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Costa Rica
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Begrüßung in San José

Begrüßung in San José

unsere Bucht

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playa grande

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playa grande

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unterwegs auf Nicoya

unterwegs auf Nicoya

Sturzflug oder Suizid?

Sturzflug oder Suizid?

"freie" Kirche

"freie" Kirche

Cowboy

Cowboy

mit Rosi beim Sundowner

mit Rosi beim Sundowner

unser Hausstrand

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El Arenal

El Arenal

Greifschwanz-Lanzenotter

Greifschwanz-Lanzenotter

Tukan

Tukan

grüne Pracht

grüne Pracht

Kathedrale von Granada

Kathedrale von Granada

Vulkan im Abendlicht

Vulkan im Abendlicht

Taxi vor der Kathedrale

Taxi vor der Kathedrale

Granada, hier wohnt man farbig

Granada, hier wohnt man farbig

Wohnhaus in Granada

Wohnhaus in Granada

wissensdurstige Kinder am Lago Nicaragua

wissensdurstige Kinder am Lago Nicaragua

in Puerto Viejo

in Puerto Viejo

Karibikküste

Karibikküste

mein Hotel

mein Hotel

Reggae in der Strandbar

Reggae in der Strandbar

Mit Freu(n)den um die Welt

Erinnerung an ein fünfmonatiges Sommermärchen

Costa Rica

San José
40 Minuten nach der Landung sitze ich samt Gepäck bereits im Taxi. Der erste Eindruck von der Stadt ist nicht besonders, dafür aber die Begrüßung von Patrick, dem Inhaber des "Casa Leon", umso herzlicher. Das Hotel hatte ich im Internet gebucht und den Abholservice gleich mit.
Patrick ist gebürtiger Schweizer, auch einige seiner Gäste sind Eidgenossen. Im Reiseführer lese ich, dass viele Hotels von Personen aus diesem Land betrieben werden.
Nach einem gemütlichen Frühstück in der benachbarten Bäckerei mache ich mich am nächsten Morgen auf den Weg. Als erstes heißt es Bargeld besorgen, leider erhalte ich am ATM-Automaten nur den Gegenwert von 20 US-Dollar, ich hatte bei der Eingabe eine Null vergessen. Beim derzeitigen Kurs entspricht ein Dollar etwa 500 Colones.
Auf der Avenida Central entlang orientiere ich mich zum Zentrum. Es ist laut, bewölkt und 24 Grad heiß, viele Verkäufer offerieren ihre Ware lauthals und buhlen um Kundschaft. Ihre Stimmen werden noch von der Panflötenmusik übertönt, die aus vielen Lautsprechern dröhnt. Jetzt heißt es für mich erst einmal, das wilde Durcheinander gedanklich zu entwirren. Es geht auch anders: eine Folkloregruppe unterhält in angenehmer Lautstärke mit wunderschönen mittelamerikanischen Melodien.
Später gehe ich auf der Avenida 2 zur Kathedrale, wo gerade ein Gottesdienst stattfindet. Nachdem ich mir dann das Teatro Nacional angesehen habe, erfrische ich mich im Garten des Grand Hotel. Die Sitzanlage ist von Kaffeesträuchern umgeben.
Auf dem Weg zurück spaziere ich durch ein Chinesentor und stehe vor der imposanten Iglesia la Soladia. Nun sind es nur noch ein paar Schritte bis zum Hotel. Abends gehe ich ins Fleur de Lys, esse eine Kleinigkeit und summe mit dem Barkeeper beim Karaoke um die Wette - aber ohne Mikrofon, und die meisten Stücke kenne ich gar nicht.
Später im Hotel unterhalte ich mich mit Jörg, einem anderen Schweizer, danach gesellt sich noch Rosi vom Bodensee zu uns. Wir trinken etwas und unterhalten uns, jedenfalls zuerst, prächtig. Danach beginnt eine sinnlose Diskussion über uninteressante "Probleme", die wohl nur nach Alkoholkonsum möglich ist.
Costa Rica, ein kleines Land zwischen Atlantik und Pazifik, zeigt sich sehr modern und ist politisch stabil. Bei Beachtung der üblichen Sicherheitshinweise ist das Reisen relativ unproblematisch. Es gibt kein Militär, keine Guerillas oder Terroristen. Die Infrastruktur ist hervorragend, gerade im Vergleich zu anderen zentralamerikanischen Staaten. Leider hat mein Reisebuch eine andere Meinung zur allgemeinen Lage und zuerst bewege ich mich doch ein klein wenig gehemmt. Costa Rica bietet Urlaubsfreuden vieler Art, eine einmalige Tier- und Pflanzenwelt, herrliche Strände, karibisches Flair und eine wunderbare Vulkan- und Bergwelt. Das Angebot an Sport- und Freizeitaktivitäten kann sich durchaus mit dem der europäischen Ferienzentren messen.
In den 1950er Jahren wurde das Militär zugunsten der Förderung von Gesundheits- und Bildungsprogrammen abgeschafft. 1983 erklärte das Land seine dauerhafte und aktive unbewaffnete Neutralität. Mehr als 90 Prozent des Energiebedarfs wird aus regenerativen Quellen gewonnen, der Ökotourismus wird stark gefördert. Über ein Viertel der Landesfläche steht unter Naturschutz. Mestizen und Weiße stellen mit 94 Prozent den größten Anteil der insgesamt 4,3 Millionen Einwohner. Der überwiegende Bevölkerungsanteil ist christlich.
Rosi hat nicht nur ein Telefon, sondern für übermorgen auch ein Auto angemietet. Sie bietet mir an, die nächste Woche zusammen mit ihr auf der Halbinsel Nicoya zu verbringen, gern stimme ich zu. Natürlich hatte ich im Vorfeld auch überlegt, mir eventuell ein Auto anzumieten, aber allein erschien es mir zu teuer, außerdem kannte ich das Land und das hiesige Verkehrsaufkommen nicht. Rosi hingegen war vorher schon einige Male in Costa Rica und schwärmt von den vergangenen Reisen.
Wir frühstücken in der Innenstadt auf einem luftigen Balkon mit bestem Blick auf das Treiben. Später gehen wir durch gefühlt 100 Schuhläden, Rosi wird sofort fündig, ich hingegen nicht. Dabei brauche ich wirklich ein paar ordentliche Sandalen, aber die Menschen hier leben auf kleinerem Fuße. Einmal scheint es zu klappen, da verwechsele ich die Preisangabe und verstehe 50 statt 15, und der Preis ist mir einfach zu hoch.
Auch heute der gleiche Fehler, wieder gebe ich einen zu kleinen Betrag am Geldautomaten ein, und ein zweiter Versuch, sich Geld auszahlen zu lassen, ist erst nach längerer Zeit wieder möglich. Nach einer kleinen Pause im Fleur de Lys gehe ich mit Rosi zum Grand Hotel. Dort sind wir mit Karena und Horst verabredet. Sie beenden heute eine Rundfahrt durch Costa Rica und unser Treffen an diesem Ort war lange avisiert. Sie verspäten sich etwas, da heute ein Stadtmarathon durchgeführt wird, der logischerweise Einfluss auf den Autoverkehr hat. Es wird ein herrliches Wiedersehen. Eine Frau aus meinem Geburtsort Stolzenau hat an der Rundfahrt ebenfalls teilgenommen und wir begrüßen uns kurz. Zum Abendessen schwebt uns das Restaurant La Bodeguita del Patio vor, aber hier ist leider schon geschlossen, also zurück zum Hotel. Leider hält die Küche nicht, was der Name Grand Hotel verspricht. Auf dem zentralen Platz vor dem Haus spielt eine vielköpfige Blaskapelle wunderbar arrangierte Weihnachtslieder. Wir verbringen einen sehr angenehmen Abend zusammen und dann heißt es wieder Abschied nehmen.
Da es gestern nicht geklappt hat, gehe ich heute in die Bodeguita del Patio zum Frühstück. Rosi ist mit einer Gruppe zu einer organisierten Vulkanbesichtigung unterwegs. Danach versuche ich, ohne Erfolg, den einen Schuhladen wieder zu finden. Dafür bediene ich aber den Geldautomaten perfekt und erfolgreich. Es ist sonnig und heiß. Im Zentrum spielt eine Kapelle, die mich stark an Buena Vista erinnert. Es hört sich fantastisch an und viele Passanten applaudieren und legen ein Geldstück in den bereitliegenden Hut.
Zurück im Hotel kümmere ich mich um Wäscheservice und Schreibarbeit, später gehe ich noch ins Fleur de Lys, wo Patrick auch noch zeitweise tätig ist. Seine Frau arbeitet ebenfalls im Casa Leon, im Innenhof werden zwei Gänse gehalten. Außerdem gehört Lourdes, der freundliche Wachhund, zur Stammbesetzung.
In der schon bekannten Bäckerei besorge ich mir am nächsten Morgen etwas Wegeszehrung, zwei Männer liegen neben der Straße am Bahndamm und schlafen. Pünktlich auf die Minute fährt der Interbus vor und die Fahrt zur Fähre in Puntarenas beginnt. Im Reiseführer las ich, wie oben beschrieben, schreckliche Dinge über Fahrten in öffentlichen Bussen, von Überfällen und Raubzügen war die Rede. Aber, um es vorweg zu nehmen, ich habe nicht eine einzige Situation in Costa Rica erlebt, die auch nur halbwegs bedrohlich erschien.
Starker Verkehr in San José lässt uns nur langsam vorankommen. Verglichen mit Deutschland kostet der Sprit hier weniger als ein Drittel. Viele rote Taxis sind unterwegs und eine starke Polizeipräsenz, selbst in Fußgängerzonen, sorgt für Sicherheit der Passanten und anderen Verkehrsteilnehmer. Die Stadt ist von Bergen eingerahmt. Viele Häuser haben vergitterte Fenster, Eisenstäbe verhindern unbefugtes Eindringen.
Am Stadtrand steigt ein Paar aus Wales zu uns. Er arbeitet im Sommer als Surflehrer auf der Insel und im Winter als Ausbilder für Snowboardfahrer in der Schweiz. In Puntarenas besteigen wir die Fähre "Tambor III" und erreichen nach etwa 75 Minuten Paquera. Ein Bus bringt Rosi und mich nach Cóbano und mit einem Landrover schließlich geht es nach Montezuma, der früheren Anlaufstelle für Aussteiger und Freaks, gelegen auf der Halbinsel Nicoya.


Montezuma

Nach dem Einchecken gehen wir einkaufen und dann, endlich, an den Strand. Rosi war schon früher in Montezuma und kennt sich bestens aus. Das Wasser ist herrlich klar und wir stürzen uns sofort in die Fluten. Nach einem Aperitif in Chico´s Bar begeben wir uns zum Abendessen ins Cocolores. Jetzt, kurz vor Weihnachten, ist der Andrang nicht so groß und wir haben kein Problem, einen guten Platz zu finden. Köstlich, wie der Fisch hier zubereitet wird.
Zum Frühstück gehen wir in eine Strandbar und gönnen uns u. a. die Nationalspeise Gallo Pinto, ein Gericht aus gebratenem Reis mit schwarzen Bohnen und Zwiebeln. Dazu werden häufig Spiegel- oder Rühreier serviert. Anschließend marschieren wir zum playa grande, Rosi war schon einmal hier und schwärmt davon. Wir gehen den sendero sueño entlang, ich wundere mich über den fantastischen kilometerlangen Strand - und wir sind fast die einzigen Gäste. Später gesellt sich noch ein Pärchen aus den Surfhochburgen Österreich und New York dazu. Ebbe und Flut sind sehr stark spürbar, nach vier Stunden ist nur noch ein kleiner Teil des Strandes vorhanden. Besuch kriegen wir von einem neugierigen Leguan und von vielen gelben und bunten Schmetterlingen. Auf dem Heimweg nehmen wir noch einen Drink in einer noblen Ferienanlage. Im Ortszentrum haben mittlerweile die Althippies und Weltenbummler Verkaufstische am Straßenrand aufgebaut und bieten ihren Silber- und Muschelschmuck an. Quadfahrer brausen verwegen durch die Stadt.
Später bei Chico wird Rosi Kokain aus Kolumbien angeboten. Sie lehnt ab, dafür erwerbe ich endlich im Supermarkt ein Paar neue Sandalen.
Heute nehmen wir das Auto in Empfang. Mit dem Bus fahren wir zunächst nach Cóbano und frühstücken dort gemütlich. Bis zur Weiterfahrt nach Mal País bleibt uns noch genügend Zeit, bei der Post vorbei zu schauen und Briefmarken zu kaufen. Dann geht es weiter, im Innenraum des Fahrzeugs sind bestimmt 50 Grad Hitze. Alle möglichen Fenster werden aufgerissen, um sich mit dem Fahrtwind etwas abzukühlen. Aber der Bus hält diverse Male an, manchmal nach nur 25 Metern Fahrt und so ergeben wir uns schwitzend unserem Schicksal.
Stolz übernehmen wir im wunderbar kühlen Alamo-Büro den Autoschlüssel des Suzuki und fahren den Strand von Mal País entlang. An einer schönen Bucht legen wir eine Pause ein und springen ins Wasser ...

Interesse wie es weitergeht? Fortsetzung folgt - im Buch "Mit Freu(n)den um die Welt", bitte einfach nachstehenden Link anclicken

http://www.shaker-media.eu/de/content/bookshop/index.asp?ISBN=978-3-95631-226-7&ID=2

Aber selbstverständlich kann das Buch auch im Fachhandel oder bei den üblichen Online-Portalen erworben werden.

Vielen Dank.

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