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auf der Kirchwarft

auf der Kirchwarft

Abendsonne über Hooge

Abendsonne über Hooge

Auf nach Nordfriesland

Hallig Hooge

18 Kilometer sind es von Westerland bis Hörnum, wir nehmen wieder den Bus. Unser Schiff, „MS Adler IV“, wartet schon im Hafen. Die Überfahrt dauert gut drei Stunden, wir verbringen die Zeit mit, na womit wohl, Skat spielen. Die meisten Gäste verweilen auf dem Oberdeck an der frischen Luft, wir belegen einen Tisch unter Deck, damit die Karten nicht wegfliegen. Zum Kellner stellen wir sogleich einen guten Kontakt her.

Bei einer Hallig handelt es sich lt. Wikipedia um kleine geschützte oder nur wenig geschützte Marschinseln vor den Küsten im nordfriesischen Wattenmeer an der Nordküste Schleswig-Holsteins. Bei Hochwasser bzw. Sturmflut können sie überschwemmt werden, denn es gibt, außer auf Hooge, keine Deiche. Hallig Hooge ist von einem 1,2 Meter hohen Steindeich umgeben. Dennoch kommt es im Jahr mehrere Male zum Landunter und das, wie ich lese, mit steigender Tendenz. Wohl aber prägen Warften, künstlich aufgeschüttete Hügel, auf denen die Häuser stehen, das Bild. Hallig Hooge ist mit sechs Quadratkilometern die zweitgrößte der Halligen, ihr Umfeld der größte intakte Naturraum Deutschlands. Auf den insgesamt 10 Warften wohnen gut 100 Menschen in über 50 Haushalten.

Am Schiffsanleger warten ein paar Pferdefuhrwerke auf zahlungswillige Kundschaft, man kann außerdem ein Fahrrad mieten, wir entscheiden uns jedoch für einen Spaziergang. Hooge, auch Königin der Halligen“ genannt, lebt primär vom Tagestourismus. An manchen Tagen im Sommer sollen bis zu 2.000 Gäste die Insel besuchen. Unser Weg führt uns zunächst an der Backenswarft vorbei, bevor wir auf der Kirchwarft die Kirche aus dem 17. Jahrhundert mit der eindrucksvollen Renaissancekanzel besichtigen.

Ein kleiner Weg zwischen flachen Wiesen und Salzwasserläufen führt uns dann zur Hanswarft. Hier stärken wir uns. Auf dieser Anhöhe im Zentrum befinden sich das Bürgermeisteramt und Gemeindehaus, eine Tourist-Info, die Feuerwehr und der berühmte Königspesel, die „gute Stube“, die nach Absprache besichtigt werden kann. Im Sturmflutkino kann ein Informationsfilm angeschaut werden.

Auf dem Rückweg zum Schiffsanleger machen wir noch eine kleine Pause auf der Backenswarft und trinken eine Kleinigkeit im Café „Zum blauen Pesel“. Im Inneren dieses 1750 erbauten reetgedeckten Friesenhauses lädt ein gemütlicher Gastraum zum Verweilen ein. Viel zu schnell ist die Zeit vergangen, wir eilen zum Schiff und ein paar Minuten später wird der Anker gehisst. Bis Amrum bleibe ich bei herrlichem Sonnenschein auf dem Oberdeck. Im Hafen von Hörnum erfreut uns ein Seehund, der neugierig aus dem Wasser blickt. Wohlig ermattet besteigen wir den Bus und finden zum Glück noch einen freien Platz.

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