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Merlion

Merlion

Marina Bay Sands

Marina Bay Sands

Science Museum

Science Museum

Botanischer Garten

Botanischer Garten

Pool im 56. Stock

Pool im 56. Stock

Hindutempel in Little India

Hindutempel in Little India

Raffles Hotel

Raffles Hotel

endloser Strand auf Bintan

endloser Strand auf Bintan

Sultan Moschee

Sultan Moschee

Mit Freu(n)den um die Welt

Erinnerung an ein fünfmonatiges Sommermärchen

Singapur

In der Metropole
Das Taxifahren ist in Singapur relativ preiswert und so gönne ich mir eine Droschke zum Hotel an der Riverside. Aber ich erkenne die Stadt, gelinde gesagt, überhaupt nicht mehr wieder. Sie hat mit den Eindrücken, die ich 1997 mit Reiner erhielt, nichts mehr zu tun. Der Taxifahrer meint, wenn ein Einheimischer nach zwei Jahren wiederkommt, muss er seine Heimat neu erkunden.

Mein Hotel liegt sehr zentral am Fluss und beim Essengehen habe ich das Gefühl, in einen Schmelztiegel der verschiedenen Menschen unseres Erdballs gekommen zu sein, es ist, banal gesagt, alles vertreten. Und genauso schmilzt auch das Portemonnaie bzw. der Inhalt, Singapur ist extrem teuer geworden. Ab morgen werde ich in den preiswerteren Hawker Stalls essen.

Asien fühlt sich anders an. Die Bars sind bestens ausgestattet, gar kein Vergleich mit den Lokalen vor ein paar Stunden in Myanmar. Eis wird sackweise verwendet, die Gläser werden vor dem Einschenken mit kaltem Wasser gekühlt und Flaschenbier wird in Eiskübeln serviert. Was für ein Service. Auf großen Bildschirmen können Rugby- oder Premier League-Spiele verfolgt werden.

Zu Fuß mache ich mich auf, um die Stadt zu erkunden. An der Rezeption des Hotels wird immer nur empfohlen, ein Taxi zu nehmen, dabei ist der öffentliche Nahverkehr wirklich gut ausgebaut und preiswert. Auf Taxi und MRT (Mass Rapid Traffic), so die Bezeichnung für die Metro, verzichte ich also und gehe zunächst immer am Fluss entlang. Staunend beobachte ich die zahlreichen Lokale am Clarke Quay. Ausflugsboote warten auf Gäste für eine Stadtrundfahrt, diverse ATM-Automaten auf Kunden mit gefülltem Konto. Ein paar Meter später dann das Denkmal von Herrn Thomas Stamford Raffles, dem Gründer von Singapur. Und wieder muss der Kopf in den Nacken gelegt werden, um die Wolkenkratzer in kompletter Höhe und Größe wahrzunehmen.

Dann habe ich auch schon das erste Ziel erreicht und kann das Wahrzeichen der Stadt, den Merlion, eine über acht Meter hohe Figur aus Löwe und Fisch, aus nächster Nähe betrachten. Für ein Foto, ohne dass jemand “im Bild steht”, bedarf es schon einer gewissen Ausdauer.

In absoluter Nachbarschaft dann das Konzerthaus und Theater Esplanade. Die Architektur stößt nicht nur auf Zustimmung. Vor uns dann das Marina Bay Sands, das wahrscheinlich am meisten fotografierte Bauwerk in Singapur, die berühmteste Dachterrasse Asiens, eigentlich eine Stadt für sich. Daneben dann ganz elegant das einer Lotusblume nachempfundene Art Science Museum.

Also mutig voran. Es ist schwül und heiß und ich bemühe mich, immer genug Wasser zu trinken. Auf der Erdgeschossetage des riesigen Marina Bay Sands befinden sich viele Modegeschäfte mit teils eigentümlichen Namen, wie beispielsweise “Bread & Butter” oder “Banana Republic”. In der Food-Abteilung, immerhin gibt es hier 50 Restaurants, gönne ich mir einen Salat, bevor ich, natürlich gegen entsprechende Gebühr, in atemberaubender Geschwindigkeit in den 56. Stock fahre und auf der Aussichtsterrasse lustwandele. Das Panorama ist phänomenal. Man hat einen Rundumblick über die Stadt. Heute ist die Sicht nicht ganz klar, an anderen Tagen soll man bis Malaysia oder Indonesien sehen können. Mir genügt das, was ich vorfinde. Mit diesem Pfund kann die Stadt wuchern. Man erkennt den Hafen, sieht Sportboote, den Botanischen Garten mit den wie eine Glocke aussehenden Cloud Forest und Flower Dome, natürlich die Oper und ganz besonders das Science-Museum. Viele Menschen haben die Auffahrt nicht gescheut und beobachten, genau wie ich, wie sich Gäste des Fullerton Bay Hotels auf der anderen Seite der Bucht wohlig auf der Dachterrasse räkeln oder ein Sonnenbad nehmen. Im Restaurant stärke ich mich mit einem belgischen Bier, denn andere Sorten gibt es nicht. Eigentlich wollte ich zur Feier des Tages einen Jack Daniels bestellen, aber das hätte mein Budget für heute zu sehr belastet. Der Pool ist nur den Hotelgästen vorbehalten. Viele Interessierte drängen sich an der Rezeption des Hotels und warten darauf, in eines der 2.560 Zimmer einchecken zu können. Im Erdgeschoss werden edle Ferraris und Sehnsucht erzeugende Harley Davidson-Maschinen ausgestellt. Zum Gesamtkonzept gehören dann noch ein Casino, ein Musicaltheater und eine Eislaufbahn.
 
Nach einer Pause am Clarke Quay, wobei ich zum Glück die Happy Hour ausnutzen kann, geht es zurück ins Hotel. Abends stärke ich mich in einer heimischen Brauereigaststätte. Jetzt ist es bei lauschigen 22 Grad gut auszuhalten.

Am nächsten Tag lasse ich es ruhig angehen, nach vier Monaten auf der Walz aber wohl auch kein Wunder. Mit der Metro fahre ich in die absolute Einkaufsstraße Nr. 1, die Orchard Road, und kaufe mir ein paar neue Schuhe. Die Sandalen aus Costa Rica funktionieren zwar noch, aber die Sohlen sind weitgehend abgelaufen und gestern habe ich mir ein paar Blasen eingefangen. Und dann brauche ich ja auch noch eine neue Jacke, denn die Reederei empfiehlt unbedingt wetterfeste Bekleidung und wer weiß, welche Temperaturen uns auf See erwarten. Polizisten achten bei den Fußgängerampeln auf reibungslosen Verkehr.

Mittags bleibe ich in einem der gut gekühlten Einkaufstempel und bestelle mir Ente mit Reis. Zwar ist die Mahlzeit sehr preiswert, aber auf dem Teller liegen mehr Knochen als Fleisch.
Abends geht es wieder zum Clarke Quay und hier scheint sich ganz Singapur versammelt zu haben. Mitten in der Woche finde ich nur mit Mühe einen freien Platz. Neben der Bar Le Noir entdecke ich einen von Türken betriebenen Eisstand. Beim Bedienen wird so viel Klamauk gemacht, dass viele Passanten stehen bleiben und zuschauen. Eine ähnliche Szene ist mir aus Göreme/Kappadokien in Erinnerung.

Die jungen Frauen scheinen nicht viel zu verdienen, denn sonst würden sie am Stoff ihrer Röcke und Kleider nicht so sparen. Aber mit dem echten Asien hat das alles nicht mehr viel zu tun - Singapur wird ja auch das “Asien für Einsteiger” genannt. Beim Gehen wird nur auf das Handy geschaut, das Telefon scheint mit der Hand verwachsen zu sein. Viele Fernsehsender berichten fortwährend über das rätselhafte Verschwinden des malaiischen Flugzeugs, manchmal in einer Sondersendung. Mit der Dame an der Rezeption gerate ich in einen kleinen Streit, als sie mir für den Ausdruck einer Email an den Geldbeutel will. Dabei fühle ich mich hier schon als Dauergast – und kann die Frau dann auch überzeugen.

Asien hat mich wieder, denn heute fahre ich nach Indien, besser gesagt nach Klein-Indien oder Little India, es liegt nur zwei Metrostationen entfernt.
Frauen in langen Saris und Männer mit ihren typischen Hosen bestimmen hier das Bild. Turbane sehe ich eher selten. An oder in der Nähe der Serangoon Road befindet sich ein wahres Eldorado an Gold- und Elektronikgeschäften - und trotzdem habe ich nicht die gewünschte Tasche für mein Handy gefunden.

Längere Zeit verweile ich im Sri Srimivasa Perumal-Tempel und besuche im Anschluss zwei buddhistische Tempel. Der im Reiseführer genannte Central Sikh-Tempel ist geschlossen. Von außen hat mir der zuerst besuchte auch wesentlich besser gefallen.

Zurück im Hotel entspanne ich mich im Pool auf der 3. Etage. Dann ziehe ich mir nach langer Zeit wieder lange Hosen an, schlüpfe in meine neuen Schuhe und fahre zum Raffles-Hotel. Angeblich wird vernünftige Kleidung vorausgesetzt, aber es stimmt nicht. Andere Gäste besuchen das altehrwürdige Hotel in Shorts und Sandalen.
Trotzdem fasziniert es mich. Am Eingang steht ein auf indisch livrierter Page und dirigiert die ankommenden und abfahrenden Taxis. Im Hotel selber geht es sehr freundlich professionell zu. Natürlich genehmige ich mir in der Writers Bar einen Singapur Sling, draußen in der Garden Bar hätte er etwas weniger gekostet, und lausche der klassischen Musik. Früher lag das Hotel direkt am Wasser, aber im Laufe der Jahrzehnte wurde das Meer durch Aufsandung und Landgewinnung immer mehr zurück gedrängt.

Zurück gehe ich zu Fuß. Am Clarke Quay esse ich zu Abend und gönne mir einen Salat mit Lobster. Zum Schluss trinke ich noch ein Bier in einem der vielen Bistros am Robertson Quay. Auch deutsche Lokale sind in der Umgebung vertreten, z. B. “brotzeit” oder “Paulaner Wirtshaus”.
Natürlich besuche ich auch Chinatown. Aber auch hier finde ich nicht die passende Handytasche, dafür jedoch einen Tattooladen. In diesem Stadtteil hat man wieder das Gefühl, im echten Asien zu sein. Geschäfte, die genauso gut in Shanghai sein könnten, Garküchen oder Handwerker sind allgegenwärtig.


Ausflug nach Bintan/Indonesien

An einem der nächsten Tage geht es nach Indonesien, zu einem Tagesausflug auf die Insel Bintan. Mit der Fähre dauert es keine Stunde. Vor dem eigentlichen Hafen ankern etliche Frachter und warten auf ihre Abfertigung, aber mein Containerschiff habe ich nicht gesehen. Einige Mitreisende sind auf die am Platz liegenden Tüten angewiesen. Die Einreise erfolgt relativ zügig und nach kurzer Zeit habe ich meinen Visumstempel im Pass ...

Interesse wie es weitergeht? Fortsetzung folgt - im Buch "Mit Freu(n)den um die Welt", bitte einfach nachstehenden Link anclicken

http://www.shaker-media.eu/de/content/bookshop/index.asp?ISBN=978-3-95631-226-7&ID=2

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Vielen Dank.

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