meiner Bilder stelle ich fest, dass auch die Linse des Fotoapparates von der Kälte etwas beschlagen ist.

Später pausiere ich in einer gemütlichen Bar auf Lamholmen. Anschließend gehe ich zum Abendessen wieder ins „Bacalao“ und folge der Empfehlung meines gestrigen Gesprächspartners. Bei dieser Speise handelt es sich um auf großen Holzgestellen an der frischen Luft getrockneten Dorsch oder Kabeljau, der mediterran in einer leckeren Tomatensauce serviert wird. Die Bezeichnung „Klippfisch“ rührt noch aus uralter Zeit, als der ausgenommene Fisch auf den Klippen getrocknet wurde.
Es schmeckt prima, besonders, nachdem sich drei sympathische Frauen zu mir an den Tisch gesetzt haben. So habe ich Gelegenheit, mich den ganzen Abend mit der charmanten Ann-Karin zu unterhalten und viel über das Leben in Norwegen zu erfahren. Sie wohnt in Trondheim und war zu einem Klassentreffen auf die Lofoten, ihrer alten Heimat, gereist.

Gegen Mitternacht spaziere ich noch ein wenig am Hafen entlang und erlebe einen wunderschönen Regenbogen.

Zum Glück hat sich das Wetter über Nacht gebessert und ich begebe mich anderntags zum Hafen und nehme an einer Fahrt zum Trollfjord teil. Wir fahren etwa eine Stunde, immer an der schroffen Felslandschaft der Lofoten entlang. Der Fjord selber, mit seinen Bergen und Wasserfällen, bietet ein traumhaftes Panorama. Es ist relativ windstill und die Landschaft spiegelt sich im klaren Wasser. Wer kann schon ahnen, dass wir spät am Abend mit dem Hurtigschiff noch einmal dieses Schauspiel erleben dürfen.
Eine halbe Stunde wird uns Gelegenheit zum Angeln gegeben. Mich persönlich spricht es nicht so an, wohl aber Jenny, eine sympathische Schwedin, die mit ihrem Freund und seinem aus Österreich stammenden Vater unterwegs ist. Später fotografiere ich sie mit ihrem Fang.
Auf der Rückfahrt wird ein Seeadler mit dem Fisch angelockt und wir erleben ein phantastisches Schauspiel und beobachten, wie er, von etlichen Möwen begleitet, die Beute schnappt.
Bevor wir Svolvær erreichen, kommen wir noch an einer Lachszuchtstation vorbei. In der Ferne ist der Svolværgeita, ein Berg mit zwei einzelnen Spitzen oder Kuppen zu erkennen. Mutige Sportler, so hören wir, springen von einem Punkt zum nächsten – und das ohne Netz und doppelten Boden.
Nach einer verdienten Kaffeepause erwerbe ich in einer Buchhandlung den Krimi „Der Mahlstrom“ des hiesigen Autors Frode Granhus, das einzige Buch, das in deutscher Sprache vorrätig ist. Später wandere ich noch zur Halbinsel Svinøya und sehe mir u. a. die dortigen Fischtrockengestelle an. Auch von hier hat man einen guten Blick auf den gerade beschriebenen Berg.

Etwas Ärger bereitet mir ein Geldautomat. Er schließt sofort das Geldfach, weil ich angeblich zu langsam gewesen sein soll, stimmt aber nicht. Also zur nächsten Bank und hier klappt es. Das schon abgebuchte Geld habe ich später mit Hilfe meiner Sparkasse zurück erhalten.

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