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von Hgk. bis Singapur
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Sule Pagode

Sule Pagode

Shwedagon Pagode

Shwedagon Pagode

bei der Shwedagon Pagode

bei der Shwedagon Pagode

Shwezigon Pagode

Shwezigon Pagode

Mönche beim Essen fassen

Mönche beim Essen fassen

Taxistand in Bagan

Taxistand in Bagan

Pagodenfeld in Bagan

Pagodenfeld in Bagan

Pagodenfeld in Bagan

Pagodenfeld in Bagan

Pagodenfeld in Bagan

Pagodenfeld in Bagan

Pagodenfeld in Bagan

Pagodenfeld in Bagan

Frau mit Thanakapaste geschmückt

Frau mit Thanakapaste geschmückt

Ochsenkarren

Ochsenkarren

Ochsenkarren

Ochsenkarren

Einbeinruderer auf dem Inle See

Einbeinruderer auf dem Inle See

Einbeinruderer auf dem Inle See

Einbeinruderer auf dem Inle See

Mit Freu(n)den um die Welt

Erinnerung an ein fünfmonatiges Sommermärchen

Myanmar

Yangon
Mit einer Fokker 70 fliegen wir nach Myanmar, dann gehe ich zum Taxischalter und kaufe einen Gutschein für die Fahrt zum Hotel. Die mich bedienenden Frauen haben ihr Gesicht anmutig mit Thanakapaste geschmückt. Mein Chauffeur ist sehr an europäischen Themen interessiert und wir unterhalten uns prächtig. Das Steuerrad des Fahrzeugs sitzt auf der rechten Seite, obwohl im Land Rechtsverkehr herrscht. Aber das ist hier allgegenwärtig, nur bei Bussen habe ich das Steuer ab und zu auf der linken Seite gesehen. Der Fahrer ist, wie fast alle Männer im Lande, mit einem Longyi, dem Wickelrock, bekleidet. Auf einer Anzeigentafel ist die aktuelle Temperatur zu lesen: 37 Grad. Ansonsten kann ich längst nicht alles entziffern, weil Myanmar eine eigene und für mich unverständliche Schrift hat. Im ehemaligen Burma ist es eine halbe Stunde früher als in Vietnam. Das Tamada Hotel hatte ich auch wieder im Internet gebucht und dann festgestellt, dass ich 2005, beim ersten Besuch in Myanmar, auch hier abgestiegen war.
Bis zur hell erstrahlten Sule-Pagode sind nur einige Minuten zu gehen, also nichts wie hin. Aber wie hat sich der Verkehr verändert, meiner Meinung nach muss er sich in den letzten acht Jahren mindestens verdoppelt haben. Vor Betreten muss ich meine Sandalen gegen Gebühr abgeben. Einige Studenten versuchen sich als Fremdenführer. Ein Uniformierter haut um Punkt 20 Uhr acht Mal auf eine Glocke. Auf der Eisenbahnbrücke sitzt ein Vater mit seinen beiden kleinen Kindern und bettelt um eine milde Gabe.
Später sitze ich in der Bar 365, direkt am Hotel, und verzehre etwas. Da ich an dem ATM-Automaten im Flughafen nur den Gegenwert von 20 US-Dollar erhalten hatte, frage ich, ob die Rechnung auf mein Zimmer gebucht werden könnte. Der Kellner nickt, hat mich aber gar nicht verstanden, er ist der Meinung, dass er später mit auf mein Zimmer kommt, um dort das Geld in Empfang zu nehmen. So zücke ich meine sorgsam gehüteten Dollarnoten und bezahle bar. Ein Schein wird noch angeprangert, weil angeblich zu alt, aber da bleibe ich stur. Kreditkarten werden zwar im Hotel, nicht aber an der Bar, die einen anderen Inhaber hat, akzeptiert. Es ist moderner geworden im Tamada und der Service der beiden reizenden Mitarbeiterinnen an der Rezeption gefällt mir. Vor dem Eingang erkenne ich die Garküche wieder, sie stand hier auch schon im Jahre 2005.
Myanmar, amtlich Republik der Union Myanmar, ist ein Vielvölkerstaat. Seine rund 54 Millionen Einwohner gehören ungefähr 135 verschiedenen Ethnien an. Die Birmanen stellen mit 70 Prozent den größten Bevölkerungsanteil, gefolgt von den Shan mit 8,5 Prozent. Knapp 90 Prozent bekennen sich zum uddhismus. In der Landwirtschaft arbeiten rund 70 Prozent der Beschäftigten. Die durch das Militär im Jahre 1989 veranlasste Umbenennung des Staates in Myanmar wurde von den Vereinten Nationen akzeptiert, verschiedene Länder, darunter die USA und Australien, halten allerdings als Zeichen ihrer Missbilligung am alten Namen Burma fest.
Seit April 2011 sind im Lande Anfänge eines Demokratisierungsprozesses zu verzeichnen. Anlass und Nahziel dieser neuen Politik ist die Lockerung der internationalen Handelsblockaden, die das Land in der Vergangenheit stark isoliert hatten. Viele politische Gefangene wurden freigelassen, Änderungen im Arbeits- und Investitionsrecht herbeigeführt, die Kontrolle der Medien gelockert und mehr als 120 Gewerkschaften genehmigt. Nach wie vor wird Myanmar in der Korruptionsstatistik mit an vorderster Stelle genannt. In der Hauptstadt Yangon leben etwa 4,5 Millionen Menschen. Die Stadt hat mit einer sehr hohen Aidsrate zu kämpfen.
Nach dem Frühstück gehe ich zum gar nicht weit entfernten Tenders-Hotel, um eventuell eine Fahrt nach Bagan zu buchen. Nicole, die Amerikanerin auf dem Boot in der trockenen Halong Bucht, hatte mir dieses Haus empfohlen. Es ist mir aber ein paar Nummern zu exklusiv. Beim Betreten durchläuft man zunächst eine Sicherheitsschleuse. Eigentlich hätte ich hier einen Reiseveranstalter oder Touranbieter vermutet und auch einen Geldautomaten. Aber beides ist nicht vorhanden. Bei den nun folgenden Versuchen, genügend Geld abzuheben, immer das gleiche Ergebnis. Permanent wird nur ein geringer bzw. zu geringer Betrag angezeigt, der sich gar nicht lohnt, abgehoben zu werden. Die freundliche Dame an der Rezeption meint, es liege am Datum. Anfang eines Monats benötigen viele Mitbürger Geld aus dem Automaten und die Auszahlungssumme wird deshalb reduziert. Schweren Herzens greife ich meine eiserne Reserve an, hole Bargeld aus dem Safe und tausche etwas in einer Wechselstube. Ein paar Tage später erkenne ich, dass es mein eigener Bedienungsfehler war, ich hätte durchaus alternative Summen eingeben können.
Gegenüber vom Bahnhof kaufe ich dann eine Busfahrkarte nach Bagan für den nächsten Tag um 19.00 Uhr. Sonntags, also heute, haben die Reisevermittler geschlossen und eigentlich ist es mir so auch lieber.
Das Thermometer zeigt wieder 37 Grad an, als ich mich auf den Weg zur wohl berühmtesten Sehenswürdigkeit von Yangon, dem früheren Rangoon, mache: der Shwedagon-Pagode. Am Eingang sind die Schuhe gegen eine kleine Spende abzugeben und dann ist Eintritt zu entrichten. 8.000 Kyat werden verlangt, rund acht US-Dollar. Rein zufällig ist an dieser heiligen Stelle ein Geldautomat zu finden.
„Und dann erhob sich ein goldenes Wunder am Horizont, ein leuchtendes, glänzendes Wunder, das in der Sonne strahlte“. Mit diesen Worten, so lese ich in Reiseführern und Prospekten, hat Rudyard Kipling seine Begegnung mit der Shwedagon-Pagode beschrieben.
Die Superlative häufen sich, Wahrzeichen des Landes, wichtigster Sakralbau von Myanmar, einer der berühmtesten Stupas der Welt. Mich plagen ganz andere Sorgen, es ist barfuß sehr beschwerlich, einigermaßen, ohne sich zu verbrennen, auf dem heißen Pflaster zu gehen. Anmutig auf einem Hügel gelegen erhebt sich die Pagode etwa 100 Meter hoch. Verschiedene unterschiedliche Legenden berichten über die Entstehung dieses etwa 2.500 Jahre alten prachtvollen Bauwerks.
Vier überdachte Treppenaufgänge führen zur Pagode hinauf. Der Hauptstupa ist von 60 kleineren umgeben. Man schätzt das Gewicht der Goldplatten auf 60 Tonnen. Zahlreiche Diamanten strahlen im Sonnenlicht. Hunderte von Buddhafiguren gehören zum einzigartigen und beeindruckenden Gesamtkomplex. Viele Familien sind unterwegs, geben ein Opfer und beten. Mönche gehen mit gefalteten Händen durch die prachtvolle Anlage. Das geschriebene Wort kann ich nicht lesen, denn dieses Land pflegt, wie bereits erwähnt, eine eigene Schrift.
Wider Erwarten kann ich mich wieder bei facebook einloggen, dafür funktioniert das Telefonieren und Simsen mit dem Handy nicht mehr. Abends in der Bar 365 fällt mir auf, dass sich im Pissoir zig Eiswürfel befinden, was das wohl bedeuten mag.
Da ich meinen großen Rucksack nicht nach Bagan mitnehmen möchte, gehe ich zum Ruby Markt und kaufe eine preiswerte Umhängetasche. Vorsorglich möchte ich für die Rückkehr wieder ein Zimmer reservieren, aber das Preisangebot gefällt mir nicht. Hinter vorgehaltener Hand erfahre ich an der Rezeption, dass ich doch bei agoda.com buchen möge. Danke für den Hinweis, manchmal kann man ein Zimmer tatsächlich bis zu 40 Prozent günstiger buchen, als bei vergleichbaren Portalen. Beim Spaziergang sollte immer der Bürgersteig im Auge behalten werden, denn häufiger klaffen riesige Löcher im Boden und das kann zu nicht unerheblichen Verletzungen führen.
Der Taxifahrer bringt mich zum richtigen Bus, alleine hätte ich bei diesem Gewühle sicherlich lange suchen müssen. Und die Schrift kann ich ja auch nicht lesen. Wir kämpfen uns durch den Feierabendverkehr, überholen Cyclos und zu Personentransportern umgebaute Lastkraftwagen, weichen Bussen aus und wühlen uns durch das Gedränge. Pünktlich um 19.00 Uhr setzt sich der bis auf den letzten Platz gefüllte Bus in Bewegung. Jeder Gast erhält eine Flasche Mineralwasser und eine Decke - und die ist auch nötig denn es ist lausig kalt. Aus der Klimaanlage wird alles herausgeholt. Nach 2 ½-stündiger Fahrt halten wir auf einem riesigen Parkplatz an und diverse Restaurants stehen den hungrigen Reisenden zur Verfügung. Vorher erhält jeder vom Busbegleiter ein Zahnputzset und ein Erfrischungstuch.
Meine sympathische Sitznachbarin spricht ein wenig Englisch und wir unterhalten uns ganz ordentlich. Sie ist in eine dicke Winterjacke verhüllt und wird unterwegs ein paar Male auf ihrem Handy angerufen. Dem lauten Video schenkt sie genauso wenig Aufmerksamkeit wie ich. Die Fahrt ist relativ preiswert, es hätte noch eine Möglichkeit in einem Bus mit komfortableren Schlaf- oder Liegesitzen gegeben, und der Preis wäre nur unmaßgeblich höher.


Bagan
Kurz nach 4.00 Uhr erreichen wir Bagan und das Abenteuer kann beginnen. Der Busbahnhof ist nur karg beleuchtet, total staubig und zum Transport stehen Pferdekutschen bereit. Mein Fahrer kennt das gebuchte Hotel, fährt los, natürlich unbeleuchtet, und nach fünf Minuten sind wir am Ziel. Wenn ich das gewusst hätte …
Man lässt mich herein, aber ein Zimmer hatte ich ja erst für die kommende Nacht gebucht. So versuche ich, in der Rezeption etwas zu schlafen, bis eine mittelgroße Ratte durch den Raum läuft. Schnell stelle ich mein Gepäck zur Sicherheit auf einen Schemel. Dann, so nach und nach, kommen die ersten Mitarbeiter und endlich auch einer, der der englischen Sprache mächtig ist. Er macht viele interessante Vorschläge, aber es muss meistens bar und in US-Dollar bezahlt werden.
Unter dem lauten Gebet eines Mönches gehe ich zur nahe gelegenen Shwezigon-Pagode, gebe meine Sandalen ab und bin wohl einziger fremder Gast. Es ist noch dunkel. Viele Mönche verharren im Gebet und andere Gläubige knien vor dem Stupa. So langsam dämmert der Morgen und bald erstrahlt die Pagode im warmen Sonnenlicht. Der Sonnenaufgang soll an dieser Stelle gut zu beobachten sein, ich habe aber keinen geeigneten Platz gefunden. Außerdem bin ich für Sonnenuntergänge prädestiniert.
Auf staubigen Wegen gehe ich zu einem Geldautomaten, frühstücke in der Nähe und unterhalte mich mit zwei deutschen Reisenden. Der junge Mann aus München ist etwa so lange unterwegs wie ich und möchte bis Mai/Juni in Asien bleiben. Sein Reisekamerad, ein älterer Herr, ist in Köln wohnhaft. Sie waren morgens weiter hinausgewandert und schwärmen vom Sonnenaufgang.
In der Bank tausche ich die erforderliche Menge in Dollarnoten, gehe zum Hotel zurück und buche eine Ballonfahrt über die Tempelfelder von Bagan. Außerdem eine Busfahrt zum Inlesee und einen Flug zurück nach Yangon. Dann ist auch mein Zimmer hergerichtet und ich kann einchecken.
Im elften Jahrhundert mutierte Bagan, eine historische Königsstadt am Irrawaddy, zur größten buddhistischen Metropole, wuchs zu einer der größten Städte des Mittelalters heran. Hohe Unterhaltungskosten und etliche Kriege führten dazu, dass die Stadt nicht mehr die frühere Bedeutung erlangte. Von den ehemals 6.000 Pagoden sind heute noch etwa 2.000 erhalten ...

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Vielen Dank.

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