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Wiedersehen mit Heidi und Werner

Wiedersehen mit Heidi und Werner

am Hoan Kiem See

am Hoan Kiem See

vor dem Literaturtempel

vor dem Literaturtempel

Straßenszene in Hanoi

Straßenszene in Hanoi

auf dem Markt

auf dem Markt

Djung, unser Fahrer

Djung, unser Fahrer

Terrassenwirtschaft

Terrassenwirtschaft

Verhandlungspause

Verhandlungspause

Mutter und Kind

Mutter und Kind

beim Friseur

beim Friseur

hier wächst der Reis

hier wächst der Reis

hinter der Grenze liegt China

hinter der Grenze liegt China

Halong Bay

Halong Bay

Halong Bay

Halong Bay

die "Hühner"

die "Hühner"

Halong Bay

Halong Bay

Trockene Halong Bucht

Trockene Halong Bucht

Trockene Halong Bucht

Trockene Halong Bucht

Abendessen mit den "Hühnern" aus Bielefeld

Abendessen mit den "Hühnern" aus Bielefeld

Mausoleum

Mausoleum

Wasserpuppentheater

Wasserpuppentheater

Mit Freu(n)den um die Welt

Erinnerung an ein fünfmonatiges Sommermärchen

Vietnam

Hanoi
Die vietnamesische Hauptstadt empfängt mich in dichtem Nebel. Gab es vor Jahren bei der Einreise noch Probleme, so kann ich heute vom Gegenteil berichten, wir brauchen nicht einmal mehr eine Migrationskarte auszufüllen. Und möglicherweise hätten wir hier auch das Visum vor Ort erhalten, jedenfalls weist ein Schild darauf hin, oder gilt das nur für Geschäftsreisen?
Kurz vor Beginn der Reise hatte ich mir einen Zweitpass besorgt und Visa Direct in Berlin persönlich die Unterlagen ausgehändigt mit der Bitte, mir jeweils ein Visum für Vietnam und Myanmar zu besorgen. Es hat hervorragend geklappt, der Pass mit den beiden Stempeln wurde rechtzeitig an die Adresse von Schmiedel geschickt, damit er mir das Dokument in Neuseeland übergeben kann.
Im Flughafen erwerbe ich einen Gutschein für die Taxifahrt zum Hotel zu einem Festpreis. Der Betrag erscheint mir gerechtfertigt, aber Reisebüros im Zentrum bieten einen Taxi-Flughafentransfer zum halben Preis an. Auf dem Weg in die Innenstadt müssen wir den breiten Roten Fluss überqueren. Als ich einmal beim Anblick eines waghalsigen Mopedmanövers zusammenzucke, informiert mich der Fahrer nachsichtig, dass an einem bestimmten Tag 30 Motorradfahrer Hanois in einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt waren.
Heidi und Werner sind schon tags zuvor in Hanoi angekommen. Wie lange hatten wir von dieser Begegnung im fernen Asien gesprochen und geträumt, jetzt sind wir da. Sie überreichen mir ein sehr nützliches Bekleidungsgeschenk meines Stammtischs im Hinblick auf die in vier Wochen beginnende Schiffsreise.
Nach herzlicher Begrüßung gehen wir in ein Restaurant und planen unsere nächsten Aktivitäten. Heidi und Werner sind bereits zum dritten Mal in diesem Land und somit kompetente Reisepartner. Ich kenne bisher nur Südvietnam, und dieser Besuch liegt schon neunzehn Jahre zurück. Mal sehen, was die kommenden Tage bringen werden.
Das Frühstück im Hotel gefällt mir. Gestärkt gehen wir durch die anliegenden Straßen und erleben noch ein Asien, wie es sich auch früher darstellte. Kleine Geschäfte, Handwerker und Brutzelbuden. Ein Mann schneidet am Straßenrand seine Zehnägel, die vorbeilaufenden Passanten scheinen gar nicht zu interessieren. Obst- und Gemüseverkäufer mit ihren runden Hüten und Mopedhorden prägen das Stadtbild. Die Überschreitung einer Kreuzung ist schon ein nerviges Unterfangen, unbegreiflich, dass ein Blinder den Mut dazu hat, aber wir haben es wirklich gesehen.
Wir schlendern um den Hoan Kiem See herum und empfinden bei diesem Nebel über der Stadt eine ganz eigentümliche Herbststimmung. Brautpaare lassen sich am Wasser fotografieren. Zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft kaufen wir ein Fotoetui und eine Geldbörse. Es ist gar nicht so einfach, ein entsprechendes Portemonnaie zu finden, da das Fach für Münzen meistens fehlt. An das Bezahlen muss man sich erst gewöhnen, ein US-Dollar ist rund 20.000 Dong wert und natürlich gibt es in dieser Größenordnung nur Scheine. In einer Schneiderei an der Straße lasse ich mir einen Knopf an die Hose nähen. Nachdem wir uns mit Ansichtskarten und Briefmarken versorgt haben, gehen wir ein paar Meter weiter und dort ergibt sich ein ganz anderes Bild. Die Geschäfte werden größer und die Umgebung edler, an jeder Ecke steht ein ATM-Automat und kann benutzt werden. Werner hat mit seiner Karte etwas Pech und erfährt später, dass der Magnetstreifen wohl defekt sein muss.
Im Reisebüro machen wir die nächsten Exkursionen klar. Morgen geht es in die Sapaberge und in ein paar Tagen an die Halong Bay. Vorsorglich buchen wir für die Rückkehr nach Hanoi auch gleich ein anderes Hotel zu einem Preis, der sich sehen lassen kann. Unsere bisherige Herberge lässt leider nicht mit sich handeln.
Facebook funktioniert seit heute nicht mehr, liegt es am Server, am politischen System oder habe ich was falsch gemacht? Es liegt am Land, die Nutzung dieses sozialen Netzwerkes ist nur unter bestimmten Voraussetzungen, die ich nicht erfülle, möglich. Leo ist mir bei der Aufklärung sehr behilflich.
Abends gehen wir ins Happy Day, denn es liegt ganz in der Nähe. Wir essen vorzüglich und lassen den Tag dann auf dem Balkon einer anderen Bar ausklingen.


Fahrt zu den Sapabergen

Djung heißt unser sympathischer Fahrer. Gleich nach dem Frühstück setzen wir uns in Bewegung. Es dauert, bis wir den ohrenbetäubenden Verkehr in Hanoi hinter uns lassen können. Interessant ist die Fahrt allemal. Wir überqueren Flüsse, sehen Reisfelder und Teeplantagen, fahren durch kleine Dörfer, überholen etliche Mopeds oder lassen überholen - und das alles ganz gemächlich. Nach zwei Stunden und 70 Kilometern legen wir die erste Pause ein. Man hätte natürlich auch mit dem Zug nach Sapa fahren können, aber es gibt nur Nachtverbindungen und wir hätten nichts von der interessanten Gegend gesehen.
Bis zum Mittagessen sind wir noch einmal die gleiche Zeit unterwegs. Wir stärken uns mit leckeren Frühlingsrollen, Rindfleisch, einem Stück Sülze, das mir aber nicht so zusagt, Suppe, Tee und Bier. Eine Schweizerin erklärt uns, dass es sich bei den an der Straße vielfach angebotenen Früchten um “Jujube” handelt. Später sehe ich in Wikipedia, dass es in Deutschland für diese Steinfrucht keinen anderen Namen gibt.
Djung fährt sehr gut, der englischen Sprache ist er aber nicht so sehr mächtig, erklärt aber immerhin, dass er dabei war, als die vietnamesische Armee Kambodscha von Pol Pot befreit hat. Er war Funker. Auf relativ guten Straßen geht es dann weiter ins Gebirge. Am Wegesrand trocknen dünne Holzscheiben, die später verarbeitet und als Furnier Verwendung finden werden.
An einem Apfelsinenstand direkt an der Fahrbahn legen wir erneut eine Pause ein. Meines Erachtens kennt Djung die Verkäuferin, aber warum auch nicht. Für ein Kilogramm werden 1 ½ Dollar verlangt. Eine Glucke mit Küken scharrt im Sand. Weiter geht es durch Ortschaften mit Pfahlbauten, unter denen sich manchmal Hühner und Schweine tummeln. In einem anderen Dorf sehen wir etliche Steinmetze bei ihrer Arbeit. Es soll noch vereinzelt Tiger in dieser Gegend geben.
Nach sieben Stunden erreichen wir den Ort Nghia Lo und checken im Muong Lo Hotel ein, zwanzig Dollar werden pro Nacht verlangt. Das Haus ist an zwei Seiten von Reisfeldern umgeben. Wir spazieren durchs Dorf, weichen den Fliegenschwärmen aus und bewundern die schmalen aber zum Teil schön verzierten Häuser. Auf dem Markt werden überwiegend Lebensmittel, darunter Hühnerbeine, verkauft, aber auch Bekleidung und andere Gebrauchsgegenstände. Als ich zum Spaß einen hier üblichen Hut aufsetze, will das Gelächter kein Ende nehmen. Die Menschen sind alle sehr freundlich, lächeln uns an und winken uns zu, Kinder beobachten uns neugierig.
Zum Abendessen bleiben wir im Hotel und erfreuen uns an einem leckeren Feuertopf. Danach erhält jeder ein Stück Pomelo, eine Zitrusfrucht, ähnlich der Pampelmuse oder Grapefruit. Mit der Verständigung klappt es hier nicht besonders gut, es langt aber, um die Grundbedürfnisse zu befriedigen. Der Tourismus hat in diesem Ort noch keine Einkehr gehalten.
Auch am nächsten Vormittag regnet es noch, aber es stört uns nicht, wir sitzen im trockenen Auto und werden sicher chauffiert. Wasserbüffel und Hunde streunen durch die kleinen Dörfer, Kinder fahren in ihren niedlichen Schuluniformen zum Unterricht, malerische Reisfelder liegen an beiden Seiten der Straße. In Than Uyen legen wir eine Mittagspause ein und stärken uns mit einer kräftigen Nudelsuppe. Der Wirt zieht an einer langen silbernen Pfeife.
Nun sind es noch 111 Kilometer bis Sapa, unserem Ziel, auch unter Sa Pa bekannt. Unterwegs hat Djung eine kleine Müdigkeitsphase und bittet uns, doch ein paar Schritte zu gehen. An einer Teeplantage steigen wir aus und sind dankbar, dass wir uns etwas bewegen können. Ganz in der Nähe liegt ein kleiner Hof und dort sehen wir, wie Hängebauchschweine im Dreck wühlen. Schwarze Ferkel liegen im Sand und Büffel traben gemächlich am Straßenrand entlang. Ein paar Enten strecken sich nach einem Wasserschlauch in der Hoffnung, ein paar Tropfen vom edlen Nass zu erwischen.
Der Regen hat aufgehört und die Sicht wird nach und nach besser. Kurz vor Beendigung der Fahrt beobachten wir, wie sich dicke Wolken zwischen die Berge zwängen, mittlerweile hat sich die Sonne durchgekämpft und wir erleben ein ganz interessantes Wetterschauspiel. Lichte Helligkeit auf der einen und neblige Finsternis auf der anderen Straßenseite.
Um 16.30 Uhr erreichen wir das Hotel, können noch etwas am Preis handeln und checken ein. Auf dem Zimmer ist das Surfen im Internet zwar möglich, aber zum Bloggen gehe ich lieber ins Restaurant, hier empfange ich ein besseres Signal. Sapa ist mit dem Ort von gestern nicht zu vergleichen, denn hier hat der Tourismus wieder das Sagen. Es ist lausig kalt, morgens hat es hier noch geschneit. Immerhin befinden wir uns jetzt auf einer Höhe von 1.600 Metern. Ein freundlicher Mitarbeiter informiert mich, dass er einen Heizlüfter in mein Zimmer gestellt hat. Nach einem gemütlichen Abendessen und einem Absacker in einer Bar freuen wir uns auf unser Bett, es verfügt nämlich über eine elektrische Heizdecke - und das in Vietnam!
Leider hat sich das Wetter über Nacht nicht verbessert. Durch dichten Nebel fahren wir aus Sapa hinaus zu einem Besuch der hier beheimateten ethnischen Minderheiten, der Hmong, Red Dao und Tay. Erst Ende des letzten Jahrhunderts entwickelte sich die Bergregion zu einer touristischen Hochburg. Angefangen hat es um 1900 n. Chr., als ein findiger Mitarbeiter der Kolonialmacht Frankreich die klimatischen Vorzüge des auf einer Höhe von etwa 1.600 Metern gelegenen Gebietes erkannte. Eine Eisenbahn wurde gebaut und das Terrain erschlossen. Heute hat Sapa bereits 30.000 Einwohner und die Bergstämme profitieren, jedenfalls finanziell, von der Entwicklung. Sie müssen sich nicht mehr ausschließlich von den geringen Erlösen aus der kargen Landwirtschaft ernähren.
Es klart sich etwas auf und gleich am Anfang der Ortschaft stürzen sich mehrere Frauen auf uns, um ihre selbst hergestellten Waren zu verkaufen. Sie sind aber nicht besonders aufdringlich, sondern begleiten uns hinunter, natürlich in der Absicht, neue Kunden zu ködern. Und so ist es dann auch. Aber sie lassen gut mit sich handeln und am Ende hat jeder das Gefühl, ein ordentliches Geschäft gemacht zu haben. In der Ökonomie spricht man dann wohl von "Win-Win-Situation” ...

Interesse wie es weitergeht? Fortsetzung folgt - im Buch "Mit Freu(n)den um die Welt", bitte einfach nachstehenden Link anclicken

http://www.shaker-media.eu/de/content/bookshop/index.asp?ISBN=978-3-95631-226-7&ID=2

Aber selbstverständlich kann das Buch auch im Fachhandel oder bei den üblichen Online-Portalen erworben werden.

Vielen Dank.

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